Tschechowo (Kaliningrad)
Siedlung
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| Name (bis 1946) | Russischer Name nach 1945 | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Landgemeinden: | ||
| Frisching | Prochladnoje | |
| Trinkheim | Wyssokoje | |
| Uderwangen | Tschechowo | |
| Unruh | Kertschenskoje | 1928 in die Landgemeinde Uderwangen eingegliedert |
| Gutsbezirke: | ||
| Eberswalde | Mochowoje | 1928 in die Landgemeinde Uderwangen eingegliedert |
| Liebenau | NN.[11] | 1928 in die Landgemeinde Frisching eingegliedert |
| Pilgrim | Soldatskoje | 1928 in die Landgemeinde Uderwangen eingegliedert |
Im Jahre 1930 wurden die Orte Ackerau (russisch: Armeiskoje) aus dem Amtsbezirk Blankenau (Jerschowo) sowie Lewitten (Soldatskoje) aus dem Amtsbezirk Groß Lauth (Newskoje) und 1937 auch Thomsdorf (Solnetschnoje) aus dem Amtsbezirk Wittenberg (Niwenskoje) in den Amtsbezirk Uderwangen umgegliedert, der am 1. Januar 1945 aus den Gemeinden Ackerau (Armeiskoje), Frisching (Prochladnoje), Lewitten (Soldatskoje), Thomsdorf (Solnetschnoje), Trinkheim (Wyssokoje) und Uderwangen (Tschechowo) bestand.
Tschechowski selski Sowet/okrug 1950–1959 und 1966–2008
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dorfsowjet Tschechowski selski Sowet (ru. Чеховский сельский Совет) wurde am 7. Oktober 1950 als Nachfolger des Marijski selski Sowet eingerichtet. Er befand sich zunächst im Rajon Kaliningrad. Nach der Auflösung dieses Rajons im Jahr 1959 wurde der Dorfsowjet innerhalb des zu dieser Zeit bis an den Pregel reichenden Rajon Bagrationowsk in den Lugowskoi selski Sowet umgewandelt. Nachdem im Jahr 1965 der Rajon Gurjewsk (wieder) erweitert wurde, wurden innerhalb des Rajons Bagrationowsk der Südteil des Lugowskoi selski Sowet zusammen mit einigen Orten, die ursprünglich zum Tischinski selski Sowet und zwischenzeitlich zum Gwardeiski selski Sowet gehörten, am 26. Dezember 1966 erneut zu einem Dorfsowjet Tschechowski selski Sowet zusammengefasst. Nach dem Zerfall der Sowjetunion bestand die Verwaltungseinheit als Dorfbezirk Tschechowski selski okrug (ru. Чеховский сельский округ). Im Jahr 2008 wurden die verbliebenen acht Orte des Dorfbezirks in die neu gebildete Landgemeinde Gwardeiskoje selskoje posselenije eingegliedert.
| Ortsname | Name bis 1947/50 | Bemerkungen |
|---|---|---|
| Iljuschino (Ильюшино) | Bönkeim und Johannisberg | Der Ort wurde 1947 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Tischinski. |
| Kertschenskoje (Керченское) | Unruh | Der Ort wurde 1950 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Marijski. Er wurde vor 1975 an den Ort Tschechowo angeschlossen. |
| Marijskoje (Марийское) | Weißenstein | Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst der Verwaltungssitz des Dorfsowjets Marijski. |
| Minino (Минино) | Bögen und Skoden | Der Ort wurde 1947 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Tischinski. |
| Nowosjolki (Новосёлки) | Klein Waldeck | Der Ort wurde 1947 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Tischinski. |
| Ossokino (Осокино) | Groß Waldeck | Der Ort wurde 1947 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Tischinski. |
| Prochladnoje (Прохладное) | Frisching | Der Ort wurde 1950 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Marijski. Er wurde vor 1975 verlassen. |
| Solnetschnoje (Солнечное) | Thomsdorf | Der Ort wurde 1947 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Marijski. |
| Tischino (Тишино) | Abschwangen | Der Ort wurde 1947 umbenannt und war zunächst der Verwaltungssitz des Dorfsowjets Tischinski. |
| Tschechowo (Чехово) | Uderwangen | Verwaltungssitz |
| Wyssokoje (Высокое) | Trinkheim | Der Ort wurde 1950 umbenannt und gehörte zunächst zum Dorfsowjet Marijski. Er wurde vor 1988 verlassen. |
Von 1950 bis 1959 gehörte vermutlich auch der 1947 umbenannte Ort Partisanskoje (Schönmohr), der zunächst zum Marijski selski Sowet gehört hatte, zum Tschechowski selski Sowet. Später gelangte er dann in den Niwenski selski Sowet.
