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Tauchgasometer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Tauchgasometer im Landschaftspark Duisburg
Infotafel an der Außenseite des Gasometers

Der Tauchgasometer ist ein ehemaliger Gasometer auf dem Gelände des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Aufgrund der genieteten Konstruktion und des frühen Baujahres besitzt der Gasometer einen hohen Wert als technisches Denkmal.[1]

Der Tauchgasometer ist 13 m tief, hat einen Durchmesser von 45 m und ist mit rund 21 Millionen Litern Süßwasser gefüllt. Da es sich um einen geschlossenen und überdachten Raum handelt, gibt es im Gasometer kaum natürliches Licht, weswegen er für den Tauchbetrieb über und unter Wasser entsprechend beleuchtet werden kann. Er ist nicht beheizt, so dass sich die Wassertemperaturen ähnlich denen natürlicher Seen verhalten, was im Winter einstellige Temperaturen um die 5 °C bedeuten kann.[2] Im Sommer erwärmt sich das Wasser durch die Sonneneinstrahlung und kann laut Betreiber Temperaturen bis zu 27 °C erreichen.[3] Aufgrund von Tiefe, Temperatur und Lichtverhältnissen können Tauchgänge im Rahmen der Tauchausbildung als Freiwassertauchgänge anerkannt werden, obwohl es sich faktisch um ein Indoor-Becken handelt.[4] Der Tauchgasometer wird aktuell kommerziell von der Firma TauchRevierGasometer betrieben. Die eigentliche Erschließung sowie der Umbau wurden jedoch vom Tauchverein Taucher im Nordpark Duisburg e. V. durchgeführt, die den Tauchgasometer auch in ihrem Vereinslogo verewigt haben und ihn nach wie vor unentgeltlich betauchen dürfen.[5]

Der heutige Tauchgasometer wurde ursprünglich um 1902 als Niederdruck-Gasbehälter für die Zeche Prinz Regent in Bochum-Wiemelhausen errichtet. Im Zuge von Kapazitätsanpassungen erwarb die Aktiengesellschaft für Hüttenbetrieb (ein Thyssen-Unternehmen) das Bauwerk im Jahr 1920. Die gesamte Stahlkonstruktion wurde am ursprünglichen Standort demontiert und auf dem Gelände des Hüttenwerks in Duisburg-Meiderich als Speicher für Gichtgas wieder aufgebaut.[6]

Nach der Stilllegung des Gasometers im Landschaftspark Duisburg-Nord begann Mitte der 1990er Jahre eine umfassende Umnutzung des Bauwerks. Zunächst wurde das im Inneren angesammelte Regenwasser abgepumpt und der Behälter grundlegend gereinigt. Im Zuge dieser Arbeiten entfernte man erhebliche Mengen an Ablagerungen und Ballastmaterial.

Im weiteren Verlauf wurde das Innere des Gasometers gezielt für den Tauchsport ausgestaltet. Dazu brachte man verschiedene Objekte ein, darunter ein Schiffswrack, ein Kleinflugzeug sowie mehrere Fahrzeuge, die als Übungs- und Orientierungsstrukturen dienen. Ergänzt wurden diese durch künstlich geschaffene Elemente wie ein Riff sowie weitere Trainingsinstallationen.

Eine zentrale bauliche Maßnahme erfolgte im August 1997 mit dem Anheben des etwa 260 Tonnen schweren Glockendeckels, der anschließend dauerhaft oberhalb des vorgesehenen Wasserspiegels fixiert wurde. Dies schuf die Voraussetzung für die spätere Nutzung als geflutetes Tauchbecken. In der Folge wurden Ein- und Ausstiegsbereiche, Plattformen für Ausbildungszwecke sowie Beleuchtungsanlagen installiert. Zudem entstand ein umlaufender Steg, der sowohl als Rettungsweg als auch als Besucherplattform genutzt wird.

Zur Vorbereitung der Flutung brachte man mehrere hundert Tonnen Kies als Untergrund ein. Im Herbst 1998 wurde der Gasometer innerhalb weniger Wochen mit rund 21 Millionen Litern Wasser gefüllt. Kurz darauf begannen die ersten Tauchgänge. In den folgenden Jahren entwickelte sich die Anlage zu einem der größten Indoor-Tauchbecken Europas.[7]

Im Jahr 2005 wurde der Tauchbetrieb infolge eines Insolvenzantrags eingestellt, wodurch die weitere Nutzung des Tauchgasometers zunächst ungewiss blieb. Im Frühjahr 2006 übernahm der frühere Tauchlehrer und langjährige Mitarbeiter des Gasometer-Teams, Christian Patzak, die Leitung der zu diesem Zeitpunkt stillgelegten Anlage. Nach anschließenden Umbau- und Instandsetzungsmaßnahmen wurde der öffentliche Tauchbetrieb im Jahr 2007 wieder aufgenommen.[8]

Ergänzt wurden die Attraktionen 2016 durch den Rumpf eines Turboprop-Passagierflugzeugs, der mit einem Spezialkran in einer aufwändigen Aktion im Gasometer versenkt wurde.[9]

Der Gasometer dient neben Freizeitzwecken der Ausbildung von Sporttauchern sowie für Trainings- und Übungszwecke von Organisationen wie Feuerwehr und Rettungsdiensten.[10]

Einzelnachweise

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  1. Gasometer // QR-Code Rundgangseiten | Landschaftspark Duisburg-Nord. Abgerufen am 30. März 2026.
  2. divelogs - Online Logbücher für Taucher. Abgerufen am 30. März 2026.
  3. Größtes Indoor Tauchbecken Europa’s TauchRevierGasometer - Der Gasometer. Abgerufen am 30. März 2026.
  4. Größtes Indoor Tauchbecken Europa’s TauchRevierGasometer - Der Gasometer. Abgerufen am 30. März 2026.
  5. TiND - Der Gasometer. Taucher im Nordpark Duisburg e. V., 2025, abgerufen am 30. März 2026.
  6. https://www.duisburglive.de/ort/gasometer-im-landschaftspark-duisburg-nord/
  7. Größtes Indoor Tauchbecken Europas TauchRevierGasometer – Startseite. Abgerufen am 30. März 2026.
  8. Pierre Jaquet: Tauchgasometer im Landschaftspark Duisburg-Nord. In: Ruhr-Guide. 4. Dezember 2015, abgerufen am 30. März 2026.
  9. Thomas Richter: Flugzeugrumpf ist neue Attraktion im Tauchgasometer Duisburg. 7. Januar 2016, abgerufen am 30. März 2026.
  10. Instagram. Abgerufen am 30. März 2026.

Koordinaten: 51° 28′ 52″ N,  46′ 58,1″ O