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Sweet Reason

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Sweet Reason
Studioalbum von Uwe Oberg & Heinz Sauer

Veröffent-
lichung

12. Januar 2018

Aufnahme

2017

Label(s)

Jazzwerkstatt

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

11

Länge

43:46

Besetzung

Studio(s)

RBB, Berlin

Chronologie
Uwe Oberg / Rudi Mahall / Michael Griener: Lacy Pool 2
(2017)
Sweet Reason Uwe Oberg / Joe Fonda / Lucía Martínez: Relight
(2019)

Sweet Reason ist ein Musikalbum von Uwe Oberg und Heinz Sauer. Die 2017 im Studio des RBB Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 12. Januar 2018 auf dem Label Jazzwerkstatt.

Sweet Reason ist das Album des Pianisten Uwe Oberg mit dem Saxophonisten Heinz Sauer. Das Projekt hat seine Wurzeln in Obergs Jugend, als er die LP Ellingtonia Revisited! entdeckte, ein 1980 erschienenes Duo-Album von Heinz Sauer und dem Pianisten Bob Degen.[1] Mit Sauer spielte Oberg bis auf eine Fremdkomposition, „Bloodcount“ von Billy Strayhorn, eine Reihe von Improvisationen und Eigenkompositionen. Die Studioaufnahme folgte auf einen gemeinsamen Auftritt beim Festival Jazzwerkstatt Peitz.[2] 2018 traten Oberg und Sauer auch im Trio mit Jörg Fischer auf.[3]

FFH-Gebiet Wiesen im Süßen Gründchen bei Neuenhain (2023)
  • Uwe Oberg & Heinz Sauer: Sweet Reason (Jazzwerkstatt – jw183)[4]
  1. First Chant 3:06
  2. Leuchtende Nachtwolken 5:31
  3. Ursa Minor 2:42
  4. Reste von Licht 1:54
  5. Due To... 2:51
  6. Hafenrundfahrt (Für Johannes Heisig) 4:06
  7. Twombly 6:27
  8. Bloodcount (Billy Strayhorn) 3:19
  9. Flood Back 4:00
  10. Weiter 7:06
  11. Temporary Last Chant 2:44

Wenn nicht anders vermerkt, stammen die Kompositionen von Uwe Oberg und Heinz Sauer.

Heinz Sauer (2010)

„Andere Zeiten, aber unveränderte Gewohnheiten“: Heinz Sauer habe immer noch diesen soliden, leicht nasalen Klang, vor allem aber diese gelassene, geschmeidige Spielweise, meint Franpi Barriaux (Citizen Jazz). Oberg hingegen spiele abgehackter und komplexer als Degen: Davon zeuge die Miniatur „Reste von Licht“, in der er mit der rechten Hand einige kristallklare Brüche hervorbringe. Doch der wesentliche Unterschied sei gravierend: Die meisten Originalstücke stammten von den beiden Musikern selbst, ein Projekt, das sie auch gemeinsam mit Jörg Fischer am Schlagzeug verfolgten. Abgesehen von Strayhorns „Bloodcount“ sei man weit von Duke Ellington entfernt, auch wenn gewisse rhythmische Wagnisse und bestimmte Wendungen eindeutig auf ihn verweisen, wie dieses schöne „Weiter“, in dem Sauer eine ruhige Kraft entfalte, die nur wenige Töne benötige, um eine dichte Stimmung zu schaffen. Sauer, der mit Michael Wollny in einem vielleicht nach Schönheit strebenden Stil spielte, habe in Oberg ein Alter Ego gefunden.[1]

Heinz Sauer, die 87-jährige Ikone des deutschen Jazz, scheine im Umgang mit seinem 30 Jahre jüngeren Kollegen seine ganze Jugend wiederzufinden, so Barriaux weiter. Wenn man „Ursa Minor“, eine seiner Kompositionen, hört, spüre man eine Sensibilität, die sich in all den Wendungen der Geschichte der europäischen Improvisationsmusik herausgebildet habe. Doch wie Oberg müsse er nicht überall hin spielen oder sich die Lunge aus dem Leib schreien, um sich frei zu fühlen.[1]

Der Albumtitel verweise auf ein kleines Tal im Taunus („Süßes Gründchen“), das beide Musiker verbinde, schrieb Heinrich Brinkmöller-Becker (NRW Jazz). Es unterstreiche unabhängig vom regionalen Aspekt eine Wesens- und Seelenverwandtschaft, die den elf Stücken auch deutlich anzuhören sei. Ohne Ausprobieren, ohne Probe seien so zum größten Teil musikalische Miniaturen im freien Spiel entstanden. Eingerahmt würden die Improvisationen von einer, wie Uwe Oberg es nennt: „Minimal-Komposition“ („First Chant und Temporary Last Chant“). Der rätselhaft suchend-tastende Wesenskern ihres Musizierens, wie er für das gesamte Album charakteristisch sei, werde hier bereits deutlich. Die einzige „Fremdkomposition“ des Albums, „Bloodcount“ von Billy Strayhorn, ist dessen letzte Komposition; in der Version von Oberg und Sauer füge sie sich wundersam ein in den gesamten Albumstil. Dieser sei in Sweet Reason eigentümlich geprägt von zwei Ausnahmemusikern, die sich statt „eines virtuosen Overkills“ einer Konzentration auf den Klang verpflichtet fühlten, „einer Kunst des Andeutens und Weglassens, ohne in abstrakter Höhenluft atemlos zu werden“.[2]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Franpi Barriaux: Uwe Oberg & Heinz Sauer: Sweet Reason. In: Citizen Jazz. 7. Juni 2020, abgerufen am 5. April 2026 (französisch).
  2. 1 2 Heinrich Brinkmöller-Becker: Sweet Reason – Subtiler Duo-log von Uwe Oberg und Heinz Sauer. In: NRWJazz. 13. Dezember 2017, abgerufen am 5. April 2026.
  3. Roland Spiegel: Der Unbeugsame mit dem schillernden Ton. In: BR-Klassik. 19. Dezember 2022, abgerufen am 5. April 2026.
  4. Uwe Oberg, Heinz Sauer: Sweet Reason. In: Discogs. Abgerufen am 5. April 2026 (englisch).