Theognetos
Theognetos (altgriechisch Θεόγνητος Theógnētos) war ein attischer Dichter der Neuen Komödie wohl des 3. Jahrhunderts v. Chr.
Laut Suda,[1] die ihre Informationen anscheinend nur aus Athenaios bezieht, verfasste er drei Komödien:
- Das Gespenst oder Der Geizhals (Φάσμα ἢ Φιλάργυρος Phásma ē Philágyros)
- Der seinen Herrn liebt (Φιλοδέσποτος Philodéspotos)
- Kentauros (Κένταυρος Kéntauros)
Bei Athenaios werden von Theognetos lediglich Das Gespenst oder Der Geizhals[2] und Der seinen Herrn liebt[3] zitiert. Für den Kentauros wird angenommen, dass die Suda hier Theognetos mit dem Dithyrambiker Theodoridas verwechselt,[4] für den Athenaios einen Kentauros überliefert.[5]
In Das Gespenst oder Der Geizhals beklagt ein Mann, dass ein böser Dämon ihm einen Philosophen zum Begleiter gegeben habe, zudem auch noch einen aus der Stoa. Der Philosoph, wohl noch ein junger Mann, der sein Studium der Philosophie noch nicht lange betreiben kann, ist ganz erfüllt von den Phrasen, die er dort vernommen hat – belanglose Argumente aus der Poikilischen Stoa:
„O Mensch, mit alldem bringst Du mich um! Dein Leiden ist, du hast dich vollgemästet mit Redensarten unsrer Stoiker. „Uneigen ist dem Menschen Reichtum, Ruf, die Weisheit eigen, Eiskristall. Wer die besitzt, verliert sie nie.“ Ich Unglückswurm, das Los band mich an diesen Philosophen! Linksrum gelernt hast du die Schrift, du Narr, dein Leben haben umgestülpt die Bücher. Philosophiert hast Du vor Erd und Himmel, die sich aus deinen Reden gar nichts machen.“
In Der seinen Herrn liebt erwähnt er einen Schmarotzer namens Pantaleon, über den bereits Chrysippos geschrieben hatte.[7] Die Lebenszeit des Theognetos kann daher nicht vor dem 3. Jahrhundert v. Chr. angesetzt werden, was ihn zu einem jüngeren Vertreter der Neuen Komödie macht.
Ausgabe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Kassel, Colin Austin (Hrsg.): Poetae Comici Graeci. Band 7: Menecrates – Xenophon. De Gruyter, Berlin/New York 1989, ISBN 3-11-012035-6, S. 696–698.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alfred Körte: Theognetos 3. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band V A,2, Stuttgart 1934, Sp. 1971 (Digitalisat).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Theognetos auf theatrum.de – Website der Direktion Landesarchäologie Mainz
Anmerkungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Suda, Stichwort Θεόγνητος, Adler-Nummer: theta 135, Suda-Online.
- ↑ Athenaios, Gastmahl der Gelehrten 3,104b.
- ↑ Athenaios, Gastmahl der Gelehrten 14,616a.
- ↑ So Alfred Körte: Theognetos 3. In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band V A,2, Stuttgart 1934, Sp. 1971. Siehe aber Rudolf Kassel, Colin Austin (Hrsg.): Poetae Comici Graeci. Band 3,2: Aristophanes. Testimonia et fragmenta. De Gruyter, Berlin/New York 1984, S. 159, die Theognetos unter den Autoren aufführen, für die ein Kentauros überliefert ist.
- ↑ Athenaios, Gastmahl der Gelehrten 15,699f.
- ↑ Übersetzung nach Ursula und Kurt Treu: Das Gelehrtenmahl. 2. Auflage, Dieterich, Leipzig 1987, ISBN 3-7350-0029-0, S. 45.
- ↑ Hans von Arnim: Stoicorum Veterum Fragmenta. Band 3. Teubner, Leipzig 1903, S. 199 (Digitalisat).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Theognetos |
| ALTERNATIVNAMEN | Θεόγνητος (griechisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | griechischer Komödiendichter der Neuen Komödie |
| GEBURTSDATUM | 3. Jahrhundert v. Chr. |
| STERBEDATUM | 3. Jahrhundert v. Chr. |