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Theodor Alphons

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Theodor Alphons (* 28. Oktober 1860 in Krakau; † 2. September 1897 in Graz) war ein österreichischer Maler und Radierer.

Theodor Alphons stammte aus einer Familie aus der Steiermark. Er lebte ab dem Alter von sieben Jahren in Graz. Dort besuchte er die Realschule und begann danach eine technische Ausbildung. Ab 1879 studierte er an der Wiener Akademie der bildenden Künste, wo ihn Eduard Peithner von Lichtenfels in Landschaftsmalerei und Johannes Sonnenleiter in Kupferstich unterrichtete.[1] Alphons war Mitglied und zeitweilig Senior der Verbindung deutscher Kunstakademiker Athenaia,[2] einer deutschnationalen und schlagenden Studentenverbindung an der Kunstakademie. Ab 1885 lernte er bei William Unger an der Kunstgewerbeschule des k.k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie das Fach Radierung. Er galt als einer von dessen besten Schülern[1] und suppllierte Unger zeitweilig an der Kunstgewerbeschule.[3]

Alphons wurde 1893 in die Genossenschaft der bildenden Künstler Wiens aufgenommen und war ab 1894 Mitglied von deren Aquarellisten-Club.[4] Er nahm an den meisten großen Ausstellungen der Genossenschaft im Künstlerhaus Wien teil.[3] Bereits während seiner Zeit in Wien musste er sich wegen einem „schweren Nervenleiden“ in eine Privatheilanstalt begeben. Nach einer Besserung seines Zustands lebte er einige Zeit zunächst in Tirol, dann in Venedig.[3] Im Sommer 1895 übersiedelte er wieder nach Graz.[5] Er erhielt noch im selben Jahr die Konzession zur Errichtung einer Zeichen- und Malschule in der Stadt.[6] Während einer Studienreise nach Nürnberg 1896 verschlechterte sich sein psychischer Zustand. Er wurde für mehrere Monate in die Irrenanstalt zu Feldhof bei Graz aufgenommen, bis er scheinbar geheilt entlassen wurde.[1]

Theodor Alphons war mit Zoe Alphons verheiratet, die sich als Malerin von Stillleben betätigte.[7] Seine Frau hatte zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe.[3] In einem psychisch angeschlagenen Zustand stürzte sich Theodor Alphons am 2. September 1897 um 3 Uhr morgens aus dem dritten Stock seiner Wohnung in der Grazer Brandhofgasse in den Tod. Dem war ein heftiger Kampf mit seiner Ehefrau vorangegangen, die ihn am Selbstmord hindern wollte.[8]

Theodor Alphons wurde auf dem Friedhof St. Leonhard in Graz begraben. Ihm war 1897 eine Gedächtnisausstellung im Künstlerhaus Wien gewidmet. Sein künstlerischer Nachlass wurde Anfang 1898 durch Hugo Othmar Miethke im Künstlerhaus Wien versteigert.[4]

Kurze Rast, Radierung von Theodor Alphons

Als Maler betätigte sich Theodor Alphons in erster Linie als Aquarellist, seltener in der Ölmalerei. Er schuf Aquarelle mit Ansichten aus Nürnberg, Salzburg, Venedig und Wien sowie aus Böhmen, Niederösterreich, dem Salzkammergut und der Steiermark. Dabei stand er in der Tradition der alten Wiener Aquarellistenschule von Jakob Alt, Franz Alt, Rudolf von Alt und Thomas Ender.[1]

Theodor Alphons galt als einer der besten österreichischen Kupferstecher seiner Zeit.[3] Dies betraf vor allem seine Reproduktionen von Gemälden von Künstlern wie Franz Defregger, Ludwig Passini, August von Pettenkofen, Franz Rumpler, Emil Jakob Schindler und Aert van der Neer.[1] Seine Original-Radierungen zeichneten sich durch Wärme und Zartheit des Tons aus.[3]

Commons: Theodor Alphons – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 Gustav Glück: Alphons, Theodor. In: Anton Bettelheim (Hrsg.): Biographisches Jahrbuch und Deutscher Nekrolog. II. Band. Georg Reimer, Berlin 1898, S. 189–190 (archive.org [abgerufen am 2. August 2026]).
  2. ↑ Eröffnungscommers der „Athenaia“. In: Die Presse, 21. Oktober 1883, S. 14 (online bei ANNO).
  3. 1 2 3 4 5 6 Das Ende eines Künstlers. In: Neue Freie Presse, 3. September 1897, S. 4 (online bei ANNO).
  4. 1 2 Wladimir Aichelburg: Mitglieder-Gesamtverzeichnis. In: 150 Jahre Künstlerhaus Wien 1861–2011. Abgerufen am 2. August 2026.
  5. ↑ Vom Maler Theodor Alphons. In: Grazer Tagblatt. Abend-Ausgabe, 30. Jänner 1896, S. 14 (online bei ANNO).
  6. ↑ Vom k. k. steiermärkischen Landes-Schulrathe. In: Grazer Volksblatt, 27. Oktober 1895, S. 10 (online bei ANNO).
  7. ↑ Felix Czeike (Hrsg.): Alphons Theodor. In: Historisches Lexikon Wien. Band 1, Kremayr & Scheriau, Wien 1992, ISBN 3-218-00543-4, S. 56 (Digitalisat).
  8. ↑ Selbstmord eines Malers. In: Neues Wiener Abendblatt. Abend-Ausgabe des „Neuen Wiener Tagblatt“, 2. September 1897, S. 27 (online bei ANNO).