Tupolew Tu-22M
| Tupolew Tu-22M | |
|---|---|
Tu-22M3 im Landeanflug | |
| Typ | Schwerer Mittelstreckenbomber |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | OKB Tupolew |
| Erstflug | 30. August 1969 |
| Indienststellung | 1972 |
| Produktionszeit | 1967 bis 1997[1] |
| Stückzahl | 497 |
| Kenngröße | Daten der Tu-22M3 (Backfire-C) |
|---|---|
| Typ | Mittelstreckenbomber |
| Besatzung | 4 (Kommandant, stellvertretender Kommandant, Navigator, Operator) |
| Länge | 42,46 m |
| Spannweite |
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| Flügelfläche (bei der Pfeilung von 20°) | 183,57 m² |
| Flügelstreckung |
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| Tragflächenbelastung |
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| Höhe | 11,05 m |
| Leermasse | 68.000 kg |
| normale Startmasse | 112.000 kg |
| max. Startmasse | 126.000 kg |
| Treibstoffkapazität | 53.550 kg |
| Kraftstoffverhältnis | 0,48 |
| Höchstgeschwindigkeit |
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| Marschgeschwindigkeit | 930 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 13.300 m |
| max. Steigrate | 15 m/s |
| Einsatzradius |
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| Überführungsreichweite | ca. 7000 km |
| Triebwerke | zwei Kusnezow/KKBM NK-25-Mantelstromtriebwerke |
| Schubkraft |
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| Schub-Gewicht-Verhältnis |
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Bewaffnung
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Rohrbewaffnung zur Selbstverteidigung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tu-22M2
- 1 × Heckstandeinheit UKU-9A-502 mit einer Lafette in einem Drehkuppelturm mit zwei doppelläufigen 23-mm-Maschinenkanonen Grjasew-Schipunow GSch-23 mit 600 Schuss Munition pro MK. Die Heckstandeinheit wird von einem Besatzungsmitglied ferngesteuert bedient. Als Zielhilfe ist oberhalb der Kugelblende das Feuerleitradar PRS-3 „Argon 2“ eingebaut. Am Ende der Einheit sind in einer Kugelblende zwei GSch-23 als Zwillingslafette beweglich eingebaut.[33]
- Tu-22M3
- 1 × Heckstandeinheit UKU-9A-502MA mit einer Lafette in einem Drehkuppelturm mit einer doppelläufigen 23-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-23 mit 600 Schuss Munition. Für das Heck der Tupolew Tu-22M3 wurde die Heckstandeinheit erneut angepasst und mittels Reduktion auf eine Maschinenkanone leichter gefertigt. Ein Besatzungsmitglied bedient die Maschinenkanone ferngesteuert vom Cockpit aus. Als Zielhilfe sind oberhalb der Kugelblende das Feuerleitradar PRS-4KM „Krypton“ sowie eine Videokamera eingebaut. Am Ende der Einheit ist in einer Kugelblende eine GSch-23 in einer Lafette beweglich eingebaut.
Abwurfwaffen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Waffenzuladung von 21.000 kg an zwei Außenlaststationen sowie im Bombenschacht. Im Bombenschacht können an einem internen MKU-6-1-Drehgestell Marschflugkörper mitgeführt werden.
