Zum Inhalt springen

Strassow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Strassow war ein früh wüst gefallener Ort bei Trebbin[1], einer Stadt im Landkreis Teltow-Fläming in Brandenburg.

Geografische Lage

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wüste Feldmark lag westsüdwestlich von Trebbin, und südsüdwestlich des Trebbiner Ortsteils Stangenhagen in Richtung Dobbrikow. Möglicherweise bestand ein Zusammenhang mit einer ehemaligen runden Erhebung im Sumpfgebiet am Pfefferfließ, etwa 100 bis 150 Meter östlich gelegen, die heute fast vollständig abgetragen ist. Diese Stelle erscheint auf historischen Karten als Flurstück Stadtstelle (Urmesstischblatt 2041 Wildenbruch von 1842). Zudem wurden in der Umgebung frühdeutsche Funde nachgewiesen. Der Flurname Das Ungeheuer, ebenfalls im Urmesstischblatt eingetragen, könnte mit dem Ortsnamen Strassow in Verbindung stehen. Ob die Wüstung vollständig oder teilweise auf ehemals stiftischem oder kursächsischem Gebiet lag, ist nicht sicher zu entscheiden; nach den bekannten Besitzerangaben ist jedoch eher von einer kursächsischen Zuordnung auszugehen.[1]

Geschichte und Etymologie

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strassow wurde erstmals 1233 erwähnt, als eine Grenze von der villa Schonehagen bis in den Wald, der zur villa Strazzovve gehört beschrieben wird. 1305 wurde erneut auf den Wald, der Straz genannt wird, Bezug genommen. 1307 trat der Name als Stratzbruch auf, sowohl als Moor- wie als Waldgebiet, das sich von der Grenze des Waldes der Herren von Lehnin bis zum Fluss Jüterbog erstreckte. 1317 wurde der Damm bzw. Wall Strazdam erwähnt, der sich entlang der Grenze gegen das Gebiet der Zinnaer Mönche erstreckte. Der Name stammt aus dem Slawischen und leitet sich nach einer Lage an einem Sumpfgebiet ab, dessen deutscher Name Ungeheuer eine Übersetzung aus dem slawischen Wort für Furcht, Angst, Schrecken[2] ist.

Der Ort war möglicherweise bis 1233 im Besitz der Herren von Trebbin, die auch in Blankensee ansässig waren, und ging danach an das Gut Stangenhagen über. Im Jahre 1233 wurde Strassow ausdrücklich als Dorf (villa) bezeichnet. Danach erscheint der Ort selbst jedoch nicht mehr, sondern lediglich das zugehörige Bruchgebiet, sodass er offenbar bereits sehr früh wüst fiel. Die Wüstung dürfte bald vollständig in der Feldmark von Stangenhagen aufgegangen sein.

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. 1 2 Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg Teil X Jüterbog-Luckenwalde. Erstauflage erschienen im Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992, Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam, 2011, ISBN 978-3-941919-87-7, S. 501.
  2. Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 165, ISBN 3-937233-17-2.

Koordinaten fehlen! Hilf mit.