Tabankort
| Gemeinde Tabankort | ||
|---|---|---|
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| Koordinaten | 17° 51′ N, 0° 19′ O | |
| Basisdaten | ||
| Staat | Mali | |
| Region | Gao | |
| Kreis | Tabankort | |
| ISO 3166-2 | ML-7 | |
| Einwohner | 1259 (2023) | |
| Postleitzahl | 07140101 | |
| Politik | ||
| Bürgermeister | Omar Ould Hamady | |
Tabankort ist ein Ort im Nordosten von Mali in der Region Gao[1][2]. Tabankort ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Bezirks und Kreis Tabankort.[3][4]
Geografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Tabankort liegt in einer Wüstenregion im Wadi Tilemsi am südlichen Rand des Adrar n Ifoghas Gebirgsmassivs an der Tanezrouftpiste.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Bevölkerung besteht überwiegend aus halbsesshaften Tuareg; die überwiegend den Clans der Ifoghas und der Idnan angehören. Die Nomaden leben hauptsächlich von Handel und der Haltung von Schafen, Ziegen und Kamelen.
Im Jahr 2023 wurden 1.259 Einwohner gezählt.[5]
Klima
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die niedrigste Durchschnittstemperatur liegt im Januar bei 21 °C, die höchste im Juni bei 35 °C. Die Regenzeit dauert in guten Jahren von Juli bis September. In schlechten Jahren fällt überhaupt kein Niederschlag.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Trans-Sahara-Routen
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Entlang des Wadi Tilemsi führt mit der Tanezrouft eine der wichtigsten Nord-Süd-Verbindungen durch die Sahara.[6] Tabankort liegt zudem am Einstieg zu Routen durch schwer zugängliche Wüsten- und Berglandschaften des Adrar des Ifoghas, die sich für Schmuggel und Rebellenbewegungen eignen. Die Lage von Tabankort ist somit ein wichtiger Knoten des trans-saharischen Handelsnetzwerks im Übergang zwischen Sahel und Sahara.
Früher transportierten die Kamelkarawanen wichtige Handelsware, wie:[6]
- Salz aus Taoudenni,
- Gold aus dem Nigerbogen,
- Datteln,
- Stoffe,
- Bücher und Manuskripte,
- Werkzeuge und Messer,
- Sklaven
- Vieh
Später wurden Zigaretten, Waffen oder Drogen geschmuggelt.[7]
Die Gegend um Gao und Tabankort ist ein strategischer Übergangsraum für Wasserstellen und Schutzlager und dient als Treffpunkt nomadischer Clans oder für Kontrollpunkte bewaffneter Gruppen und Zugang zu den Routen-Einstiegen zu Gebirgspässen.
Bis heute folgen Verkehrs-, Schmuggel- und Milizrouten denselben geographischen Korridoren, wie die alten Karawanenwege und die traditionellen Nomadenpfade.
Kämpfe um Tabankort in den Jahren 2014 und 2015
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Aufgrund der strategisch wichtigen Lage gehörte Tabankort auch während des Kriegs in Mali zu den mehrfach umkämpften Orten. Internationale Bekanntheit erreichte Tabankort durch die bewaffneten Auseinandersetzungen im Verlauf der Jahre 2014 und 2015. Dabei standen sich zunächst vor allem ein regierungsnahes Bündnis und ein Verband separatistischer und autonomer Milizen gegenüber. Auf beiden Seiten waren rivalisierende Tuareg-Gruppen beteiligt. Das verdeutlichte die Komplexität des Machtkampfs in Nordmali.[8]
Gleichzeitig unterstützten Frankreich und die U.N. mit der Mission MINUSMA die malische Regierung im Kampf gegen dschihadistische Gruppen in derselben Region.
Im Januar 2015 flammten die Kämpfe erneut auf. Es wurden Pickups mit schweren Waffen, Raketen und Mörser eingesetzt. Ein niederländischer Hubschrauber der UN-Mission MINUSMA, der hauptsächlich für medizinische Einsätze im Gebiet unterwegs war, griff ein,[9] nachdem die Rebellen laut Radio France International (RFI) versucht hatten, die Blauhelme aus Tabankort zu vertreiben.[10] Die Rebellen warfen der MINUSMA-Mission den Tod von fünf Kämpfern und 20 Verletzten vor.[11]
200 Demonstranten besetzten am nächsten Tag den Flugplatz von Kidal und warfen Steine auf die Blauhelm-Soldaten. Lokale Verantwortliche beruhigten die Lage.[12]
Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die kommunalen Einrichtungen wurden im Rahmen einer MINUSMA Evaluierung im Jahr 2018 bewertet und erfasst.[13] Es gibt
- drei Wasserstellen
- ein kommunales Gesundheitszentrum
- eine Grundschule
- einen Militär-Stützpunkt
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Tabankort (1012784882). In: openstreetmap.org. 3. Dezember 2023, abgerufen am 20. Mai 2026.
- ↑ Tabankort (Gao). geonames.org, abgerufen am 4. Mai 2026 (ID=13631679).
- ↑ Loi n°2023-006 du 13 mars 2023 portant création des circonscriptions administratives en République du Mali. (PDF) Nouveau Découpage Administratif Du Mali. Republique du Mali, 13. März 2023, abgerufen am 7. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Loi 2023-007 du 13 mars 2023 portant création des collectivités territoriales. In: Ministère de l'administration territoriale et de la décentralisation. Republique du Mali, 13. März 2023, abgerufen am 12. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Rapport d’analyse des données du RGPH5 – Repertoir des localites du Mali en 2023 (villages, fractions et quartiers). (PDF) Minister de l'Economie et des Finances du Mali, Institut National de la Statistique (INSTAT), Bureaux Central du Recensement (BCR), Januar 2026, abgerufen am 16. Mai 2026 (französisch).
- 1 2 Cécile Bresc, Chloé Capel et Élise Voguet: Les routes transsahariennes. édité par Sylvie Denoix et Hélène Renel. In: Atlas des mondes musulmans médiévaux. CNRS Éditions, Paris 2022, ISBN 978-2-271-15728-7, S. 270–271, doi:10.4000/13toa (französisch, openedition.org [abgerufen am 20. Mai 2026] siehe Bild 'Les itinéraires du commerce transsaharien (viiie-xvie siècle).').
- ↑ Bettina Rühl: Schmuggel in der Sahara: Auf der Piste von Drogen und Tod. In: Die Tageszeitung: taz. 27. Mai 2013, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 20. Mai 2026]).
- ↑ Mali: situation toujours tendue à Tabankort entre CMA et milices progouvernementales. In: rfi.fr. Radio France international (RFi), 19. Januar 2015, abgerufen am 21. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Dutch Apaches strike Mali rebels. In: defenceWeb. Reuters, 21. Januar 2015, abgerufen am 21. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Mali: la CMA demande le départ de l’ONU avant de prendre Tabankort. In: rfi.fr. Radio France international (RFi), 19. Januar 2015, abgerufen am 20. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Mali: la Minusma détruit un véhicule des rebelles à Tabankort. In: RFI. 20. Januar 2015, abgerufen am 21. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Manifestation contre l’ONU au nord du Mali. In: Le Figaro. Reuters, 21. Januar 2015, abgerufen am 21. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Tabankort : Le nouveau Chef du bureau de la MINUSMA à Gao sur le terrain pour évaluer différents projets au profit de la population - Mali | ReliefWeb. Mission Multidimensionnelle Intégrée des Nations Unies pour la Stabilisation au Mali (MINUSMA), 26. Januar 2018, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 24. August 2019; abgerufen am 20. Mai 2026 (französisch).
