Talatisamin
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| Strukturformel | |||||||||||||
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| Allgemeines | |||||||||||||
| Name | Talatisamin | ||||||||||||
| Summenformel | C24H39NO5 | ||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer bis gelblicher Feststoff[1] | ||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||
| Molare Masse | 421,57 g·mol−1 | ||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||
| Schmelzpunkt | |||||||||||||
| Sicherheitshinweise | |||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||
Talatisamin ist ein hochtoxisches Diterpen-Alkaloid[2] und kommt unter anderem im buntem Eisenhut vor.[3] Es ähnelt strukturell dem Aconitin, welches vorwiegend im blauem Eisenhut vorkommt. Die Ähnlichkeit der Stoffe liegt dem gleichen Grundgerüst zugrunde. Beide Stoffe gehören zu dem Aconitin-Typ der sogenannten Norditerpe oder auch C19-Diterpen-Alkaloide.[2]
Eigenschaften
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Molekül weist das für die Stoffklasse charakteristische hexacyclische Ringsystem (Ringe A bis F) auf und hat 12 Stereozentren.[2] Aufgrund des Wasserstoffs an wird Talatisamin dem Aconitin-Typ zugeordnet.[2]
Isolierung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Isolierung des Talatisamins erfolgt nach dem klassischen Verfahren der Alkaloidisolierung aus dem frühen 19. Jahrhundert.
Hierzu wird zuerst das Pflanzenmaterial (beispielsweise aus buntem Eisenhut) extrahiert und anschließend wird eine säulenchromatographische Trennung durchgeführt.[4]
Totalsynthese
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die erste Totalsynthese des Talatisamin wurde in den 1970er Jahren durch Wiesner entwickelt.
2020 publizierte Inoue eine retrosynthetische Strategie und 2021 publizierte Wong eine Synthese durch eine Fragmentkopplungsstrategie.

Biosynthese
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Biosynthese erfolgt ausgehend von Isopren-Einheiten. Dabei wurden zwei verschiedene Synthesewege des Isopentenylpyrophosphat und Dimethylallylpyrophosphat gefunden. Diese stellen die Ausgangsstoffe der Biosynthese dar.[5]
Nach beiden Wegen wird das Dimethylallylpyrophosphat und mehrere Einheiten Isopentenylpyrophosphat zuerst zu Geranylpyrophosphat, dann zu Farnesylpyrophosphat und abschließend Geranylgeranylpyrophosphat verlängert.
Dieses wird dann durch verschiedene enzymatische Schritte (wie Zyklisierung und Oxidation) zuerst in ein -Diterpenalkaloid-Grundgerüst umgewandelt. Von dort ausgehend kann durch Reduktion ein -Diterpenalkaloid-Grundgerüst erhalten werden. Dieses wird durch anschließende Funktionalisierung zu einem ausgereiften -Diterpen-Alkaloid, wie beispielsweise Talatisamin.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- K. Wiesner, Pure and Applied Chemistry 1975, 41, 93–112
- Kamakura, D.; Todoroki, H.; Urabe, D.; Hagiwara, K.; Inoue, M. (2020): Total Synthesis of Talatisamine. In: Angewandte Chemie International Edition, 59(2), 479–486.
- Alice R. Wong, Nicholas J. Fastuca, Victor W. Mak, Jeffrey K. Kerkovius, Susan M. Stevenson, Sarah E. Reisman: Total Syntheses of the C19 Diterpenoid Alkaloids (−)-Talatisamine, (−)-Liljestrandisine, and (−)-Liljestrandinine by a Fragment Coupling Approach. In: ACS Central Science. 7. Jahrgang, Nr. 8. American Chemical Society, 25. August 2021, S. 1311–1316, doi:10.1021/acscentsci.1c00540 (englisch).
- Zhao, D. et al. (2018): Biosynthesis of the C19-Diterpenoid Alkaloids. In: Phytochemistry, 152, 113–124.
- D. Zhao et al., Journal of Integrative Plant Biology 2023, 65, 2320–2335
- Xing, Z. et al. (2023): Therapeutic Potential of Aconitine-Type Alkaloids in Cardiovascular Diseases. In: International Journal of Molecular Sciences, 24(6), 5838.
- In The Alkaloids: Chemistry and Biology, Bd. 69, Elsevier, 2010, S. 1–577.
- G. M. König et al., Diterpene, de, 2008.
- P. M. Dewick, Medicinal natural products: a biosynthetic approach, 3rd edition, Wiley, A John Wiley und Sons, Ltd., Publication, Chichester, West Sussex, United Kingdom, 2009.
- O. Kayser, N. J. H. Averesch in Technische Biochemie, Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden, 2024, S. 157–185.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Aconitum variegatum – Pflanze der Woche (TU Dresden)
- Bunter Eisenhut auf FloraWeb – Informationen zur Quellpflanze
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 Talatisamine Product Information. Merck KGaA, abgerufen im Jahr 2026.
- 1 2 3 4 S. W. Pelletier (Hrsg.): Alkaloids: Chemical and Biological Perspectives. Band 13. Pergamon/Elsevier, Amsterdam 1999, ISBN 978-0-08-043403-2 (englisch).
- ↑ Aconitum variegatum. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen im Jahr 2026.
- ↑ Dzhakhangirov, F. N.; Sultankhodzhaev, M. N.; Tashkhodzhaev, B.; Salimov, B. T.: Structure–Activity Relationships in Aconitine-Type Alkaloids. In: Chemistry of Natural Compounds. 33. Jahrgang, 1997, S. 190–202, doi:10.1007/BF02235283 (englisch).
- 1 2 Zhao, D. et al.: Biosynthesis of the C19-Diterpenoid Alkaloids. In: Phytochemistry. 152. Jahrgang, 2018, S. 113–124, doi:10.1016/j.phytochem.2018.04.010 (englisch).
