Zum Inhalt springen

Suse Bauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Suse Bauer (* 1979 in Erfurt) ist eine deutsche Malerin, Keramiker und Bildhauerin.[1]

Bauer wuchs als Tochter von Bauingenieuren, die in der DDR-Plattenbauindustrie tätig waren, in Erfurt auf.[1] Sie studierte Illustration an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und im Jahr 2004 an der Bezalʾel-Akademie für Kunst und Design in Jerusalem.[1] Sie erhielt 2016 ein Stipendium der Hamburger Kulturbehörde und arbeitete 2019 im israelischen Kibbuz Kabri.[2]

Von der Malerei ausgehend wandte sich Bauer Skulpturen aus Ton, Beton und Stuck zu und greift dabei Strömungen wie Konstruktivismus, Bauhaus, Brutalismus und die Zukunftsutopien der Moderne auf.[1] Ihre Malerei kann als Erweiterung konstruktivistischer Abstraktion um Ornamentik beschrieben werden.[3] Für ihr Werk Landschaft unter Aufsicht (2018) scannte sie Tonreliefs und vergrößerte die Bilder zu vermeintlichen Luftaufnahmen archäologischer Landschaften.[4] Sie griff überdies auf historische Stucktechniken wie Scagliola (Stuckmarmor) zurück.[5] Hierbei schafft sie mit Farbpigmenten versetzte Oberflächen, die an Marmor erinnern.[6] Sie stellt Bau- und Gesellschaftsutopien Fragmenten ohne festgelegten Maßstab bzw. Zweck gegenüber.[1]

Ausstellungen und öffentliche Arbeiten

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Bauers Einzelausstellungen zählen I Was Born to Represent You (Kunsthaus Erfurt, 2009), Alles was von mir Ich genannt wird (Galerie Conradi, Hamburg, 2010), Zukunft löst sich auf in Gegenwart (ebenda, 2012) und Der Abgrund unter mir heißt Zukunft (Galerie im Marstall, Ahrensburg, 2018).[2][4] In Wohnstatt der Steine (Galerie Conradi, Hamburg, 2021) präsentierte sie Konstruktionen, die auf die Architektur Israels Bezug nehmen.[7] In Schneller ist mein Gedanke (Kunstverein Jesteburg, 2024) zeigte sie Stuckplastiken und Gemälde.[5] Im Jahr 2026 stellte sie gemeinsam mit Harald Popp im Hamburger Künstlerhaus Sootbörn Fassaden und Fragmente II aus.[8] Ihre Kunst-am-Bau-Arbeit Blister (2018) befindet sich im Stadthaus.[9] Das Werk wird auch in Andrea Möllers Buch Kunst entdecken im öffentlichen Raum. Mit dem Kunstflâneur durch Hamburg (2026) behandelt.[9]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 3 4 5 Raphael Dillhof: Ton, Steine, Scherben. In: art – Das Kunstmagazin. 2022, S. 74–82, abgerufen am 18. Oktober 2026.
  2. 1 2 Suse Bauer – Curriculum vitae. In: Galerie Conradi. Abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
  3. ↑ Jens Asthoff: Suse Bauer. In: Artforum. 2010, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
  4. 1 2 Jens Asthoff: Suse Bauer. In: Artforum. September 2018, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
  5. 1 2 Jens Asthoff: Jesteburg: Suse Bauer. Schneller ist mein Gedanke. In: KUNSTFORUM International. 2024, S. 228–229, abgerufen am 18. Oktober 2026.
  6. ↑ Peter Boué: Suse Bauer: Malerei in das Material bringen. In: Artline. 26. Januar 2024, abgerufen am 18. Oktober 2026.
  7. ↑ Suse Bauer at Galerie Conradi. In: Art Viewer. 1. November 2021, abgerufen am 18. Oktober 2026 (englisch).
  8. ↑ ARCHITEKTURSOMMER Fassaden und Fragmente II. In: Künstlerhaus Sootbörn. 26. Juni 2026, abgerufen am 18. Oktober 2026.
  9. 1 2 Bettina Maria Brosowsky: Buch über Kunst im öffentlichen Hamburg: Allgemeingut an der frischen Luft. In: die tageszeitung. 17. Oktober 2026, abgerufen am 18. Oktober 2026.