Beylik
Der Begriff Beylik (türk.: sing. Beylik, pl. Beylikler; osm.: sing. بكلك Beğlik, pl. بكلكلر Beğlikler) bezeichnet die türkischen Fürstentümer, die sich ab dem 11. Jahrhundert in Anatolien an der Grenze zum Byzantinischen Reich gebildet hatten.
Nach dem Zusammenbruch des Sultanat der Rum-Seldschuken war Kleinasien von Beginn des 14. Jahrhunderts (1308) bis zu Beginn des 16. Jahrhunderts zwischen diversen Beyliks (Fürstentümer) aufgeteilt.

Nachdem das rum-seldschukische Herrscherhaus 1235 die Oberhand der mongolischen Ilchane anerkannt hatte und 1243 bei der Schlacht vom Köse Dağ gegen die Ilchane unterlegen war, wanderten türkische Stämme zunehmend nach Zentral- und Westanatolien und gründeten hier ihre Fürstentümer.[1] Hier begann in den 1260ern der türkische Widerstand gegen die mongolische Belagerung Anatoliens. Unter diesen Vorzeichen entstand auch das osmanische Reich. Ab 1261 war Anatolien in zwei Machtgebiete unterteilt. (siehe Abbildung) In Ostanatolien herrschten die mongolischen Ilchane und die von ihnen abhängigen türkischen Rum-Seldschuken, in Westanatolien herrschten die autonomen türkischen Fürstentümer.[2] Alle im 13. Jahrhundert gegründeten Fürstentümer mussten vom seldschukischen Sultan als Bey/Emir ernannt werden. Den Titel Sultan anzunehmen, würde eine Rebellion gegen das seldschukische Sultanat bedeuten.[2] Die Fürstentümer kann man einteilen in solche, die an der Westgrenze des seldschukischen Reichs entstanden sind (u.a. die Fürstentümer der Eşrefoğulları, der Hamidoğulları, der Sâhipataoğulları, der Germiyanoğulları, der Çobanoğulları, der Karamanoğulları) und solche, die durch Eroberung von byzantinischem Territorium entstanden sind (z.B. Menteşe, Aydınoğulları, Saruhan, Karesi, Osman).[2]
Zunächst stand die Gegend zwischen der Ankara-Aksaray-Linie bis nach Erzurum bis zum Jahr 1336 unter der Verwaltung des Ilhani-Generalgouverneurs. Nach der Schwächung der Dynastie durch interne Machtkämpfe erhielten die Beyliks in Anatolien ihre vollständige Unabhängigkeit. Dazu kamen noch neu gegründete Beyliks auf den ehemaligen Besitzungen der Ilhan-Generalgouverneurs.
Die Osmanen waren eines dieser Fürstentümer, die in der Gegend von Eskişehir und Bursa gegründet wurden. Das Fürstentum unter der Herrschaft der Osmanischen Dynastie, konnte durch strategische Heiraten und erfolgreiche Feldzüge die anderen Fürstentümer erobern. So wurde im Westen von Kleinasien die politische Einheit hergestellt.
Während der Herrschaft der Beyliks machte die türkische Sprache und Kultur in Anatolien eine schnelle Entwicklung durch. Während dieser Zeit kam die türkische Sprache in Wissenschaft und Literatur zur Anwendung. Sie setzte sich als offizielle Sprache in den Fürstentümern durch. In den Beyliks entstanden neue Hochschulen und die Medizin erzielte Fortschritte.
Gültehri, Nesimi († 1404) und Ahmedi (1325-1412) sind die bekanntesten türkischsprachigen Poeten des 15. Jahrhunderts.
Liste der Fürstentümer
Nach der Schlacht von Manzikert
| Name | Hauptstadt | Dauer |
|---|---|---|
| İzmir Çaka Beyliği | İzmir | 1081 - 1098 |
| Dilmaçoğulları Beyliği | 1085 - 1192 | |
| Danischmenden | 1092 - 1178 | |
| Saltukiden | Erzurum | 1092 - 1202 |
| Ahlatschahs | Ahlat | 1100 - 1207 |
| Ortoqiden | 1102 - 1408 | |
| İnaloğulları Beyliği | Bitlis | 1098 - 1183 |
| Mengücek | Erzincan | 1072 - 1277 |
| Erbil Beyliği | Erbil | 1146 - 1232 |
| Çubukoğulları Beyliği | Çemişgezek | 1085 - 1092? |
Nach der Schlacht vom Köse Dağ
| Name | Hauptstadt | Dauer |
|---|---|---|
| Çobanoğulları Beyliği | Kastamonu | 1227-1309 |
| Karamanoğulları Beyliği | Karaman | 1256-1483 |
| İnançoğulları Beyliği (Ladik Beyliği) | Denizli | 1261-1368 |
| Sâhipataoğulları Beyliği | Afyonkarahisar | 1275-1342 |
| Pervâneoğulları Beyliği | Sinop | 1277-1322 |
| Mentesche | Milas | 1280-1424 |
| Osmanoğulları Beyliği | Bilecik-Yarhisar-Yenişehir-İnegöl[3] | ab 1288 (fließender Übergang ins Osmanische Reich) |
| Candaroğulları Beyliği | Kastamonu | 1299-1462 |
| Karesioğulları Beyliği | Balıkesir | 1297-1360 |
| Germiyanoğulları Beyliği | Kütahya | 1300-1423 |
| Hamidoğulları Beyliği | Eğirdir | 1301-1423 |
| Saruhanoğulları Beyliği | Manisa | 1302-1410 |
| Taceddinoğulları Beyliği | Niksar | 1303-1415 |
| Aydınoğulları Beyliği | Birgi | 1308-1426 |
| Tekeoğulları Beyliği | Antalya | 1321-1390 |
| Eretna | Sivas, Kayseri | 1335-1381 |
| Dulkadıroğulları Beyliği | Elbistan | 1339-1521 |
| Ramazanoğulları Beyliği | Adana | 1325-1608 |
| Kadi Burhan al-Din | Kayseri | 1381-1398 |
| Eşrefoğulları Beyliği | Beyşehir | Mitte 13. Jh - 1326 |
Siehe auch
Belege
- ↑ Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 5.
- ↑ a b c Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 7. Referenzfehler: Ungültiges
<ref>-Tag. Der Name „inalcik7“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. - ↑ die Hauptstadt ist unbekannt, Originaldokumente von 1324 beweisen aber, dass bereits Osman einen Palast gehabt haben muss. Halil İnalcık: Devlet-i ʿAliyye. Osmanlı İmparatorluğu üzerine araştırmalar. Band 1: Klasik dönem (1302–1606). 30. baskı. Türkiye İş Bankası Kültür Yayınları, İstanbul 2009, ISBN 978-9944-88-645-1, S. 13, S. 339
Literatur
- Claude Cahen: Pre-Ottoman Turkey. A general survey of the material and spirituel culture and history c. 1071–1330. Translated from the French by J. Jones-Williams. Taplinger Publ. Co., New York NY 1968.