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Echter Sternanis

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Echter Sternanis

Früchte des Echten Sternanis (Illicium verum) als Gewürz

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Ordnung: Austrobaileyales
Familie: Sternanisgewächse (Schisandraceae)
Gattung: Sternanis (Illicium)
Art: Echter Sternanis
Wissenschaftlicher Name
Illicium verum
Hook. f.

Der Echte Sternanis (Illicium verum) ist eine Pflanzenart der Gattung Sternanis (Illicium) innerhalb der Familie der Sternanisgewächse (Schisandraceae). Der Echte Sternanis wächst in tropischen Gebieten und die reifen Früchte (Anisi stellati fructus) werden als Gewürz und medizinisch genutzt.

Illustration von Pierre Jean François Turpin in Chaumeton's Flore Medicale Volume 1
Früchte des Echten Sternanis mit noch unverholztem Perikarp
Habitus

Vegetative Merkmale

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Der Echte Sternanis wächst als immergrüner Baum, der Wuchshöhen von bis zu 20 m erreichen kann.

Die wechselständig, dicht an den Enden der Zweige angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert. Der Blattstiel ist relativ kurz. Die ledrigen Blattspreiten sind bei einer Länge von 5 bis 15 Zentimeter sowie einer Breite von 1,5 bis 5 Zentimeter verkehrt-eiförmig bis -eilanzettlich oder lanzettlich. Die Blattspitze ist rundspitzig bis spitz oder kurz zugespitzt, die Spreitenbasis ist keilförmig bis spitz, der Blattrand ist ganz. Die Laubblätter sind meist kahl und enthalten Ölzellen. Die Nebenblätter fehlen.

Generative Merkmale

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Die gestielten Blüten stehen meist einzeln in den Blattachseln. Die duftenden Blüten sind zwittrig. Die einfache Blütenhülle besteht aus sieben bis zwölf weiß-rosafarbenen bis rötlichen oder auch gelb-grünlichen Blütenhüllblättern. Es sind 11 bis 20 freie, kurze Staubblätter vorhanden. Die meist sieben bis neun freien, oberständigen Fruchtblätter mit kurzem Griffel stehen in einem Quirl und sind nicht miteinander verwachsen.

Die rötlich-braune, sternförmige Sammelbalgfrucht besitzt einen Durchmesser von 3 bis 4 cm und besteht aus meist sieben bis neun verholzten, einsamigen Balgfrüchten. Die 8 bis 9 mm großen, abgeflachten Samen sind bräunlich, glatt und glänzend.[1]

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 28.[2]

Der Echte Sternanis kommt vom südlichen und westlichen Guangxi bis zum nördlichen Vietnam vor.[3]

Die Erstbeschreibung von Illicium verum 1888 von Joseph Dalton Hooker in Botanical Magazine; or, Flower-Garden Displayed ..., Band 114, Tafel 7005. Im Text zu dieser Tafel führt Hooker aus, dass der Echte Sternanis bisher mit dem Japanischen Sternanis unter dessen Namen geführt worden war, der Japanische Sternanis aber giftig ist.

Sternanis, insbesondere die Früchte, enthält eine größere Anzahl an Alkaloiden, 9 bis 10 % Tannine, Flavonoide, Veranisatine, Foeniculin und Fettsäuren, wie Myristinsäure, Palmitinsäure, Stearinsäure und Linolsäure. Daneben finden sich verschiedenste Terpene, wie Anethol (cis- und 85 bis 90 % trans-Anethol), Limonen, α- und β-Pinen, α- und β-Phellandren, α-Terpineol, Farnesen, Farnesol, Myrcen, 3-Caren, Cineol, Sabinen, Linalool, Nerolidol. Ferner finden sich u. a. noch Estragol, Anisylaceton, Anisaldehyd, Cuminaldehyd, Safrol, β-Sitosterol, p-Cymol, Methylisoeugenol, p-Hydroxybenzoesäure, Copaen, und Caryophyllene.[4]

Zusammen mit Fenchel, Cassiazimt, Gewürznelke und Szechuanpfeffer wird der Echte Sternanis in der chinesischen Küche als Fünf-Gewürze-Pulver verwendet. Darüber kann es Bestandteil des indischen Currys sein. Asiatische Fleischgerichte wie die Pekingente werden mit Sternanis aromatisiert. Auch für eine würzige Brühe namens Lu-shui, die vielseitig in der chinesischen Küche verwendet wird, wird Sternanis als eines der zahlreichen Gewürze verwendet.[1] Da die Hülle aromatischer ist als die Kerne, wird der Sternanis samt Hülle verwendet oder gemahlen. In geschlossenen Behältern aufbewahrt beträgt die Haltbarkeit etwa drei Jahre. Echter Sternanis schmeckt anhaltend süß und lakritzartig, aber auch ein wenig pfeffrig und säuerlich. Pflanzen mit sehr ähnlichem Aroma sind Anis, Fenchel und die heutzutage selten verwendete Süßdolde (Myrrhis odorata).

Medizinische Nutzung

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Als Heildroge dienen die getrockneten Sammelfrüchte, die 70 ml/kg ätherisches Öl enthalten. Das Aroma des Sternanis wird von trans-Anethol bestimmt, welches mit mindestens 86 % den größten Anteil des ätherischen Öls ausmacht.[5]

Sternanis hat wie Anis (Pimpinella anisum) schleimlösende, Auswurf fördernde und leicht krampflösende Eigenschaften und wird wie dieser, allerdings viel seltener, bei Katarrhen der Atemwege sowie bei Verdauungsbeschwerden mit Völlegefühl, Blähungen und leichten Krämpfen in Teemischungen eingesetzt. Medizinisch genutztes Anisöl, das in vielen Hustenmitteln enthalten ist, wird sowohl aus Echtem Sternanis als auch aus Anis gewonnen.

Der nahe Verwandte und im Geruch und Aussehen ähnliche Japanische Sternanis, Illicium anisatum, wird in Japan traditionell als Räucherwerk verbrannt, er ist aber nicht als Gewürz geeignet, da er giftig ist und Leber, Nieren und Blase dauerhaft schädigen kann. Teilweise ist es durch ungewollte Vermischungen von Echtem mit Japanischem Sternanis zu Vergiftungen gekommen.

Commons: Echter Sternanis (Illicium verum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 Shiu-ying Hu: Food Plants of China. The Chinese University Press, Hong Kong, 2005, ISBN 962-201-860-2.
  2. ↑ Illicium verum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. ↑ Illicium verum. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 31. Mai 2018.
  4. ↑ Jayanta Kumar Patra, Gitishree Das, Sankhadip Bose, Sabyasachi Banerjee, Chethala N. Vishnuprasad, Maria Pilar Rodriguez‐Torres, Han‐Seung Shin: Star anise (Illicium verum): Chemical compounds, antiviral properties, and clinical relevance. In: Phytotherapy Research. Band 34, Nr. 6, Juni 2020, S. 1248–1267, doi:10.1002/ptr.6614.
  5. ↑ Bettina Rahfeld: Mikroskopischer Farbatlas pflanzlicher Drogen, Spektrum Akademischer Verlag, 2009, ISBN 978-3-8274-1951-4.