KkStB 97
Die kkStB 97 war eine Tenderlokomotivreihe der k.k. österreichischen Staatsbahnen kkStB für Nebenbahnen, die auch von verschiedenen privaten Lokalbahnen beschafft wurde.
Geschichte
Die kleinen Lokomtiven mit der Achsformel Cn2t und wurden von allen österreichischen Lokomotivfabriken zwischen 1878 bis 1911 in einer Gesamtzahl von 227 Stück gebaut.
Im Detail gehörten die 97.01–03 zur Dalmatiner Staatsbahn, die 97.04–06 zur Arlbergbahn, die 97.07–08 zur Galizischen Transversalbahn, die 97.16–19 zur Mährisch-Schlesischen Centralbahn, die 97.20–23 zur Staatsbahn Unter Drauburg-Wolfsberg, die 97.24–25 zur Staatsbahn Mürzuschlag-Neuberg, die 97.09–15, 51–255 unterstanden direkt der kkStB und die Nummern 97.26–50 blieben unbesetzt.
Drei weitere Lokomotiven erwarb die Neutitscheiner Lokalbahn mit den Namen Zauchtel, Neutitschein und Kunewald. Auch die Lokalbahn Litovel-Senice beschaffte zwei entsprechende Lokomotiven. Sie wurden als Nr. 1 Litovel und Nr. 2 Cholina eingeordnet.
Wegen der langen Lieferzeitspanne gab es auch Bauartunterschiede zwischen den einzelnen Lieferserien. Im besonderen gilt dies für das Führerhaus, die Ventilbauarten und die Bauform des Sandkastens. Allen gleich war jedoch die niedrige Kessellage und die bis zur Kesselvorderfront vorgezogenen Wasserkästen, die den Maschinen ihr eckiges Aussehen und damit ihren Spitznamen „Kaffeemühle“ verliehen.
Nach dem Ersten Weltkrieg verblieben ein großer Teil der Maschinen in der Tschechoslowakei, Jugoslawien, Italien, Polen und Rumänien.
133 Stück kamen zur Tschechoslowakischen Staatsbahn ČSD, die sie als 310.0 einreihten. Die polnische PKP ordnete sie als Reihe TKh12 ein, die jugoslawische JDŽ als Reihe 150 und die italienische FS als Reihe 822. Auch die Rumänische Staatsbahn CFR erhielt Maschinen dieser Reihe, gab ihnen aber keine eigene Reihenbezeichnung.
Zur BBÖ kamen noch 31 Stück. Die Deutsche Reichsbahn übernahm davon noch 19 Stück als 98.7011–7028 nach dem Anschluss Österreichs 1938.
Im Laufe des Zweiten Weltkrieges kamen noch einige Vertreterinnen dieser Reihe zur DRB, die sie mit 98.7029–7033 bezeichneten. Nach 1945 mussten drei Maschinen an die MÁV und die JDŽ abgegeben werden, noch 16 Stück kamen als Reihe 89 zur ÖBB. Die 89.240 wurde sogar mit einem Giesl-Ejektor ausgestattet, um die Auswirkungen dieser Anlage bei Lokomotiven geringerer Leistung zu erproben. Die letzten 89er wurden 1958 ausgeschieden.
Bei der ČSD blieben die Lokomotiven noch bis Ende der 60er Jahre im Betriebsbestand. Die letzte Kaffeemühle („Kafemlejnek“) wurde 1968 mit der 310.097 im Lokdepot Bratislava hl.n. ausgemustert.
Erhaltene Lokomotiven
In der Tschechischen Republik sind etliche Lokomotiven, zum Teil betriebsfähig erhalten geblieben. Zwei weitere, nicht betriebsfähige Lokomotiven existieren zudem in der Slowakei:
- 97.02 (ČSD 310.001) - Depot Olomouc (Denkmal)
- 97.20 (ČSD 310.006) - Eisenbahnmuseum Jaroměř
- 97.98 (ČSD 310.037) - Eisenbahnmuseum Lužná u Rakovníka
- 97.161 (ČSD 310.072) - Depot Pilsen
- 97.167 (ČSD 310.076 - Bratislava (Denkmal)
- 97.194 (ČSD 310.093) - Depot Česke Budějovice (betriebsfähig)
- 97.198 (ČSD 310.097) - Eisenbahnmuseum Bratislava
- 97.206 (ČSD 310.0102) - Přerov (Denkmal)
- 97.214 (ČSD 310.0107) - Eisenbahnmuseum Bratislava
- 97.227 (ČSD 310.0118) - Technisches Nationalmuseum in Prag
- 97.234 (ČSD 310.0123) - Bratislava
- Nr.1 „Litovel“ der ehem. Neutitscheiner Lokalbahn (ČSD 310.0134) - Depot Turnov (betriebsfähig)
Literatur
- Autorenkollektiv: Katalog der historischen Eisenbahnfahrzeuge auf slowakischem Gebiet, Bratislava, 2001
- Griebl, Slezak, Sternhart: BBÖ Lokomotiv-Chronik 1923–1938, Verlag Slezak, 1985. ISBN 3-85416-026-7
- Heribert Schröpfer: Triebfahrzeuge österreichischer Eisenbahnen - Dampflokomotiven BBÖ und ÖBB, alba, Düsseldorf, 1989, ISBN 3-87094-110-3
- Johann Stocklausner: Dampfbetrieb in Alt-Österreich, Verlag Slezak, Wien, 1979, ISBN 3-900134-41-3