Starkstrom

Starkstrom ist eine nicht einheitlich definierte und nicht mehr fachsprachliche Bezeichnung für die elektrische Energietechnik. Vor allem historisch ist der Begriff limitiert auf dem Bereich der Niederspannung. Bei Starkstrom steht die energietechnische Nutzung im Vordergrund, beispielsweise für elektrische Antriebe oder elektrische Heizsysteme. Antonym dazu ist der ebenfalls veraltete Begriff der Schwachstromtechnik.
Deutschland
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Unter Starkstromanlagen wurden bis zum Jahr 2000 in den deutschen VDE-Vorschriften alle ein- oder mehrphasigen Installationen unterhalb 1000 V verstanden, die keine reinen Kleinspannungsanlagen (umgangssprachlich Schwachstromanlagen) waren. In neueren VDE-Vorschriften werden Anlagen unter 1000 V als Niederspannungsanlagen bezeichnet; nur noch Normen für Anlagen mit über 1000 V Nennspannung verwenden seither den Begriff Starkstromanlagen.
Demgegenüber benennt die Norm DIN 276 zur Ermittlung von Baukosten als Starkstromanlagen sämtliche elektrischen Anlagen, die nicht ausschließlich der Signalübertragung dienen.
Schweiz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In der Schweiz werden gemäß Art. 2 EleG Starkstromanlagen als «solche angesehen, bei welchen Ströme benutzt werden oder auftreten, die unter Umständen für Personen oder Sachen gefährlich sind.»
Umgangssprache
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Haushalte in Deutschland und vielen anderen Ländern werden heute üblicherweise mit (Niederspannungs-)Drehstromanlagen ausgestattet. Umgangssprachlich werden hier dreiphasige Steckdosen als Starkstrom bezeichnet, im Gegensatz zu den sonst üblichen einphasigen Schukosteckdosen. Das zugehörige (Niederspannungs-)Dreiphasenwechselstromnetz wird umgangssprachlich auch als Kraftnetz und der übertragene Strom als Kraftstrom bezeichnet.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- K. Hoerner: Grundzüge der Starkstromtechnik. Für Unterricht und Praxis. 2. Auflage. Verlag von Julius Springer, Berlin 1928, ISBN 978-3-642-91716-5 (Verfügbar unter der ISBN im Rahmen des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives).