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Steinenberg (Basel)

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Steinenberg
Wappen
Strasse in Basel
Die Kunsthalle Basel (1872) am oberen Steinenberg
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Basisdaten
Ort  Basel
Ortsteil  Altstadt Grossbasel, Basel-Vorstädte
Angelegt 
Neugestaltet 
Hist. Namen 
Name erhalten  1861
Anschluss­strassen 
Querstrassen 
Plätze 
Nummern­system 
Bauwerke 
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge ca. 280 m

Der Steinenberg ist eine der zentralen Strassen am südlichen Rand der Innenstadt der Schweizer Stadt Basel. Er gilt als die historische «Kulturmeile» Basels. Mit der Schleifung der inneren Stadtbefestigung und dem Abbruch der angrenzenden Klosterareale entstand im Verlauf des 19. Jahrhunderts entlang des neu angelegten Steinenbergs eine eigentliche Kulturmeile, die stark von den städtebaulichen und architektonischen Visionen der damaligen Zeit geprägt war.[1][2]

Die Strasse beherbergt auf engem Raum ein bemerkenswertes Ensemble kultureller Institutionen: das Stadtcasino mit seinem renommierten Musiksaal, die international bekannte Kunsthalle Basel, die ersten Kunsthalle der Schweiz (1872) sowie das Theater Basel.

Der Name «Steinenberg» geht auf die natürliche Geländeformation zurück: Der Strassenzug folgt einem leichten Geländeanstieg («Berg») an einer Stelle, die im Mittelalter von Steinbauten und Befestigungsanlagen geprägt war. Das Gelände am Birsigufer war über Jahrhunderte durch die innere Stadtmauer definiert, deren Trasse sich direkt entlang des heutigen Strassenzugs erstreckte.

Der Steinenberg verläuft in leicht ansteigender Ost-West-Richtung am südlichen Innenstadtrand. Er beginnt am Barfüsserplatz, wo er unmittelbar an die Barfüsserkirche und das Stadtcasino grenzt, und endet am St. Alban-Graben. Im Bereich des unteren Steinenbergs schützten die mittelalterlichen Stadtmauern die Stadt nicht nur vor Angriffen, sondern auch vor den Hochwassern des nahen Birsigs.

Die Geschichte des Steinenbergs reicht bis in die Frühgeschichte der Stadt zurück. Archäologische Ausgrabungen belegen, dass sich um 1000 nach Christus erste Gebäude in der Auenlandschaft am rechten Birsigufer, am langsam ansteigenden Steinenberg befanden. Die Nähe zum Birsig wurde aus verschiedenen Gründen gesucht, brachte aber auch die Gefahr durch Hochwasser mit sich.

Bischof Burkhard von Fenis liess in den unruhigen Zeiten der 1070er und 1080er Jahre die erste Basler Stadtmauer errichten, die vom Steinenberg zur heutigen Theaterpassage verlief und von dort zum Kohlenberg aufstieg. Kanton Basel-Stadt Mit dem Bau der äusseren Stadtmauer im 14. Jahrhundert verloren die innere Stadtmauer und der Stadtgraben ihre militärische Bedeutung; der Graben wurde zunehmend für Gärten und Tierhaltung genutzt und um 1820 schliesslich zugeschüttet.

Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war der Steinenberg eine gewerblich-landwirtschaftlich genutzte Gegend. Am oberen Steinenberg fand bis 1850 der Grossviehmarkt statt, im unteren Bereich bis 1875 der Schweinemarkt. Das Gebiet zwischen Steinen- und Klosterberg war zudem von den Bauten des ehemaligen Steinenklosters geprägt, in denen sich bis 1856 die Stadtgarnison einquartiert hatte.

Die Kulturmeile des 19. Jahrhunderts

Die entscheidende Transformation des Steinenbergs vollzog sich nach 1820, als die innere Stadtmauer niedergelegt und der Graben zugeschüttet wurde. Der Errichtung des Casinos (1826) und des Blömleintheaters (1831) nach Plänen von Melchior Berri folgten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zwischen Barfüsserplatz und St. Alban-Graben weitere Grossbauten in neubarockem Stil von Johann Jakob Stehlin: die Kunsthalle (1872), das Stadttheater (1875), der Musiksaal (1876), das ehemalige Steinenschulhaus (1877) und schliesslich die Skulpturenhalle (1887).

Zusammen mit dem Casino, dem alten Stadttheater und der Kunsthalle bildete der Musiksaal eine erste «Kulturmeile» am Steinenberg, auf die Basel stolz blicken konnte. Der denkmalgeschützte Musiksaal galt bei seiner Eröffnung als das erste Konzerthaus der Schweiz; seine Akustik gilt bis heute als herausragend. Mit seinen knapp 1500 Plätzen war er lange der grösste Saal der Stadt und empfing nicht nur Konzertpublikum: Hier fanden auch Bälle, Gewerbeausstellungen und ab 1897 mehrere Zionistenkongresse statt.

Diese Flut von Grossbauten zeugte vom geistigen und kulturellen Führungsanspruch, den das Grossbürgertum und der Staat zu jener Zeit zeigten, aber auch von den städtebaulich-architektonischen Visionen des späteren 19. Jahrhunderts.[3]

Auflösung der Kulturmeile im 20. Jahrhundert

Die «Kulturmeile» fiel durch den Neubau des mehr zum Klosterberg hin versetzten Theaters in den 1970er Jahren in seiner ursprünglichen Form auseinander. Von den Grossbauten des 19. Jahrhunderts sind nur noch die Kunst- und Skulpturenhalle sowie der Musiksaal erhalten. Obwohl die geschlossene Kulturmeile des 19. Jahrhunderts durch den Neubau des Theaters in den 1970er Jahren räumlich aufgebrochen wurde, ist der Steinenberg bis heute ein zentraler Ort des Basler Kulturlebens geblieben. Mit der jüngsten Gesamtrenovation des Stadtcasinos durch das Architekturbüro Herzog & de Meuron, abgeschlossen 2020, orientiert sich das Gebäude nun sowohl zur ehemaligen Kulturmeile des Steinenbergs als auch zum Barfüsserplatz hin. Mit der Entkoppelung vom Kopfbau entstand zwischen Steinenberg und Barfüsserplatz wieder eine direkte Verbindung in Form der offenen Konzertgasse.[4][2]

Einzelnachweise

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  1. Vom alten Steinenschulhaus zum neuen Theater. primenews.ch, abgerufen am 2. März 2026.
  2. 1 2 Thomas Loretan: Steinenberg. basler-bauten.ch, abgerufen am 2. März 2026 (deutsch).
  3. peterhabicht: Strassengeschichten. 6: Der Steinenberg. In: Blog des Staatsarchivs Basel-Stadt. 28. Mai 2017, abgerufen am 2. März 2026.
  4. Herzog & de Meuron. Abgerufen am 2. März 2026 (amerikanisches Englisch).