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Duell Vincke–Bismarck

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Das Duell Vincke–Bismarck war ein mit Pistolen ausgetragenes Duell zwischen Georg von Vincke und Otto von Bismarck, welches am 25. März 1852 am Tegeler See stattfand. Beide Duellanten entstammten der gleichen gesellschaftlichen Schicht und waren einander gut bekannt. In den Jahren der Revolution und der Reaktion, von 1847 bis 1851, gewannen sie jedoch gegensätzliche Standpunkte, die sie verfeindete. Bismarck wurde in einer öffentlichen emotionalen politischen Debatte von Vicke in die Defensive gedrängt; er musste sich gegen den Vorwurf verteidigen, bei delikaten diplomatischen Angelegenheiten indiskret gewesen zu sein. Die triviale Anekdote um eine brennende Zigarre bildet den Anlass für wechselseitig beleidigende Bemerkungen die zum Duell führte. Doch bleibt dem Drama die Tragödie erspart, denn beide Kontrahenten blieben unverletzt.

Das Duell im 19. Jahrhundert

Im 19. Jahrhundert war das Duell nicht nur ein Verhaltenskodex, sondern ein fester Bestandteil machtpolitischer Auseinandersetzungen.[1] Eine persönliche Meinung zur allgemeinen zu machen, war nicht nur eine Frage der Mehrheit und der Konsensbildung, sondern man erwartete vom Meinungsführer, dass er diese auch unter Einsatz seines Lebens verteidigte. Anders als der Gerichtskampf des Mittelalters, aus dem es sich wohl entwickelt haben dürfte, stand nicht die Sache – der Anlass konnte nichtig sein –, sondern die Haltung des Vertreters im Vordergrund.

Obwohl in Preußen, wie auch in anderen deutschen Staaten, sowohl die Aufforderung zum Duell als auch die Teilnahme und Mitwirkung juristisch gesehen ein Straftatbestand waren,[2] fühlten sich selbst Politiker der Arbeiterschaft wie Ferdinand Lassalle diesem Ehrenkodex verpflichtet. Im Allgemeinen hing es von der gesellschaftlichen Stellung ab, inwieweit für eine Persönlichkeit die Teilnahme an einem Duell als zwingend empfunden wurde. Die Duellanten mussten sich vor dem Hintergrund persönlicher und gesellschaftlicher Anschauungen stellen, um ihre Reputation und damit verbunden ihre politische Laufbahn zu retten. Für Offiziere war der Ehrverlust peinlich, während andere Stände sich weniger empfindlich zeigten. Auch blieb ein Duell aus religiös-moralischer Sicht, auch in Hinblick auf die Zehn Gebote (Du sollst nicht morden), ein Dilemma.

