Trauer-Rosenkäfer
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Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Oxythyrea funesta | ||||||||||||
| (Poda, 1761) |
Der Trauer-Rosenkäfer (Oxythyrea funesta) ist ein Käfer aus der Unterfamilie der Rosenkäfer (Cetoniinae), der in ganz Europa, sowie Teilen von Nordafrika und Asien heimisch ist.[1]
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Käfer werden 8 bis 12 Millimeter lang. Ihr Körper ist glänzend schwarz gefärbt und hat neben einer struppigen, weißen Behaarung viele kleine weiße Flecken auf den Deckflügeln, dem Halsschild und der Unterseite des Körpers. Die sechs Flecken des Halsschildes verlaufen in zwei parallelen Längsreihen beidseits der Mitte des Halsschildes, an der eine Längsschwiele ausgebildet ist. Die Deckflügel besitzen fünf erhabene Längsstreifen. Bei älteren Exemplaren sind meist keine Haare zu finden, da diese mit der Zeit abgerieben werden.
Vorkommen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Tiere leben in Wärmegebieten, vor allem in Nordafrika und dem restlichen Mittelmeerraum, östlich bis Transkaukasien auf Steppenheiden und Kalkböden. Auch kommt die Art in der Nähe von Waldrändern und blütenreichen Wiesen vor. Ursprünglich waren Trauer-Rosenkäfer sehr selten nur in Südwestdeutschland zu finden, es gibt jedoch (vermutlich im Zuge der Klimaerwärmung) eine deutliche Verschiebung und zahlreiche Sichtungen im nördlichen Europa. Mittlerweile kann die Art regelmäßig z. B. in Bayern oder auch in Sachsen (mittlerweile bis hin nach Norddeutschland) beobachtet werden, stellenweise sogar häufig.[2] Mittlerweile werden Trauer-Rosenkäfer, auf GBIF[1], sowie auf iNaturalist[3], auch in Skandinavien, (z. B. Finnland, Schweden) und dem gesamten Baltikum beobachtet.
Lebensweise
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Die Imagines ernähren sich von Pollen, die Larven von Pflanzenwurzeln. Die Weibchen legen wenige Eier jeweils einzeln in den Boden ab. Die Larven werden bis zu 30 Millimeter lang. Vor dem Herbst schlüpfen die adulten Käfer, die aber auch bis zum nächsten Frühling in der Erde verbleiben können. Die Tiere fliegen von Mai bis Juli.
Gefährdung und Schutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In einigen Bundesländern, wie Bayern, war der Trauer-Rosenkäfer, kurz nach der Jahrtausendwende, noch selten und galt als stark gefährdet (Rote Liste Stand 2003).[4][5]
Neben den Käfern profitierten auch zahlreiche weitere Arten von punktuellen Schutzmaßnahmen, wie der Förderung naturnaher, extensiver Beweidungsformen, dem Schutz von Magerrasen, Binnendünen, Mooren und naturbelassenen Fließgewässern, sowie der Erhöhung des Alt- und Totholzanteils in naturnahen Waldgebieten. In Deutschland kann er aktuell als ungefährdet gelten.[2]
Die 2021 aktualisierte „Rote Liste der Blatthornkäfer Deutschlands“ verzeichnet den Trauer-Rosenkäfer als ungefährdet. Zudem wird die wärmeliebende Art zu den "Gewinnern des Klimawandels" gezählt.[6][2]
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Oxythyrea, wurde erstmals 1848 von Étienne Mulsant beschrieben und umfasst laut GBIF 20 verschiedene Käferarten (Stand: Mai 2026).[7]
Der Trauer-Rosenkäfer ist die mit Abstand am häufigsten beobachtete Art, während von den übrigen Oxythyreaspezies nur folgende über 100 Mal (auf GBIF) dokumentiert wurden;
- Oxythyrea cinctella (nicht in Mitteleuropa heimisch)[8]
- Oxythyrea noemi (Nördliches Afrika)[9]
- Oxythyrea (Oxythyrea) pantherina (Nördliches Afrika)[10]
- Oxythyrea testaceoguttata (Afrika)[11]
Darüber hinaus besteht optisch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem ZottigenRosenkäfer (Tropinota hirta), der ebenfalls in Europa vorkommt, jedoch deutlich stärker behaart ist.
Belege
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Oxythyrea funesta (Poda, 1761). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
- 1 2 3 Trauer-Rosenkäfer beim Rote Liste Zentrum
- ↑ Trauer-Rosenkäfer Oxythyrea funesta. iNaturalist, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Bundesamt für Naturschutz (Hrsg.): Rote Liste gefährdeter Tiere Deutschlands. Landwirtschaftsverlag, Münster 1998, ISBN 978-3-896-24110-8
- ↑ Rote Liste gefährdeter Blatthornkäfer (Coleoptera: Lamellicornia) Bayerns. (PDF; 54 kB) Bayer. Landesamt f. Umweltschutz, abgerufen am 20. April 2019.
- ↑ Vom Verlierer zum Gewinner. Wenn die Käfer Trauer tragen. Rote-Liste-Zentrum, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Oxythyrea Mulsant, 1842. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Oxythyrea cinctella (Schaum, 1841). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Oxythyrea noemi Reiche & Saulcy, 1856. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Oxythyrea (Oxythyrea) pantherina (Gory & Percheron, 1833). Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
- ↑ Oxythyrea testaceoguttata Blanchard, 1850. Global Biodiversity Information Facility, abgerufen am 27. Mai 2026
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Karl Wilhelm Harde, Frantisek Severa und Edwin Möhn: Der Kosmos Käferführer: Die mitteleuropäischen Käfer. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co KG, Stuttgart 2000, ISBN 3-440-06959-1
- Edmund Reitter: Fauna Germanica – Die Käfer des Deutschen Reiches. Band 2 S. 343, K. G. Lutz, Stuttgart 1909
- Edmund Reitter: Fauna Germanica – Die Käfer des Deutschen Reiches. 5 Bände, Stuttgart K. G. Lutz 1908–1916, Digitale Bibliothek Band 134, Directmedia Publishing GmbH, Berlin 2006, ISBN 3-898-53534-7
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- www.insektenbox.de
- Oxythyrea funesta bei Fauna Europaea. Archiviert vom Original im Internet Archive.