Das Unternehmen wurde 2007 von Sandra Latußeck und Sönke Schulz in Hamburg[6] gegründet[7] und hat seit etwa 2023[8] seinen Sitz in Ahrensburg. Laut eigenen Angaben hat Tredition 2024 „mehr als 52 Tsd. neue Bücher veröffentlicht“, was im Vergleich zu 2023 einem „Wachstum von 37%“ entsprochen habe.[9]
Von den Geschäftsanteilen der Tredition GmbH halten (Stand: Juni 2026) die beiden Gründer, Sandra Latußeck und Sönke Schulz, je 39,5Prozent. Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) hält über ihre Medienbeteiligungsgesellschaft Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (ddvg) 9,9Prozent.[10] Bereits auf dem SPD-Bundesparteitag 2013 hob die damalige SPD-Bundesschatzmeisterin Barbara Hendricks in ihrem Finanzbericht 2011/2012 hervor, dass sich die Tredition GmbH „eine kontinuierlich positive Tendenz als selfpublisher mit einer hohen Reputation im Kundenstamm erarbeitet“ habe und somit neben der Beteiligung der ddvg an einigen weiteren vergleichbaren Unternehmen einen „Einstieg in digitale Geschäftsmodelle“ ermögliche.[11] Die weiteren Geschäftsanteile der Tredition GmbH verteilen sich auf drei weitere Gesellschafter.
Nach Angaben im Jahresabschluss 2024 handelt es sich bei dem Unternehmen um eine kleine Kapitalgesellschaft gemäß § 267 HGB.[1]
Kritik wegen der Publikation zahlreicher KI-generierter Fachbücher
Die Redaktion der Monumenta Germaniae Historica warnte im Januar 2025 auf ihrer Website vor mehreren Publikationen von Tredition, die sich mit Mittelaltergeschichte befassen. Ein Buch über Ludwig den Deutschen sei etwa eine „krude und unlogische Zusammensetzung teilweise sachlich falscher Textbausteine mit einem Fachvokabular, das kein Mediävist in dieser Weise […] anwenden würde, mit erfundenen historischen Personen...“ Insbesondere der vermeintlich wissenschaftliche Anstrich der Bücher wurde kritisiert. Die Präsidentin der Monumenta Germaniae Historica,Martina Hartmann, vermutet eine große Zahl bei Tredition veröffentlichter Werke, die sich gegenseitig zitieren und offenbar durch Künstliche Intelligenz entstanden.[12]
Im Februar 2025 wies der Kölner Historiker Sebastian Schlinkheider auf ein KI-generiertes Buch zur Kölner Stadtgeschichte hin, das bereits seinen Eingang in den Bibliothekskatalog der UB Köln gefunden hatte.[13] Kritisiert wurde auch, dass diese Bücher nicht entsprechend gekennzeichnet waren.[13] Schlinkheider plant, dies als Negativbeispiel zu nutzen, um mit den Studierenden über die Zitierfähigkeit von Texten aus der Forschungsliteratur zu diskutieren.[13]
Im Dezember 2025 veröffentlichte der Musikwissenschaftler Klaus Martin Kopitz eine Rezension über ein KI-generiertes Buch und meinte, dass deren Verkauf „im Grunde Betrug“ sei.[2.1] Er erstellte eine Liste von insgesamt 79 musikwissenschaftlichen Titeln von Tredition, die innerhalb weniger Wochen veröffentlicht wurden und ebenfalls Merkmale von KI aufweisen. So finden sich nirgendwo Informationen über die angeblichen Autoren, und sogar die Abbildungen auf den Buchcovern sind offensichtlich KI-generiert.[2.2]
Im April 2026 veröffentlichte Fachreferent Stephan Wünsche im Blog der Universitätsbibliothek Leipzig einen Beitrag darüber, wie viele Bibliotheken bereits dem Betrug mit den gefakten Fachbüchern aufgesessen sind.[2][14] Dieser Beitrag zog ein größeres mediales Echo nach sich,[5] in dessen Folge sich Sandra Latußeck als Geschäftsführerin am 8. Mai 2026 in eigener Sache äußerte: sie erklärte die Diagnose für zutreffend und versprach umfangreiche Gegenmaßnahmen. Die AGB des Unternehmens wurden dahingehend ergänzt, dass der Einsatz von KI von den Autoren deklariert werden muss. Die Firma plant, rückwirkend alle Bücher aus dem Vertrieb zu nehmen, die sich als überwiegend KI-generiert erweisen.[5][3] Stephan Wünsche zeigte sich „positiv beeindruckt“ davon, dass das Unternehmen die Problematik nicht nur zugegeben, sondern bereits „massive Gegenmaßnahmen“ ergriffen und, wie angekündigt, noch im Mai 2026 die KI-generierten Titel eines Nutzers von Tredition aus dem Angebot entfernt, aus den Bibliotheken zurückgerufen hat sowie die Käufer entschädigen will.[5]
Der Schaden, der durch solches Predatory Publishing entsteht, ist allerdings vielfältig und wirkt lange nach.[14]
Die beiden Gründer und Mehrheitsgesellschafter der Tredition GmbH, Sandra Latußeck und Sönke Schulz, haben am 7. Januar 2025 überdies die Cultural Assets GmbH mit Sitz in Ahrensburg gegründet.[15] Die Cultural Assets GmbH übernahm im Februar 2026 das Projekt Gutenberg-DE und gestaltete im Zuge der Übernahme die Website des Projekts neu.[16]