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Ulrich Engelmann

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Ulrich Engelmann (geboren 1944 in Meiningen) ist ein deutscher Regisseur, der am Deutschen Theater Berlin wirkte und an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (später: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) unterrichtete.

Leben und Wirken

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Ulrich Engelmann ist 1944 in Meiningen geboren und aufgewachsen. Sein Interesse für Theater entdeckte er früh: Als Grundschüler besuchte er ein Puppentheater-Gastspiel in der Aula der Theo-Neubauer-Schule (heute: Schule am Pulverrasen) und inszenierte anschließend für seine Geschwister regelmäßig eigene Puppentheatervorstellungen. Sein Bühnendebüt hatte er 1959 als Statist bei Fidelio am Meininger Theater (Musikalische Leitung: Rolf Reuter, Regie: Alexander Reuter).[1]

Nach seinem Abitur bewarb sich Engelmann an der Theaterhochschule Leipzig um einen Studienplatz. Da er die Aufnahmeprüfung im ersten Anlauf nicht bestand, arbeitete er zunächst als Beleuchter. Im zweiten Anlauf bestand er die Aufnahmeprüfung.

Im September 1965 fand im GST-Lager Tambach-Dietharz eine Luftschutzbelehrung für Studenten der Theaterhochschule Leipzig und des Pädagogischen Institutes Mühlhausen statt. Diese geriet nach einer Viertelstunde durch den Protest der Studenten aus der Bahn, führte zu einer Diskussion über sozialistische Demokratie und zu einem von 138 Studenten unterschriebenen Brief an die Studentenzeitschrift "Forum". Als einer der Wortführer wurde Engelmann daraufhin zum Grundwehrdienst der NVA einberufen, mitten im Studium und außerhalb der beiden in der DDR üblichen Termine.[1]

Ulrich Engelmann wurde von Wolfgang Heinz als Regieassistent ans Deutsche Theater Berlin engagiert. Ende der 1960er-Jahre war er am Deutschen Theater zunächst als Regieassistent und Schauspieler tätig und anschließend als Regisseur.[1] Ulrich Engelmann fertigte Probennotate[2] zu Prozess in Nürnberg von Rolf Schneider (Regie: Wolfgang Heinz), das 1967 am Deutschen Theater als erstes Dokumentartheaterstück der DDR uraufgeführt wurde.[3][4] Engelmann selbst inszenierte in den 1970er-Jahren hauptsächlich Komödien, die beim Publikum und bei der Kritik beliebt waren: So wurden von 1972 bis 1980 allein 300 Vorstellungen seiner Inszenierung Das Pflichtmandat von John Mortimer gespielt.[5]

Parallel zu seiner Regietätigkeit am Deutschen Theater Berlin unterrichtete Ulrich Engelmann an der Staatlichen Schauspielschule Berlin (später: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch) und inszenierte zahlreiche Studioinszenierungen mit Schauspielstudierenden am bat-Studiotheater. Mehrere seiner Inszenierungen wurden als Fernsehspiele aufgezeichnet und im DDR-Fernsehen gesendet.[6]

Nach der Wende inszenierte Ulrich Engelmann seltener und hauptsächlich Musiktheater (u. a. am Bremer Theater), wurde zum Professor berufen und unterrichtete weiterhin an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch.[1] 1990 lud Giorgio Strehler zu einer einwöchigen Konferenz über Schauspielausbildung nach Mailand ein, auf der Engelmann einen der Hauptvorträge hielt.

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 HCS Content GmbH: Ulrich Engelmann: „Theater könnte helfen“ - Frankenpost. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
  2. Prozess in Nürnberg / Rolf Schneider, Inszenierungsdokumentation 210, Archiv Darstellende Kunst AdK.
  3. Ulrich Engelmann: "Prozeß in Nürnberg" von Rolf Schneider. Stoff, Genre, Stück. In: Theater der Zeit. Nr. 24. Berlin 1967, S. 27 f.
  4. Klaus H. Hilzinger: Die Dramaturgie des dokumentarischen Theaters (= Untersuchungen zur deutschen Literaturgeschichte. Band 15). Tübingen 1976, S. 144.
  5. Zweimal Jubiläum. In: Neue Zeit. Nr. 269. Berlin 14. November 1980, S. 4.
  6. Achim Klünder: Lexikon der Fernsehspiele 1978-1987 = Encyclopedia of television plays in German speaking Europe 1978-1987 (= Bild- und Tonträger-Verzeichnisse. Band III, Nr. 20). München 1991, S. 240.
  7. Programmheft zu "Die Hochzeit" und "Der Kniebist" am bat-Studiotheater 1972 :: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin :: museum-digital:berlin. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 25. Januar 2025; abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
  8. Programmheft zu "Der Pferdeapfel und die Rose oder Das Recht auf Neujahrsgeschenke" am bat-Studiotheater 1982. In: museum-digital. Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, 23. Juli 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  9. Programmzettel und Begleitpublikation zu "Hoppla, wir leben!" am Deutschen Theater 1984 :: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin :: museum-digital:berlin. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2025; abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
  10. Programmheft zu "Der Menschenfeind" am bat-Studiotheater 1986 :: Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin :: museum-digital:berlin. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 20. Februar 2025; abgerufen am 16. Dezember 2025 (englisch).
  11. Programmheft zu "My Fair Lady" im Jugendtreff des Palast der Republik 1986. In: museum-digital. Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, 23. Juli 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  12. Programmheft zu "Don Karlos" am bat-Studiotheater 1989. In: museum-digital. Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, 23. Juli 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.