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Spengler Cup

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Spengler Cup
Voller Name Spengler Cup Davos
Aktuelle Saison 2025
Ligapräsident Marc Gianola
Ligagründung 1923
Mannschaften 6
Titelträger HC Davos
Rekordmeister HC Davos (17)
TV-Partner SRG SSR
Website www.spenglercup.ch

Der Spengler Cup (italienisch Coppa Spengler, französisch Coupe Spengler) gilt als das älteste internationale Eishockeyturnier für Vereinsmannschaften, das noch heute ausgetragen wird. Die gleichnamige Siegertrophäe wurde 1923 das erste Mal vergeben. Die teilnehmenden Mannschaften aus der ganzen Welt werden vom Gastgeber HC Davos eingeladen. Seit 1984 spielt auch das Team Canada in einer Formation mit, die nicht der üblichen kanadischen Nationalmannschaft entspricht, sondern kanadische Spieler aus europäischen Klubs umfasst. Das Turnier findet jährlich zwischen dem Stephanstag und Silvester im Eisstadion von Davos in der Schweiz statt.

Mit der Stiftung des Wanderpreises ging es laut Stiftungsurkunde darum, «die Jugend der durch den Ersten Weltkrieg verfeindeten Nationen in sportlichen Kontakten wieder zusammenzuführen». Das gegenseitige Verständnis und Vertrauen sollte in fairem, freundschaftlichem Kräftemessen gefunden und gefördert werden.[1]

Der Name des Turniers geht auf den eishockeybegeisterten Stifter des ersten Wanderbechers Carl Spengler zurück, den Sohn von Alexander Spengler, der Davos als Kurort bekannt machte. Spengler hatte die Idee zusammen mit Paul Müller, dem Gründer des Eishockeyclubs Davos, vorangetrieben.[2][3]

Bei der ersten Durchführung des Turniers trafen mit den Mannschaften von Oxford, Cambridge, dem Berliner SC und dem Wiener EV Mannschaften aus Kriegsgegner-Nationen aufeinander.[3]

In den Jahren 1939, 1940 fand aufgrund des Zweiten Weltkrieges der Coupe de Davos mit nur Schweizer Teams statt.[3] 1949 (Beginn des Kalten Krieges) und 1956 (wirtschaftliche Gründe) fand das Turnier nicht statt. Auch 2020 und 2021 musste das Turnier wegen der Coronapandemie abgesagt werden.[4][5] So fand 2023, am 100. Geburtstag des Spengler Cups, die 95. Turnieraustragung statt.

Seit 1979 wird nicht mehr auf einem Ausseneis, sondern im Eisstadion Davos gespielt.[3]

Das Turnier wird in vielen Ländern live im Fernsehen übertragen, unter anderem auf dem kanadischen Sender TSN.[6] Zwischen 150 und 200 Medienschaffende sind jeweils akkreditiert. Der Spengler Cup ist einer der grössten jährlich stattfindenden Schweizer Sportanlässe. Er hat ein Budget von circa 11 Millionen Schweizer Franken (Stand 2023), davon sind 30 Prozent Sponsoringanteil. Der Hauptsponsor des Turniers ist seit 1985 die UBS.[7][8]

Dank einem meistens ausverkauften Stadion erreicht der Spengler Cup in diesen sechs Tagen mehr als 100'000 Besucher.[9]

Der Spengler Cup Davos ist Mitglied der Organisationen von Swiss Top Events und Swisstopsport.

Jedes Jahr nehmen sechs Mannschaften am Turnier teil. Gesetzt sind der Gastgeber HC Davos sowie seit 1984 das Team Canada – ein All-Star-Team, bestehend aus in Europa tätigen kanadischen Spielern. Zu den beiden Mannschaften kommen vier in der Regel von Jahr zu Jahr unterschiedliche Teams hinzu. Seit der Erweiterung des Teilnehmerfelds auf sechs Mannschaften im Jahr 2010 waren dies jeweils ein Schweizer Team sowie drei ausländische.

Der Spengler Cup ausgestellt in der Hockey Hall of Fame
Fredi Pargätzi (links) organisierte 26 Jahre lang den Spengler Cup, seit 2016 hat Marc Gianola (rechts) das Amt des OK-Präsidenten inne

Traditionell wurde bis 2009 eine einfache Runde mit fünf Mannschaften gespielt, das heisst, jede Mannschaft spielte einmal gegen jede andere Mannschaft. Ab 1986 traten die beiden bestplatzierten Teams der Qualifikationsrunde zu einem Finalspiel gegeneinander an, um den Turniersieger zu ermitteln.

