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Theoderich von Fleury

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Die Identität dieses Autors wird in der Forschung unter verschiedenen Wirkungsstätten diskutiert. Bitte Änderungen an den Lebensdaten nur mit Bezug auf aktuelle mediävistische Fachliteratur (z. B. Hoffmann 2015) vornehmen.

Theoderich von Fleury (auch Theodericus Floriacensis, Theoderich von Hersfeld, Theoderich von Amorbach oder Theoderich von St. Eucharius; * ca. 950/960; † nach 1023) war ein hochmittelalterlicher Benediktinermönch, Chronist und Gelehrter. Er wirkte als wandernder Intellektueller in mehreren bedeutenden Abteien des west- und ostfränkischen Raumes und gilt als wichtiges Bindeglied beim Transfer von Klosterreformen an der Jahrtausendwende[1].

Leben und Identitätsdiskussion

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Über die Herkunft Theoderichs gibt es keine direkten zeitgenössischen Zeugnisse; die moderne Forschung geht jedoch aufgrund seiner Sprachkenntnisse und Wirkungsstätten von einer Herkunft aus dem ostfränkischen (deutschen) Raum aus. In seiner Jugend hielt er sich mutmaßlich zeitweise in Salzburg auf.[2]

Als junger Mönch trat er in das westfränkische Reformkloster Fleury an der Loire ein, das zu dieser Zeit ein europäisches Zentrum der Gelehrsamkeit war. Später kehrte er in das ostfränkisch-deutsche Reich zurück, wo er ein mobiles Gelehrtenleben führte. Seine nachgewiesenen Stationen umfassten die Reichsabtei Hersfeld, das Kloster St. Alban vor Mainz sowie die Abtei Amorbach im Odenwald.

In der jüngeren geschichtswissenschaftlichen Forschung (insbesondere durch Hartmut Hoffmann, 2015) wird Theoderich zudem mit dem Schulmeister Theoderich des Benediktinerklosters St. Eucharius (St. Matthias) in Trier identifiziert, der dort im Jahr 1006 eintrat[3]. Ältere Zuschreibungen aus der Forschung (u. a. von Mechthild Rathsack und Heinz Thomas), die ihn mit Urkundenfälschungen in Trier in Verbindung brachten, gelten in der modernen Mediävistik als widerlegt[4].

Literarisches Werk und Bedeutung

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Theoderichs Schriften zeugen von einer tiefen Kenntnis der Liturgie, Kirchenpolitik und Exegese. Seine Hauptwerke sind:

  • Illatio beati Benedicti Floriacum (auch Liber de illatione redituque corporis S. Benedicti): Eine historiographische Schrift über die Übertragung und den Rückhalt der Reliquien des heiligen Benedikt von Nursia im Kloster Fleury. Das Werk entstand schätzungsweise zwischen 1011 und 1019. Es liefert wichtige Einblicke in das Selbstverständnis der Mönche von Fleury am Ende des 9. und beginnenden 10. Jahrhunderts, enthält aus moderner Sicht jedoch auch historische Ungenauigkeiten.
  • Libelli de consuetudinibus et statutis monasterii Floriacensis: Eine detaillierte Aufzeichnung der klösterlichen Gewohnheiten (Consuetudines) aus Fleury. Theoderich übersandte diese Schrift an Richard von Amorbach (der ab 1018 auch Abt der Reichsabtei Fulda war). Diese Aufzeichnungen dienten Richard als maßgebliche Quelle für den Ordo Amerbacensis, welcher die monastischen Reformen im hessisch-fränkischen Raum maßgeblich vorantrieb.
  • Commentarius in epistolas catholicas: Ein umfassender theologischer Kommentar zu den Katholischen Briefen des Neuen Testaments.

Namensvarianten

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Aufgrund seiner wechselnden Wirkungsstätten wird Theoderich in mittelalterlichen Handschriften und modernen Bibliothekskatalogen unter verschiedenen Namen geführt:

  • Theodericus Floriacensis (bevorzugter Name in der Philosophie- und Liturgiegeschichte)
  • Theodericus Amorbacensis
  • Dietrich von Amorbach
  • Theodericus Hersfeldensis Monachus
  • Theodorich, von Hersfeld
  • Theodericus Sancti Albani Monachus
  • Theodorich, von Sankt Alban
  • Theodericus, Trevirensis
  • Theodericus, von Trier
  • Teodorico, di Fleury-sur-Loire

Quellen und Literatur

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  • Max Manitius: Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters. Band 2: Von der Mitte des zehnten Jahrhunderts bis zum Ausbruch des Kampfes zwischen Kirche und Staat. C. H. Beck, München 1923 (gibt den älteren Forschungsstand wieder).
  • Hartmut Hoffmann: Mönchsschrift und Buchmalerei in Trier und Echternach vom 9. bis zum 11. Jahrhundert. 2 Bände, Jan Thorbecke Verlag, Sigmaringen 2015, ISBN 978-3-7995-4369-0 (Grundlegend zur Identitätsfeststellung mit Trier).
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Einzelnachweise

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  1. Vgl. Hartmut Hoffmann: Theoderich von Fleury/Amorbach/Trier. In: Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters (DA) Band 71, Heft 2, 2015
  2. Vgl. Christian Orth: „Si ad plenum apostolica verba nequaquam valeam explanare“. Der Kommentar des Theoderich von Fleury zu den katholischen Briefen. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung (MIÖG). Band 130, Heft 2, 2022
  3. Vgl. Hartmut Hoffmann: Mönchsschrift und Buchmalerei in Trier und Echternach vom 9. bis zum 11. Jahrhundert. Sigmaringen 2015, S. 120–135.
  4. Vgl. Hartmut Hoffmann: Mönchsschrift und Buchmalerei in Trier und Echternach vom 9. bis zum 11. Jahrhundert. Band 1, Sigmaringen 2015