- Marschflugkörper (Auswahl)
- 3 × MKB Raduga Ch-22MNPSI (AS-4C „Kitchen“) – nuklearer 350-kT-Sprengkopf
- 3 × MKB Raduga Ch-26MP (KSR-5MP bzw. AS-6 „Kingfish“) – nuklearer 350-kT-Sprengkopf
- 6 × MKB Raduga Ch-15 (AS-16 „Kickback“) – nuklearer 350-kT-Sprengkopf
- 6 × MKB Raduga Ch-38 – modulare Abstandswaffe
- 3 × MKB Raduga Ch-59M „Owod-M“ (AS-18 „Kazoo“) – radargelenkter Seeziel-Marschflugkörper
- 4 × MKB Raduga Ch-101 – strategischer Marschflugkörper mit Tarnkappenfähigkeit, konventioneller 400-kg-Gefechtssprengkopf
- min. 3 × Ch-47M2 Kinschal Integration für Tu-22M und Tu-22M3[34][35]
- Ungelenkte Bomben
- 8 × Seeminen vom Typ RMI, UDM, UDM-5, APM, AMD-2M, oder AGDM
- 12 × AMD-500M (Seemine)
- 18 × IGDM-500 oder UDM-500 (Seemine)
- 69 × FAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
- 69 × FAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
- 69 × OFAB-250 (250-kg-Splitter-Sprengbombe)
- 69 × ZAB-250 (250-kg-Brandbombe)
- 42 × FAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
- 42 × OFAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
- 42 × OFZAB-500 (500-kg-Brandbombe)
- 42 × RBK-250-275 (275-kg-Streubombe)
- 16 × RBK-500 (500-kg-Streubombe)
- 16 × FAB-1000 (1.000-kg-Freifallbombe)
- 8 × FAB-1500M-54 (1.500-kg-Freifallbombe)
- 8 × FAB-1500T (1.500-kg-Freifallbombe)
- 3 × FAB-3000 (3.000-kg-Freifallbombe)
- 2 × FAB-5000 (5.000-kg-Freifallbombe)
- 1 × FAB-9000 (9.000-kg-Freifallbombe)
- 2–4 nukleare Freifallbomben
Zwischenfälle
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Am 14. September 2017 überrollte die Maschine mit der Kennung RF-94233 bei einem abgebrochenen Start die Piste am Militärflugplatz Schaikowka bei Kirow um 800 Meter und blieb in einem Feld liegen. Die Besatzung blieb unverletzt; die Maschine wurde als Totalschaden abgeschrieben.[36]
- Die Besatzung einer Tu-22M3 musste am 22. Januar 2019 nach einem Übungsflug während eines Schneesturmes bei extrem schlechten Sichtbedingungen auf dem Militärflugplatz Olenja bei Olenegorsk landen. Die Maschine zerbrach beim Aufsetzen in mehrere Teile und geriet in Brand.[37] Zwei Besatzungsmitglieder (der 1. Offizier und der Waffenoperator) starben. Kommandant und Navigator wurden schwer verletzt in ein Militärkrankenhaus gebracht,[38] wo später der Kommandant seinen Verletzungen erlag.[39][40]
- Während der Vorbereitung auf einen Übungsflug wurden am 23. März 2021 drei der vier Schleudersitze vom Typ KT-1M einer Tu-22M3 des 52. Gardebomberregiments der Fernfliegerkräfte des Stützpunktes Schajkowka (Oblast Kaluga) ausgelöst.[41] Da im Stand die Minimumbedingungen einer Horizontalgeschwindigkeit von 130 km/h zum sicheren Einsatz der KT-1M in geringeren Höhen als 60 m unterschritten wurden, öffneten sich die Fallschirme nicht mehr vollständig; alle drei Besatzungsmitglieder erlitten tödliche Verletzungen. Eines der Opfer war der Regimentskommandeur Oberst Wadim Belosljudzew.[42][43]
- Am 15. August 2024 stürzte eine Tu-22M3 in der Region Irkutsk ab. Laut currenttime war diese auf dem Luftwaffenstützpunkt Belaja gestartet und stürzte kurz darauf ab. Anwohner umliegender Dörfer filmten, wie die Maschine brennend aufschlug und explodierte. Ein Pilot starb dabei.[44][45]
- Am 2. April 2025 stürzte eine Tu-22M3, vermutlich aufgrund eines technischen Defekts, in der Region Irkutsk ab. Eines der vier Besatzungsmitglieder überlebte den Ausstieg nicht.[46][47]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dieter Stammer: Moderne sowjetische und russische Kampfflugzeuge. Bomber und Jagdbomber. 1. Auflage. BEBUG/Edition Berolina, Berlin 2012, ISBN 978-3-86789-808-9, S. 42–61.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tu-22M auf fas.org (englisch)
- Fotostrecke auf englishrussia.com
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ту-22М (Ту-22М2/Ту-22МЗ) – дальний бомбардировщик. ( vom 31. Juli 2013 im Internet Archive) In: oaokapo.ru (russisch)
- 1 2 Ausairpower
- ↑ Viktor Schunkow: Die Geschichte der russischen Militärluftfahrt 1945 bis heute. Motorbuch, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-613-04573-6, S. 141.