Um das fünftägige Turnier auch bis zum letzten Vorrundentag spannend halten zu können, wurde der Modus im Jahr 2010 modifiziert. Das Turnier wurde auf sechs Mannschaften erweitert und dabei um eine zweite Schweizer Mannschaft ergänzt. Die Teams werden in zwei Gruppen à drei Mannschaften aufgeteilt. Nach der Vorrunde sind die Gruppenersten für den Halbfinal qualifiziert, die Mannschaften auf den Plätzen zwei und drei spielen über Kreuz die weiteren Halbfinalisten aus.[10] Die beiden Halbfinalsieger ermitteln schliesslich den Turniersieger. Der Final wird weiterhin – wie seit seiner Einführung im Jahr 1986 – traditionell am 31. Dezember um 12:00 Uhr angepfiffen.

In der Vorrunde erhält der Sieger einer Partie jeweils drei Punkte, der Verlierer keinen. Falls das Spiel nach 60 Spielminuten unentschieden ausgeht, wird eine Verlängerung von fünf Minuten Länge gespielt. Seit dem Spengler Cup 2015 spielt man in der Verlängerung 3 gegen 3. Ist das Spiel danach immer noch unentschieden, wird der Sieger durch ein Penaltyschiessen ermittelt. In diesem Fall erhält das unterlegene Team noch einen Punkt, ebenso wenn es in der fünfminütigen Verlängerung verliert.

Rekordsieger ist der HC Davos mit 17 Erfolgen.[11]

