Leuchtturm Tankar
| Leuchtturm Tankar Tankarin majakka, Tankars fyr | ||
|---|---|---|
| Ort: | ||
| Lage: | mitten auf nördlichem Teil der Felsinsel | |
| Geographische Lage: | 63° 56′ 59,7″ N, 22° 50′ 47,5″ O Seekarte | |
| Fahrwasser: | Bottnischer Meerbusen, Bottenwiek | |
|
| ||
| Höhe Turmbasis: | 11 m | |
| Turmhöhe: | 29,6 m (97,1 ft) | |
| Feuerhöhe: | 37,8 m (124 ft) | |
| Bauart: | runder konischer Eisenturm | |
| Bauform: | steinerner Turmfuß, Schaft mit Galerie und Laterne | |
| Tageslicht- Markierung: |
roter Turm, weißes Band in der Mitte, Laternenhaus mit grünem Dach | |
| Kennung: | Fl.W.3.5s | |
| Sektorenfeuer: | 0.0° – 360.0° | |
| Nenntragweite weiß: | 17.5 sm (32,4 km) | |
| Optik: | Fresnellinse | |
| Betriebsart: | 1961 Elektrifiziert | |
| Funktion: | Leitfeuer | |
| Bauzeit: | 1888–1889[1] | |
| Betriebszeit: | Oktober 1889 | |
| Listeneinträge | ||
| UKHO: | C 4200[2] | |
| NGA: | 18224 | |
| ARLHS: | FIN-065 | |
| SU: | 9064 | |
| Q11896364 | ||
Der Leuchtturm Tankar (finnisch Tankarin majakka, schwedisch Tankars fyr) wurde am 15. Oktober 1889 in Betrieb genommen und wies seither Seeleuten den Weg zum 15 Kilometer entfernten Kokkola, ehemals mit Hafen, doch inzwischen aufgrund des steigenden Festlandes nicht mehr direkt mit dem Meer verbunden.
Lage der Insel
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Leuchtturminsel Tankar befindet sich an der Nordwestküste Finnlands, liegt unweit von der Hafenstadt Kokkola in den Schären und ist gleichzeitig eine Lotsenstation.[3] Auf der Insel gibt es neben dem Leuchtturm eine Fischerkapelle, das Robbenjagdmuseum, Naturpfade, das Sommerrestaurant und viele Übernachtungsmöglichkeiten.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Vorläufer, ein steinernes Seezeichen, ist im Gelände der Leuchtturmsiedlung erhalten geblieben. Zahlreiche Steine des Seezeichens dienten als Fundament für den Bau des Leuchtturms. Besucher der Insel Tankar haben ihren Beitrag zu den heutigen Abmessungen des Seezeichens geleistet. Der Brauch besagte, dass man bei seinem ersten Besuch auf der Insel einen möglichst großen Stein vom Ufer zum Hügel tragen musste.
Seit etwa 1750 befindet sich auf Tankar ein Seezeichen, finanziert von den Bürgern und Reedern von Kokkola. Auf diesem etwa 3,5 Meter hohen Steinzeichen war ein Fass an einem etwa 6 Meter langen Pfahl befestigt. 1825 wurde neben dem Steinzeichen ein hölzernes Leuchtfeuer errichtet. Es war rot gestrichen, hatte die Form einer Pyramide mit abgeschnittener Spitze und trug an beiden Enden des Dachfirsts einen Pfahl mit einem Fass als Hauptmarkierung.
Im Jahr 1849 übernahm der finnische Staat die Lotsentätigkeiten, als ein Lotsenbezirk für den Bottnischen Meerbusen eingerichtet wurde, und stellte die umliegenden Leuchtfeuerwärter-Wohn- und -Dienstgebäude fertig. Bereits 1854 sollte der Turm in einen steinernen Leuchtturm mit einem Laternenhaus und einem optischen Lichtapparat mit Spiegelreflektor umgebaut werden.
Leuchtturm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Geschichte des alten Leuchtturms von Tankar birgt noch immer Lücken. Es gibt verschiedene Versionen über den Erbauer und die Bauweise des Leuchtturms.
