Thomas Putensen
Thomas Putensen (* 4. Dezember 1959 in Rostock) ist ein deutscher Schauspieler, Pianist, Komponist und Sänger.[1][2] Bekannt wurde er vor allem durch die Hauptrolle des Ali in der DEFA-Komödie Ete und Ali, die am 31. Mai 1985 uraufgeführt wurde.[3] Der Film erhielt 1986 beim Filmfestival Max Ophüls Preis den Preis der INTERFILM-Jury.[4]
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Frühe Jahre
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Putensen wuchs in Greifswald auf, wo er die POS „Erwin Fischer“ besuchte. Dort wirkte er im Malzirkel und der Singegruppe der Schule mit. Nach dem Schulabschluss begann er 1976 eine Tischlerlehre auf der Insel Riems. 1979 wechselte er in die musikalische Sparte des Theaters Greifswald, wo er Theatermusiken komponierte.[1] Später war er als Korrepetitor an der Staatlichen Ballettschule in Berlin tätig und komponierte Filmmusiken.
Film
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einem breiteren Publikum wurde Putensen mit Peter Kahanes DEFA-Komödie Ete und Ali bekannt, in der er an der Seite von Jörg Schüttauf die Hauptrolle des Ali spielte.[3] In den folgenden Jahren wirkte er in weiteren Film- und Fernsehproduktionen mit, darunter Rabenvater (1986), Liane (1987), Kai aus der Kiste (1988), Grüne Hochzeit (1989) und Der Drache Daniel (1990).[5][6] Nach der Wiedervereinigung spielte er unter anderem in Das Land hinter dem Regenbogen (1992), Cosimas Lexikon (1992) und Fernes Land Pa-isch (1994).[5]
2009 übernahm er in Andreas Dresens Tragikomödie Whisky mit Wodka die Rolle des Holger.[5] Auch in späteren Fernsehproduktionen war er als Darsteller zu sehen, so in Willkommen auf dem Land (2013) und Große Fische, kleine Fische (2015).[6][7]
Musik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In den 1990er Jahren trat Putensen in der ZDF-Sendung Wetten, dass..? auf, wo er ein Klavier auf die Bühne trug und anschließend Bach spielte.[8][9]
Er gründete die Soirée-Session-Band, mit der er DDR-Pionierlieder aufnahm, und 1999 die Panzerkreuzer-Putensen-Band. Seit 2008 leitet er das Putensen Beat Ensemble, zu dem in wechselnder Zusammensetzung auch Anett Kölpin, Angelika Weiz, Günther Fischer und Georgi Gogow gehören. Das Ensemble führt vor allem Songs von Manfred Krug und Günther Fischer aus den 1970er Jahren auf.[10] Die CD Broken Heart auf Kaffeefahrt (2009) entstand in Zusammenarbeit mit dem Texter Ed Stuhler.[9]
Im Rahmen der Hommage an Manfred Krug trat Putensen als Sänger neben Uschi Brüning, Charles Brauer und Fanny Krug mit der Manfred Krug Band auf. Das 2018 in Leipzig aufgezeichnete Konzert erschien 2019 als DVD.[11]
Putensen komponierte ein Klavierkonzert in g-Moll, das 2024 vom Philharmonischen Kammerorchester Wernigerode uraufgeführt wurde.[12]
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die folgende Auswahl folgt den Filmografien bei filmportal.de, der DEFA-Stiftung und fernsehserien.de.[5][6]
- 1985: Ete und Ali – Regie: Peter Kahane[3]
- 1986: Rabenvater – Regie: Karl-Heinz Heymann[13]
- 1987: Jan Oppen – Regie: Karola Hattop[6]
- 1987: Liane – Regie: Erwin Stranka[14]
- 1988: Kai aus der Kiste – Regie: Günter Meyer[6]
- 1989: Grüne Hochzeit – Regie: Herrmann Zschoche[6]
- 1989: Zum Teufel mit Harbolla – Regie: Bodo Fürneisen[6]
- 1990: Der Drache Daniel – Regie: Hans Kratzert[6]
- 1992: Das Land hinter dem Regenbogen – Regie: Herwig Kipping[5]
- 1992: Cosimas Lexikon – Regie: Peter Kahane[6]
- 1994: Fernes Land Pa-isch – Regie: Rainer Simon[5]
- 2009: Whisky mit Wodka – Regie: Andreas Dresen[5]
- 2013: Willkommen auf dem Land – Regie: Tim Trageser[15]
- 2015: Große Fische, kleine Fische – Regie: Jochen Alexander Freydank[7]
Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pionierlieder
- Trink doch mal Kakaomilch
- Der Brief
- Schwanensee Rockballett
- Nordwind
- Brief 2
- Wilde Etüden – zarte Gesänge
- Broken Heart auf Kaffeefahrt
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Literatur über Thomas Putensen in der Landesbibliographie MV
- Offizielle Website
- Werke von und über Thomas Putensen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Thomas Putensen bei IMDb
- Thomas Putensen bei filmportal.de
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Thomas Putensen. In: Jazztage Dresden. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ DNB, Katalog der Deutschen Nationalbibliothek: Thomas Putensen. In: Deutsche Nationalbibliothek. Abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 3 Ete und Ali. In: DEFA-Stiftung. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Frank-Burkhard Habel: Das große Lexikon der DEFA-Spielfilme. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2000, ISBN 3-89602-349-7, S. 146–147.
- 1 2 3 4 5 6 7 Thomas Putensen. In: filmportal.de. Abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Filmografie Thomas Putensen. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 Große Fische, kleine Fische. In: TV Spielfilm. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Ihre schönsten Rollen und Auftritte: Thomas Putensen und Jörg Schüttauf. In: Ostsee-Zeitung. 10. November 2019, abgerufen am 7. April 2026.
- 1 2 Thomas Putensen. In: Deutsche Mugge. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Musiken. In: thomasputensen.de. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Filme und aufgenommene Konzerte. In: Uschi Brüning. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Putensen & Gogow x PKOW. In: Philharmonisches Kammerorchester Wernigerode. 15. Juni 2024, abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Rabenvater. In: DEFA-Stiftung. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ DEFA-Chronik 1987. In: DEFA-Stiftung. Abgerufen am 7. April 2026.
- ↑ Willkommen auf dem Land. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 7. April 2026.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Putensen, Thomas |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Pianist, Komponist und Sänger |
| GEBURTSDATUM | 4. Dezember 1959 |
| GEBURTSORT | Rostock |