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Evaluierungskit

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(Weitergeleitet von System Design Kit)
Typisches Evaluation Kit von Infineon zur Erprobung der XC23xxB-Microcontroller-Serie. Die günstigen Bausteine werden beispielsweise in der Automobilelektronik für Airbag-Steuergeräte verwendet.[1] (2017, die Bausteine sind bereits abgekündigt)

Ein Evaluierungskit (auch Evaluierungsboard, engl. Reference Design Kit, Starter Kit, Demokit, Prototyping Kit oder System Design Kit) ist eine aufeinander abgestimmte Baugruppe aus Hardware und manchmal auch Software, die einen bestimmten funktionalen Zweck erfüllt oder eine bestimmte Produkteigenschaft bzw. Innovation demonstriert. Es wird zur Entwicklung und zum Prototyping verwendet, speziell im Bereich der Elektronik.

Evaluierungskits dienen zur Erprobung einer Vielzahl von Technologien. Dazu gehören analoge und digitale Bauteile sowie Funktechnologien (Radiochips). Vor allem für integrierte Schaltungen (ICs) bzw. Mikroelektronik, Halbleiterbausteine wie Controller und Mikrocontroller (MPUs) sowie für eingebettete Systeme und Motorcontroller für Elektromotoren werden Evaluierungsboards angeboten. Es gibt jedoch auch viel einfachere Evaluierungskits.

Am oberen Ende der Produktpalette befinden sich FPGA-Evaluierungskits, die unter anderem für das Design von Mikroprozessoren und komplexen elektronischen Schaltungen (Electronic Design Automation) verwendet werden.

Zu den historischen Evaluierungskits zählen beispielsweise die Intel-SDK-8x-Geräte (1970er), das SDK-51 (1981), das Intel Personal Development System (iPDS) und das Rockwell AIM-65 (1976). Seit den 2010er Jahren gibt es außerdem mit Einplatinencomputern wie beispielsweise dem Arduino, BeagleBoard oder dem Raspberry Pi Geräte, die über eine Vielzahl von Funktionalitäten sowie umfangreiche rechnerische Kapazitäten zum Ausprobieren verfügen.

In der Regel handelt es sich dabei um eine bestückte Leiterplatte (PCB) ohne Gehäuse, auf der sich die neuesten elektrischen Bauelemente von Halbleiter- oder Elektroherstellern befinden. Es gibt auch Evaluierungskits in Form von USB-Sticks, die sich praktisch mit einem Computer verbinden lassen. Die zu evaluierenden Bauteile sind dabei meistens umgeben von peripherer Elektronik und (Kommunikations-)Schnittstellen.

Neben einem Datenblatt und weiterer Dokumentation sind den Evaluierungskits teilweise auch elektronische Design-Dateien und (falls einsetzbar) ein Software Development Kit (SDK) beigefügt. Mithilfe des SDKs kann eine Software programmiert und eine Firmware auf einer Zielhardware, wie einem Mikrocontroller, ausgeführt werden, sodass das Demokit erprobt werden kann. Das SDK läuft typischerweise auf einem Host-Computer (PC), der über eine Debug-Schnittstelle (z. B. JTAG) mit der Prototypenplatine verbunden wird. Bis auf das Evaluierungsboard werden die Evaluierungssoftware (SDK) und alle anderen Artefakte online zur Verfügung gestellt.

Typischerweise werden die Kits nicht direkt von großen Halbleiter- oder Elektronikunternehmen, sondern über große Handelsunternehmen wie beispielsweise Digi-Key, Mouser oder RS, Conrad uvm. vertrieben.

Die Kits liegen preislich im ein- bis vierstelligen Euro-Bereich, je nach Hardware und Umfang. Günstigere Kits sind meist in höheren Stückzahlen verfügbar, es existieren jedoch auch proprietäre Boards die nur von Unternehmen zu Unternehmen (B2B) verkauft werden.

Einzelnachweise

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  1. ↑ XC23xxB series | Infineon Technologies. In: Infineon Technologies. 2026, abgerufen am 27. August 2026 (englisch).