- ↑ Крамник, Илья: Старый новый самолет: на что способен Ту-22М3М. Известия – iz.ru, 17. August 2018, abgerufen am 17. August 2018 (russisch).
- ↑ Rian.ru ( vom 2. Februar 2012 im Internet Archive)
- ↑ First upgraded Tu-22M3M rolled out. In: combataircraft.keypublishing.com. Combat Aircraft, 13. April 2015, abgerufen am 3. September 2018 (englisch).
- ↑ Russia rolls out latest Tu-22M3M supersonic strike bomber. In: defence-blog.com. 16. August 2018, abgerufen am 16. August 2018 (englisch).
- ↑ Russia’s Upgraded Tu-22M3M Long-Range Bomber to Be Rolled Out on August 16. In: thediplomat.com. 7. August 2018, abgerufen am 16. August 2018 (englisch).
- ↑ Tu-22M3M startet zum Erstflug. FlugRevue.de, 28. Dezember 2018, abgerufen am 31. Dezember 2018.
- ↑ WORLD AIR FORCES 2024. In: flightglobal.com. 1. Dezember 2023, abgerufen am 3. Juli 2024 (englisch).
- ↑ Dieter Stammer: Die Streitkräfte der Russischen Föderation nach der Streitkräftereform 2010. Elbe-Dnjepr, Klitzschen 2010, ISBN 978-3-940541-24-6, S. 15.
- ↑ David Schmitz: Ukraine zerstört Überschall-Bomber – Putin versteckt restliche Tupolews am Polarkreis. Kölner Stadt-Anzeiger, 23. August 2023
- ↑ David Donald: Tupolev Bombers. AIRtime Publishing, Vereinigte Staaten, 2003, ISBN 978-1-880588-62-8.
- ↑ Russia confirms lost 2 warplanes in S.Ossetia. In: reuters.com. 9. August 2008, abgerufen am 22. Januar 2019 (englisch).
- ↑ Ruslan Puchow: The Tanks of August. Hrsg.: Centre for Analysis of Strategies and Technologies. Moskau 2010, ISBN 978-5-9902320-1-3, S. 59 (englisch, archivierte Kopie. [ vom 28. Januar 2011 im Internet Archive] [PDF; 3,2 MB; abgerufen am 22. Januar 2019]).
- ↑ Nicholas de Larrinaga: Russia launches long-range air sorties into Syria. In: janes.com. 17. November 2015, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. November 2015; abgerufen am 19. November 2015 (englisch).
- ↑ Massierte Luftschläge russischer Langstrecken-Bomber auf IS-Objekte in Syrien. In: de.sputniknews.com. Archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 18. November 2015; abgerufen am 17. November 2015.
- ↑ Russian Tu-22M3 Strategic Bomber Dropped 16 Precision Missiles on Kharkiv: Ukrainian MoD, defenseworld, 2. März 2022
- ↑ Russian Bombers Just Carpet-Bombed Mariupol, Forbes, 15. April 2022; Supersonic Russian jets drop dumb bombs on Mariupol steel plant, The Times
- ↑ Ukraine: Russland setzt Überschallbomber ein. In: Tagesschau.de. ARD, 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022.
- ↑ Таня Герасимова: Russian Invaders First Hit Mariupol From Long-Range Tu-22M3 Bombers – Motuzianyk. In: Ukrainian News. 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022 (englisch).
- ↑ Perild.com: Russia first hit Ukraine with Soviet X-22 missiles
- ↑ Defence-ua.com: Russians Use Obsolete Missiles to Launch Strikes on Ukraine
- ↑ Twitter.com – Massimo Frantarelli: The launch of two supersonic cruise missiles kh-22 from a long-range supersonic missile-carrying bomber Tu-22.
- ↑ Jérôme Brahy: Ukraine destroys valuable Tu-22M3 strategic bomber in drone strike on key Russian airbase. armyrecognition.com, 15. April 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (britisches Englisch).