Jahr Sieger Finalgegner
1923  Oxford University  Berliner SC
1924  Berliner SC HC Davos
1925  Oxford University HC Davos
1926  Berliner SC HC Davos
1927 HC Davos  Berliner SC
1928  Berliner SC  Cambridge University
1929 LTC Prag HC Davos
1930 LTC Prag HC Davos
1931  Oxford University  Berliner SC
1932  Oxford University
LTC Prag (im Final 0:0 n. V.)
1933 HC Davos Frankreich Rapides de Paris
1934  HC Diavoli Rossoneri Milano  Oxford University
1935  HC Diavoli Rossoneri Milano HC Davos
1936 HC Davos LTC Prag
1937 LTC Prag HC Davos
1938 HC Davos LTC Prag
1939 nicht ausgetragen
1940 nicht ausgetragen
1941 HC Davos  Berliner SC
1942 HC Davos  Zürcher SC
1943 HC Davos  Zürcher SC
1944  Zürcher SC Montchoisi Lausanne
1945  Zürcher SC HC Davos
1946 LTC Prag HC Davos
1947 LTC Prag HC Davos
1948 LTC Prag HC Davos
1949 nicht ausgetragen
1950  HC Diavoli Rossoneri Milano  AIK Stockholm
1951 HC Davos Preussen Krefeld
1952 EV Füssen  Zürcher SC
1953  HC Milano Inter HC Davos
1954  HC Milano Inter EV Füssen
1955  Rudá hvězda Brno HC Davos
1956 nicht ausgetragen
1957 HC Davos  Rudá hvězda Brno
1958  HC Davos  Diavoli HC Milano
1959  Athletic Club de Boulogne-Billancourt EV Füssen
1960  Athletic Club de Boulogne-Billancourt HC Davos
1961  Athletic Club de Boulogne-Billancourt EV Füssen
1962  TJ Spartak Prag Sokolovo EV Füssen
1963  TJ Spartak Prag Sokolovo  Klagenfurt
1964 EV Füssen  MoDo Alfredshem IK
1965  ASD Dukla Jihlava Schweden Västerås IK
1966  ASD Dukla Jihlava  Lüttich
1967 HK Lokomotive Moskau Kingston Aces
1968  ASD Dukla Jihlava Schweden Rögle BK
1969 HK Lokomotive Moskau  ASD Dukla Jihlava
1970  SKA Leningrad  ASD Dukla Jihlava
1971  SKA Leningrad  Slovan ChZJD Bratislava
1972  Slovan ChZJD Bratislava  Torpedo Gorki
1973  Slovan ChZJD Bratislava HK Traktor Tscheljabinsk
1974  Slovan ChZJD Bratislava  Team Polen
1975  Olympiateam Tschechoslowakei  Team Finnland
1976  B-Nationalteam UdSSR  B-Nationalteam Tschechoslowakei
1977  SKA Leningrad  ASD Dukla Jihlava
1978  ASD Dukla Jihlava  AIK Stockholm
1979  Krylja Sowetow Moskau  Düsseldorfer EG
1980 HK Spartak Moskau HC Vítkovice
1981 HK Spartak Moskau HC Davos
1982  ASD Dukla Jihlava HK Spartak Moskau
1983 HK Dynamo Moskau  ASD Dukla Jihlava
1984  Team Canada  ASD Dukla Jihlava
1985 HK Spartak Moskau  Team Canada
1986  Team Canada Sokol Kiew
1987  Team Canada  Krylja Sowetow Moskau
1988  Team USA  Team Canada
1989 HK Spartak Moskau Schweden Färjestad BK
1990 HK Spartak Moskau  Team Canada
1991 HK ZSKA Moskau HC Lugano
1992  Team Canada Schweden Färjestad BK
1993 Schweden Färjestad BK HC Davos
1994 Schweden Färjestad BK HC Davos
1995  Team Canada Russland HK Lada Toljatti
1996  Team Canada HC Davos
1997  Team Canada Schweden Färjestad BK
1998  Team Canada HC Davos
1999 Deutschland Kölner Haie Russland HK Metallurg Magnitogorsk
2000 HC Davos  Team Canada
2001 HC Davos  Team Canada
2002  Team Canada HC Davos
2003  Team Canada HC Davos
2004 HC Davos HC Sparta Prag
2005 Russland HK Metallurg Magnitogorsk  Team Canada
2006 HC Davos  Team Canada
2007  Team Canada Russland Salawat Julajew Ufa
2008 Russland HK Dynamo Moskau  Team Canada
2009 HK Dinamo Minsk HC Davos
2010 Russland SKA Sankt Petersburg  Team Canada
2011 HC Davos Dinamo Riga
2012  Team Canada HC Davos
2013 Genève-Servette HC Russland HK ZSKA Moskau
2014 Genève-Servette HC Russland Salawat Julajew Ufa
2015  Team Canada HC Lugano
2016  Team Canada HC Lugano
2017  Team Canada Schweiz
2018 KalPa Kuopio  Team Canada
2019  Team Canada HC Oceláři Třinec
2020 nicht ausgetragen
2021
2022 HC Ambrì-Piotta HC Sparta Prag
2023 HC Davos HC Dynamo Pardubice
2024 Fribourg-Gottéron Deutschland Straubing Tigers
2025 HC Davos Vereinigte Staaten US Collegiate Selects
  • 1923: Oxford University 1 Sieg
  • 1924: Oxford University und Berliner SC je 1 Sieg
  • 1925: Oxford University 2 Siege
  • 1926/27: Oxford University und Berliner SC je 2 Siege
  • 1928–1930: Berliner SC 3 Siege
  • 1931: Oxford University und Berliner SC je 3 Siege
  • 1932–1936: Oxford University 4 Siege
  • 1937: Oxford University und LTC Prag je 4 Siege
  • 1938–1940: Oxford University, LTC Prag und HC Davos je 4 Siege
  • 1941–1947: HC Davos 5-7 Siege
  • 1948–1950: HC Davos und LTC Prag 7 Siege
  • 1951–2016: HC Davos 8-15 Siege
  • 2017–2018: HC Davos und Team Canada je 15 Siege
  • 2019–2023: Team Canada 16 Siege
  • 2023–2025: HC Davos und Team Canada je 16 Siege
  • Seit 2025: HC Davos 17 Siege
  • Daniel Derungs: HCD 1921–2021. Die Geschichte des Hockey Clubs Davos: Gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Perspektiven. Chronos Verlag 2021, ISBN 978-3-0340-1614-8 (online).
Commons: Spengler Cup – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Davoser Revue. Dezember 2003.
  2. Der Spengler Cup – ein Anlass verbindet Menschen seit 1923. Geschichte auf der Website des Spengler Cups.
  3. 1 2 3 4 Fast erfror der betrunkene Finne im Davoser Schnee. In: Tages-Anzeiger. 25. Dezember 2023.
  4. Medienmitteilung der Hockey Club Davos AG vom 29. September 2020. Abgerufen am 30. September 2020.
  5. Nach Spengler-Cup-Absage – HC Davos muss in Quarantäne. In: 20 Minuten. 25. Dezember 2021, abgerufen am 25. Dezember 2021.
  6. Klaus Zaugg: Der Spengler Cup ist in Kanada ein TV-Hit. In: 20 Minuten. 29. Dezember 2011, abgerufen am 11. November 2020.
  7. Spengler Cup Davos. UBS, abgerufen am 8. Mai 2017.
  8. Presenting und Gold Partner. Spengler Cup, abgerufen am 8. Mai 2017.
  9. 100'000 Besucher jährlich… auf spenglercup.ch.
  10. Welches ist das zweite Schweizer Team? (Memento vom 4. Februar 2013 im Webarchiv archive.today) In: topsport.com. 28. Dezember 2009.
  11. Siegerliste. Spengler Cup, abgerufen am 31. Dezember 2012.