Splitter Orchester
Das Splitter-Orchester (Eigenschreibweise Splitter Orchester) ist ein seit 2010 in Berlin bestehendes großformatiges Musiker-Ensemble. Es führt unter Verzicht auf einen Dirigenten kollektive Eigenkompositionen auf, die auf freier Improvisation basieren.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Splitter Orchester hat seinen Ursprung in der Berliner Szene der sog. Echtzeitmusik. Initiiert von Clare Cooper, Clayton Thomas und Gregor Hotz wurde es von 24 Musikern gegründet, die allesamt Composer-Performer sind, also sowohl komponieren als auch Werke aufführen. Seitdem entwickeln und spielen sie ihre eigene Musik in einem Kollektiv ohne festgelegte Hierarchie. Gemeinsam organisiert wird eine ganzheitliche Arbeitsweise verfolgt, von der ersten Skizze bis zur Aufführung. Die Zusammenarbeit in der Formation ist auf Langfristigkeit angelegt; die Besetzung hat sich im Lauf der Jahre nur geringfügig verändert.[1]
Das Splitter Orchester konzertierte u. a. bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik (Darmstadt), beim Crak Festival (Paris), Borealis Festival (Bergen), der MaerzMusik (Berlin), beim Meakusma Festival (Eupen) und dem Uppercut Festival (Bordeaux). Es arbeitete auch mit Komponisten wie Mathias Spahlinger oder Øyvind Torvund zusammen. In den kollektiven Arbeitsprozessen setzen sich die Mitglieder des Klangkörpers mit der gesamten Bandbreite improvisatorischer und kompositorischer Möglichkeiten auseinander. Besondere Bedeutung hat dabei die Strukturierung von Musik. Daher besteht der musikalische Arbeitsprozess häufig darin, spezifische Methoden und Praktiken des Komponierens und Improvisierens zu analysieren und in Kontext zu setzen.[1]
Die Formation wird als „All-Star-Ensemble der Berliner Szene“ angesehen, die „aktuelle Strömungen der freien Improvisation“ zusammenfasst. Aus „dem Widerspruch zwischen der Autonomie der Interpreten, die sich in ihrer Individualität wie auch in ihrem Einzelkämpfertum zeigt, und ihrem Eingebundensein ins Kollektiv“ konnte sich ein eigener, unverwechselbarer Gruppenklang entwickeln.[2]
Mitglieder der Formation (2026)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Burkhard Beins
- Roy Carroll
- Anat Cohavi
- Axel Dörner
- Sabine Ercklentz
- Kai Fagaschinski
- Emilio Gordoa
- Robin Hayward
- Steve Heather
- Chris Heenan
- Patrick Klingenschmitt
- Mike Majkowski
- Matthias Müller
- Andrea Neumann
- Andrea Parkins
- Simon James Phillips
- Michael Thieke
- Sabine Vogel
- Biliana Voutchkova
- Marta Zapparoli
Diskographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Splitter Orchester, Felix Kubin: Shine On You Crazy Diagram (Gagarin Records 2016)
- George Lewis & Splitter Orchester: Creative Construction Set™ (Mikroton Recordings 2016)[3]
- The Pitch & Splitter Orchester: Frozen Orchestra (Splitter) (Mikroton Recordings 2018)
- Splitter Musik (Hyperdelia 2024)[4]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Splitter Orchester. In: Berliner Festspiele. 2024, abgerufen am 17. Juni 2026.
- ↑ Carolin Naujocks: Alles im Fluss. In: Deutschlandfunk. 16. Januar 2020, abgerufen am 17. Juni 2026.
- ↑ Philip Clark: George Lewis & Splitter Orchester: Creative Construction Set TM. In: Jazzwise. März 2017, abgerufen am 17. Juni 2026 (englisch).
- ↑ Nick Ostrum: Splitter Orchestra: Spliter Music. In: freejazzblog.org. 11. Oktober 2024, abgerufen am 17. Juni 2026 (englisch).