Kirche
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Kirchengebäude
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bei der Uderwangener Kirche[3] handelt es sich um einen niedrigen verputzten Feldsteinbau, der zusammen mit dem Turmuntergeschoss im 14. Jahrhundert entstand. Der Anbau des Chores und der Sakristei erfolgte im 16. Jahrhundert, während das neogotische Turmobergeschoss mit dem Ackerfries erst 1876 aufgesetzt wurde.
Kriegsbedingt erlitt die Kirche 1914 und 1945 Schäden. Aber erst auf Veranlassung der örtlichen Kolchose wurde sie 1985 bewusst zerstört, um Baumaterial zu gewinnen.[3]
Heute steht von dem ganzen Gebäude nur noch die Turmruine, die provisorisch vor dem Verfall gesichert wurde.
Kirchengemeinde
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Uderwangen war ein altes Kirchdorf und bestand als solches bereits in vorreformatorischer Zeit. Mit dem Einzug der Reformation blieb der Ort Pfarrdorf und gehörte lange zur Inspektion des Königsberger Oberhofpredigers. Bis 1945 war es dann in den Kirchenkreis Preußisch Eylau (russisch: Bagrationowsk) innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union eingegliedert.
Zur Zeit der Sowjetunion kam das kirchliche Leben zum Erliegen. Erst in den 1990er Jahren entstanden in der Oblast Kaliningrad wieder evangelische Gemeinden, von denen die in Gwardeiskoje (Mühlhausen) Tschechowo am nächsten liegt. Sie ist eine Filialgemeinde der Auferstehungskirche in Kaliningrad (Königsberg) und gehört zur Propstei Kaliningrad[12] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland (ELKER).
Kirchspielorte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bis 1945 gehörten zum Kirchspiel Uderwangen 16 Orte:[13][14]
| Deutscher Name | Russischer Name | Deutscher Name | Russischer Name | |
|---|---|---|---|---|
| * Ackerau | Armeiskoje | Liebenau | NN.[11] | |
| Dichtenwalde | Semjonowo | Moddien | Nekrassowo | |
| Eberswalde Kreis Preußisch Eylau | Mochowoje | Pilgrim | Soldatskoje | |
| * Frisching Kreis Preußisch Eylau | Prochladnoje | Schneiderwinkel | NN.[11] | |
| Groß Haferbeck | Komarowo | * Thomsdorf | Solnetschnoje | |
| Haferbeck (Forst) | NN.[11] | * Trinkheim | Wyssokoje | |
| Kämmersbruch | NN.[11] | * Uderwangen | Tschechowo | |
| * Lewitten | Soldatskoje | Unruh | Kertschenskoje |
Pfarrer
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von der Reformation bis zum Jahr 1945 amtierten in Uderwangen 25 evangelische Geistliche[15]:
- Johann Kostett, 1541/1545
- Georg Kolbitz, ab 1545
- Andreas Finkelthaus, bis 1566
- Paul Wagner, 1577–1587
- Johann Wilhelm Rohdius, bis 1621
- Albrecht Wegner d. Ä., 1627
- Albrecht Wegner d. J.