- ↑ Dylan Malyasov: Russia Tu-22M3 bomber destroyed in drone attack. In: Defence Blog. Abgerufen am 20. August 2023 (englisch).
- ↑ Lea-Katharina Krause, dpa, Reuters, AFP: Krieg in der Ukraine: Ukraine meldet erstmals Abschuss von russischem Langstreckenbomber. In: Die Zeit. 19. April 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. April 2024]).
- ↑ Один член экипажа упавшего на Ставрополье самолета погиб. tass.ru, 19. April 2024, abgerufen am 19. April 2024 (russisch).
- ↑ Ukraine meldet Abschuss eines russischen Bombers – Russland spricht von "Fehlfunktion". 15. April 2024, abgerufen am 19. April 2024.
- ↑ Russische Truppen melden erneut Erfolge – Putin droht mit Reaktion auf US-Raketenstationierung in Deutschland. Frankfurter Rundschau, 28. Juli 2024, abgerufen am 28. Juli 2024.
- ↑ Sasha Vakulina: 'Operation Spiderweb’: How Ukraine destroyed over a third of Russian bombers. Euronews, 1. Juni 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Roman Pryhodko: Satellite Images Confirm Four More Tu-22M3 Bombers Destroyed at Belaya Air Base. NGO "MILITARNYI", 2. Juni 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (englisch).
- ↑ Jefim Gordon, Wladimir Rigmant: Tupolev Tu-22 „Blinder“, Tu-22M „Backfire“. Aerofax, 1998.
- ↑ Hyperschall-Quartett: Auch Langstreckenbomber bekommen Kinschal-Raketen de.sputniknews.com, 2. Juli 2018, archiviert am 3. Juli 2018, abgerufen am 18. April 2022.
- ↑ Russia sends hypersonic-armed fighter jets to Syria for naval drills: Report. 15. Februar 2022, abgerufen am 28. Februar 2022 (englisch).
- ↑ ТАСС: Хронология аварий и катастроф бомбардировщиков Ту-22М3. In: tass.ru. 19. April 2024, abgerufen am 16. August 2024 (russisch).
- ↑ Putins "Carrier Killer": Video zeigt Bruchlandung einer russischen Tu-22M3. stern.de, 27. Januar 2019, abgerufen am 1. März 2022.
- ↑ Kampfflugzeug Tu-22M3 stürzt bei Murmansk ab – Zwei Piloten tot. de.sputniknews.com, 22. Januar 2019, archiviert vom am 22. Januar 2019; abgerufen am 22. Januar 2019.
- ↑ Пресс-служба Министерства обороны РФ/ТАСС: Крушение бомбардировщика Ту-22М3 в Мурманской области. Главное. In: tass.ru. 22. Januar 2019, abgerufen am 22. Januar 2019 (russisch).
- ↑ Accident Tupolev Tu-22M3 , 22 Jan 2019. Aviation Safety Network, 22. Januar 2019, abgerufen am 22. Januar 2019 (englisch).
- ↑ Patrick Zwerger: Tupolew Tu-22M3: Schleudersitze lösen am Boden aus – drei Tote. Flug Revue, 24. März 2021, abgerufen am 1. März 2022.
- ↑ David Cenciotti: Ejection Seats Activation During Preflight Operations On Russian Tu-22M3 Bomber Kills Three Crew Members (Updated). In: theaviationist.com. 23. März 2021, abgerufen am 1. März 2022 (englisch).
- ↑ Accident Tupolev Tu-22M3 , 23 Mar 2021. Aviation Safety Network, 24. März 2021, abgerufen am 1. März 2022 (englisch).
- ↑ The Moscow Times: Russian Strategic Bomber Crashes in Siberia, Killing 1 Crew Member. 15. August 2024, abgerufen am 16. August 2024 (englisch).
- ↑ Accident Tupolev Tu-22M3 , Thursday 15 August 2024. Abgerufen am 16. August 2024.
- ↑ https://www.kommersant.ru/doc/762314
- ↑ Dylan Malyasov: Russian Tu-22M3 bomber crashes in Irkutsk region. Abgerufen am 2. April 2025 (englisch).









