Stanfieldit kristallisiert im monoklinen Kristallsystem, konnte bisher jedoch nur in Form von unregelmäßigen Körnern bis etwa einen Millimeter Größe sowie derb in Gesteinsäderchen und in Randzonen von Olivinkörnern gefunden werden.
In reiner Form ist Stanfieldit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterfehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch durchscheinend weiß sein und durch Fremdbeimengungen eine rötliche bis bernsteinähnliche, bei Verwitterung auch eine blassbläuliche Farbe annehmen.
Fuchs sandte seine Untersuchungsergebnisse und den gewählten Namen 1966 zur Prüfung an die International Mineralogical Association (interne Eingangsnummer der IMA: 1966-045[1]), die den Stanfieldit als eigenständige Mineralart anerkannte. Die Erstbeschreibung wurde im Folgejahr im Fachmagazin Science publiziert. Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Stanfieldit lautet „Stf“.[2]
Auch die von der IMA zuletzt 2009 aktualisierte[10]9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Stanfieldit in die Abteilung der „Phosphate usw. ohne zusätzliche Anionen; ohne H2O“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach der relativen Größe der beteiligten Kationen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „Mit mittelgroßen und großen Kationen“ zu finden, wo es als einziges Mitglied eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer 8.AC.70 bildet.
In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Stanfieldit die System- und Mineralnummer 38.03.05.01. Dies entspricht ebenfalls der Klasse der „Phosphate, Arsenate, Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserfreie Phosphate etc.“, wo das Mineral als einziges Mitglied in einer unbenannten Gruppe mit der Systemnummer 38.03.05 innerhalb der Unterabteilung „Wasserfreie Phosphate etc., (A+B2+)3(XO4)2“ zu finden ist.
Für das extrem seltene Mineral sind bisher weniger als 20 Fundstätten dokumentiert, wobei darunter überwiegend Meteoritenfunde sind.[11] Außer seiner Typlokalität, dem Estherville-Meteoriten, sind dies noch die ebenfalls in den USA gefundenen Meteoriten Newport (Arkansas), Eagle Station und Mount Vernon (Kentucky) sowie Albin (Wyoming).
Zu den wenigen irdischen Fundstellen gehört die Aravait-Typlokalität im Hatrurim-Becken beziehungsweise der Hatrurim-Formation im regionalen Verwaltungsgebiet Tamar (auch Mo'atza Ezorit Tamar) im Südbezirk von Israel. Diese gilt als erster irdischer Fundort von Stanfieldit und Keplerit.[13]
Weitere bekannte irdische Vorkommen sind der auch als Chiemsee-Pseudokrater (englischChiemsee pseudocrater) bekannte Chiemgau-Einschlag in Oberbayern (Deutschland), die prähistorische Schlackefundstätte am Goldbichl bei Igls in Tirol (Österreich) und die Deynekoit-Typlokalität, ein kleiner Phosphorit-Prospektionssteinbruch im Daba-Siwaqa-Komplex innerhalb der Region Hashem des jordanischen Gouvernements Amman.[12]
Louis H. Fuchs:Stanfieldite: A New Phosphate Mineral from Stony-Iron Meteorites. In: Science. Band158, Nr.3803, 1967, S.910–911, doi:10.1126/science.158.3803.910 (englisch).
Michael Fleischer:New Mineral Names. In: American Mineralogist. Band53, Nr.3–4, 1968, S.507–511 (englisch, minsocam.org[PDF; 346kB; abgerufen am 17.Dezember 2025]).
B. Dickens, W. E. Brown:The crystal structure of Ca7Mg9(Ca,Mg)2(PO4)12. In: Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mitteilungen. Band16, 1971, S.79–104, doi:10.1007/BF01099079 (englisch).
Sergey Britvin, M. G. Krzhizhanovskaya, Vladimir Bocharov, Edita V. Obolonskaya:Crystal Chemistry of Stanfieldite, Ca7M2Mg9(PO4)12 (M=Ca, Mg, Fe2+), a Structural Base of Ca3Mg3(PO4)4 Phosphors. In: Crystals. Band10, Nr.6, 2020, S.464, doi:10.3390/cryst10060464 (englisch, Download verfügbar bei researchgate.net[abgerufen am 17.Dezember 2025]).
↑Hugo Strunz, Ernest H. Nickel:Strunz Mineralogical Tables. Chemical-structural Mineral Classification System. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X (englisch).
12Stefan Weiß:Das große Lapis Mineralienverzeichnis. Alle Mineralien von A – Z und ihre Eigenschaften. Stand 03/2018. 7., vollkommen neu bearbeitete und ergänzte Auflage. Weise, München 2018, ISBN 978-3-921656-83-9.
1234B. Dickens, W. E. Brown:The crystal structure of Ca7Mg9(Ca,Mg)2(PO4)12. In: Tschermaks Mineralogische und Petrographische Mitteilungen. Band16, 1971, S.79–104, doi:10.1007/BF01099079 (englisch).
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Stanfieldite. In: John W. Anthony, Richard A. Bideaux, Kenneth W. Bladh, Monte C. Nichols (Hrsg.): Handbook of Mineralogy, Mineralogical Society of America. 2001 (englisch, handbookofmineralogy.org[PDF; abgerufen am 17.Dezember 2025]).
12345Stanfieldite.In:mindat.org.Hudson Institute of Mineralogy,abgerufen am 17.Dezember 2025(englisch).