- Martin Frank, 1663–1667
- Johann Pancratius, 1667–1710
- Johann Wilhelm Pancratius, 1701–1710
- Nicolaus Friedrich Pöpping, 1710–1724
- Gottfried Thien, 1724–1739
- Johann Jacob Wagner, 1739–1750
- Johann Christoph Grube, 1750–1768
- Christian Friedrich Becker, 1768–1787
- Georg Ludwig Heroldt, 1797–1823
- August Theodor Siemienowski, 1824–1834
- Carl Heinrich Wilhelm Neumann, 1834–1843
- Hans Carl Eduard Räbel, 1843–1853
- Rudolf Ottomar Emil Kleist, 1853–1854
- Carl Ludwig Bandisch, 1854–1891[16], wirkte nebenamtlich als Kreis-Schulinspektor[17]
- Karl Rudolf A. Hering, 1892–1915
- Gottfried Wilhelm Steckel, 1915–1923
- Bruno Wiebe, 1924–1929
- Hans Buttgereit, 1930–1945
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Durch die Ortschaft verläuft die russische Fernstraße 27A-083 (ehemalige russische A 196 bzw. deutsche Reichsstraße 131), die von Kaliningrad bis nach Krylowo (Nordenburg) verläuft und vor 1945 weiter bis nach Arys (heute polnisch: Orzysz) führte. In Tschechowo endet eine von Gwardeiskoje (Mühlhausen) (an der Fernstraße 27A-017 (ehemalige russische A 195 bzw. Reichsstraße 128) gelegen) über Tambowskoje (Vierzighuben und Karlshof) und Soldatskoje (Lewitten und Pilgrim) kommende Nebenstraße.
Bis 1945 war Uderwangen Bahnstation an der Bahnlinie von Königsberg (Kaliningrad) nach Angerburg (Węgorzewo), die aber nicht mehr in Betrieb ist.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Uderwangen, Dorf, rechts des Frisching, Kreis Preußisch Eylau, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Uderwangen (meyersgaz.org)
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 174–175 (Google Books).
- Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 64–65 (Google Books).
- Daniel Heinrich Arnoldt: Kurzgefaßte Nachrichten von allen seit der Reformation an den lutherischen Kirchen in Ostpreußen gestandnen Predigern. Königsberg 1777, S. 201–202 (Google Books).
- Ludwig Fedemir Rhesa: Kurzgefasste Nachrichten von allen seit 1775 an den evangelischen Kirchen in Ostpreußen angestellten Predigern, Königsberg 1834, S. 46 (Google Books).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Таблица 1.10 «Численность населения городских округов, муниципальных районов, муниципальных округов, городских и сельских поселений, городских населенных пунктов, сельских населенных пунктов» Программы итогов Всероссийской переписи населения 2020 года, утвержденной приказом Росстата от 28 декабря 2021г. № 963, с данными о численности постоянного населения каждого населенного пункта Калининградской области. (Tabelle 1.10 „Bevölkerungsanzahl der Stadtkreise, munizipalen Rajons, Munizipalkreise, städtischen und ländlichen Siedlungen [insgesamt], städtischen Orte, ländlichen Orte“ der Ergebnisse der Allrussischen Volkszählung von 2020 [vollzogen am 1. Oktober 2021], genehmigt durch die Verordnung von Rosstat vom 28. Dezember 2021, Nr. 963, mit Angaben zur Zahl der Wohnbevölkerung jedes Ortes der Oblast Kaliningrad.)
- 1 2 Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 174–175 (Google Books).
- 1 2 3 Uderwangen im Informationszentrum Ostpreußen
- ↑ Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preußen. Teil I: Topographie von Ost-Preußen. Marienwerder 1785, S. 195 (Google Books).
- ↑ Leopold Krug: Die Preussische Monarchie. Teil 1: Provinz Ostpreussen, Berlin 1833, S. 585–586, Ziffer 1–2 (Google Books).
- ↑ Rolf Jehke, Amtsbezirk Uderwangen
- ↑ M. W. Ehrenreich: Landkreis Preußisch Eylau. In: Gemeindeverzeichnis 1900. U. Schubert, archiviert vom am 10. Juni 2015; abgerufen am 20. Dezember 2025 (Stand 1. Dezember 1910).
- ↑ Michael Rademacher: Landkreis Preußisch Eylau (russ. Bagrationowsk). Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006. In: eirenicon.com.
- ↑ Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
- ↑ Rolf Jehke, Amtsbezirk Uderwangen (wie oben)
- 1 2 3 4 5 kein russischer Name bekannt
- ↑ Ev.-luth. Propstei Kaliningrad ( vom 29. August 2011 im Internet Archive)
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 470
- ↑ Der * kennzeichnet einen Schulort
- ↑ Friedwald Moeller, Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945, Hamburg, 1968, Seite 145
- ↑ Bandisch (1810–1900) war Angehöriger des Corps Masovia
- ↑ Centralblatt für die gesamte Unterrichts-Verwaltung in Preußen, No. 2 und 3, Berlin, 23. Februar 1880, S. 123 (Google Books).