Einigen Quellen zufolge wurde der Leuchtapparat von Henry-Lepaute et Cie in Frankreich hergestellt.[4]
Der 1888 bis 1889 erbaute 29,6 m hohe Leuchtturm wurde durch die in Helsinki ansässige Osberg-Maschinenbau aus vorgefertigten Teilen zusammengesetzt. Hersteller dieser Teile war Carl Stemming & Co. in Danzig.[5]
Die Lichtquelle wurde früher mit Öl betrieben. Das Leuchtöl war über eine Wendeltreppe mit 122 Stufen in den Leuchtraum hinaufzutragen. Die Drehvorrichtung des Linsenprismas musste manuell aufgezogen werden.
Im Jahr 1903 wurde ein motorbetriebener elektrischer Generator installiert und eine mechanische Nebelsignalanlage errichtet. Zusätzlich wurde alle 10 Minuten ein Signal mit einem lauten Signalgerät im dichten Nebel gegeben.
1961 wurde ein Stromkabel vom Festland zur Insel verlegt und der Leuchtturm wurde auf elektrischen Betrieb umgestellt, wodurch sich auch die Reichweite des Leuchtfeuers erheblich erhöhte.
Von 1889 bis 1975 gab es den bemannten Dienst mit Leuchtturmwärtern und 1975 wurde auf der Insel wieder eine Lotsenstation errichtet.
Besichtigung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Insel Tankar von Oben
Link zum Bild (der Link führt zu einer Seite außerhalb der Wikipedia)
Das Bauensemble ist eine touristische Attraktion.
Der Leuchtturm ist im Sommer an den Leuchtturmtagen mittwochs und freitags von 12:30 bis 15:00 Uhr geöffnet. Man kann den Leuchtturm von innen erkunden und über die Treppe hinaufsteigen. Der Leuchtturm ist noch in Betrieb, weshalb der oberste Teil (die Laterne) für die Öffentlichkeit gesperrt ist. Aus Sicherheitsgründen dürfen maximal 6 Personen (5 + Führer) gleichzeitig den Leuchtturm besteigen. Leuchtturmbesichtigungen sind nur mit Begleitung möglich.
Die Leuchttürme in Finnland werden von der Abteilung Wasserstraßen der finnischen Verkehrsbehörde (Liikennevirasto) unterhalten.[6]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Seppo Laurell: Suomen majakat – Finska fyrar - Finnish lighthouses. Nemo, Helsinki 1999, ISBN 952-5180-21-2 (finnisch, schwedisch, englisch).
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Finnische Leuchtturmgesellschaft Leuchtturm Tankar (englisch)
- Leuchtturm Tankar Kokkola Tourism Ltd. (finnisch/englisch)
- Leuchtfeuer Tankar Schwedische Leuchtturm Gesellschaft (schwedisch)
- Seekarte Finnlands mit den Leuchttürmen und Seezeichen Finnisches Lotsenamt, 1898
- Leuchtturm Tankar, © Finish Maritime Administration ( vom 17. April 2008 im Internet Archive) (finnisch)
- Klaus Hülse: Leuchtturm auf historischer Postkarte. In: leuchtturm-welt.net. 2001.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Russ Rowlett: Lighthouses of Finland: Ostrobothnia, copyright 2026. In: The Public's Library and Digital Archive. University of North Carolina at Chapel Hill. 10. Januar 2026. (englisch)
- ↑ Registrierungen:
- UKHO: United Kingdom Hydrographic Office Publikation Admiralty List of Lights and Fog Signals
- NGA: List of Lights 116. (PDF, List of Lights, Seite 200 (229)) NGA, 2026 (englisch).
- ARLHS: World List of Lights (WLOL) Finland. In: ARLHS. (englisch).
- ↑ Finnish list of lights, Coastal area. (PDF) In: traficom.fi. © Finnish Transport and Communications Agency, Hydrographic Office, Juni 2024, S. 395, abgerufen am 10. März 2026 (finnisch, schwedisch, englisch).
- ↑ Thomas Tag: Fresnel-Linsen Hersteller. In: uslhs.org. © 2025 United States Lighthouse Society, 2025, abgerufen am 10. März 2026 (englisch).
- ↑ Leuchtturm Tankar. In: Majakkaseura.fi. Finnish Lighthouse Society, 21. März 2017, abgerufen am 10. März 2026 (finnisch).
- ↑ Finnische Verkehrsbehörde - Maintenance of waterways. In: vayla.fi. © Finnish Transport Infrastructure Agency, 28. August 2024, abgerufen am 12. März 2026 (finnisch, schwedisch, englisch).