Die Gemeinsamkeiten und Gegensätze

Georg von Vincke, 1848
Otto von Bismarck um 1860

Wie bei jeder Rivalität bedarf es einer Basis von Gemeinsamkeiten, die von der Gegensätzlichkeit der Ausgangslage und Interessen vorangetrieben wird. Aus der Sicht Bismarcks waren Georg von Vincke und er schon lange Rivalen. Er verachtete einen Mann von Geblüt, der seiner Ansicht nach seine Klasse betrog, indem er seinen Monarchen Fesseln anlegte. [3] Vincke dagegen war der schärfste parlamentarische Gegner Bismarcks in den ersten Jahren. [4] Anfänglich war eine bemerkenswerte Übereinstimmung zu verzeichnen: Beide kamen aus dem gleichen Stand – alten Landadelsgeschlechtern – und waren königstreu, vaterlandsliebend, bekennende Preußen, Göttinger Corpsstudenten, Juristen und evangelisch [5]. Beide waren auch „Hitzköpfe“ mit einem übersteigerten Ehr- und Pflichtgefühl. Beide verfolgten lebenslang die Zielsetzung: Erhalt des preußischen Staates und dessen Krone. Trotz dieser Gemeinsamkeiten gab es auch Differenzen, die auf lange Sicht eine fruchtbare Zusammenarbeit der beiden Charaktere verhinderten. Der Abgeordnete des Preußischen Landtags Georg von Vincke, Sohn von Ludwig von Vincke, war der Spross des Adelsgeschlechts von Vincke vom Gut Ostenwalde mit einer staatstragenden und liberalen Gesinnung. Ihm gelang der politische Aufstieg durch seine Redegewandtheit leichter und eleganter als Bismarck. Doch in seinen Reden dominierte der Konjunktiv, und selbst für Zeitgenossen war es schwer verständlich, wo Vincke überhaupt stand und was er wollte. Ihm fehlte entschieden die zielstrebige Machtorientierung und der leidenschaftliche Ehrgeiz, wie Bismarck sie besaß. Bismarck dagegen wirkte steif und spröde und alle seine Maßnahmen hatten immer etwas Brutales an sich. Sein Redefluss war stockend und ging mit komplizierten Satzgefügen einher. Ein Stenograf des Reichstags bemerkte später hierzu: Bismarck spreche mit „einer fast frauenhaft schwachen Stimme, die, namentlich wenn er von seinen nervösen Affectionen heimgesucht wird, in jedem Satze ein bis zweimal von einem donnernden Räuspern unterbrochen wird“.[6] Quälende Pausen, die peinlich wirkten, in denen er anscheinend nach Worten suchte, wechselten mit stoßartigen Sätzen von hoher Geschwindigkeit, die wiederum vom Räuspern unterbrochen wurden. Dafür bestach seine Rede durch treffende, aussagestarke Wortwahl: keine ästhetische Rhetorik, kein Sophismus, sondern eine Schlagfertigkeit, die von Freund und Feind verstanden wurde. Bismarcks größte Stärke war eine feste politische Heimat in dieser turbulenten Zeit des Umbruchs: die lutherische Einheit von Thron und Altar, aus der der Reformkonservatismus von Friedrich Julius Stahl entwickelt wurde, dem Grundsatz der Konservativen Partei. Vincke dagegen ließ alle Optionen offen und wollte sich nicht im Vorhinein festlegen, um die Entwicklung abzuwarten. Daher konnte er seine Ideen auch nicht zielgerichtet vorantreiben. Er gewann aus der großen Zahl seiner Sympathisanten keine dauerhaften Freunde, konnte keine Bündnisse schmieden, keinen eigentlichen Gegner ausmachen.

Die zunehmenden Gegensätze von 1847 bis 1851

Vorausgeschickt werden muss, dass sich diese aufbauende Gegnerschaft nicht auf einen gegen- und wechselseitigen Entfremdungsprozess beruht. Genau das Gegenteil ist hier der Fall: Es ist ein Prozess des sich Vertrautmachens im politischen Umgangs mit- und gegeneinander, ja geradezu der Intimität. Dies zeigt auch die tiefe Betroffenheit Bismarck, mit der er auf die private Indiskretion Vinckes reagiert. - Die Geschichte mit der brennende Zigarre hatte er ihm unter vier Augen erzählt, was dem versierten Bismarck wohl kaum bei fehlendem Vertrauen unterlaufen wäre. [7] - Je besser man sich kennen- und schätzenlernt, desto begreiflicher wird antipodische Stellung zu- und gegeneinander. Dies macht die Zusammenarbeit endlich unmöglich, weil sie einem inneren Identitäts- und einem äußeren Gesichtsverlust gleichkäme. Die einzige Basis in dieser Zeit, ist die gegenseitige Achtung, der Respekt.

Vereinigter Landtag 1847

Das erste gegensätzliche Zusammentreffen fand im Vereinigten Landtag, der Versammlung der acht preußischen Provinziallandtage, im April 1847 in Berlin statt. Vincke stellte sich auf den „Rechtsboden“ und forderte die „Periodizität“ des Landtags, also die konstitutionelle Monarchie. In England und in den Niederlanden sah er die Vorbilder für die weitere Entwicklung in Preußen wie auch in Deutschland: nicht den revolutionären Umbruch, sondern der kontinuierlichen Weiterentwicklung auf Grundlage des bestehenden Rechtssystems. Der Vereinigte Landtag beschloss auf Initiative Georg von Vinckes die Vereinbarungsklausel. Damit hatte eine künftige Nationalversammlung und Verfassung durch Übereinstimmung mit der dazu gleichberechtigten Krone zustandezukommen.[8] Seine viel beachtete Rede endete mit den Worten: „Recht muss Recht bleiben!“ Dem tritt Bismarck "heftig", wie er es selbst zu seiner Gattin schreibt [9] entgegen und verteidigt das Gottesgnadentum der preußischen Krone, wodurch sich ein Vergleich zu englischen Verhältnissen, den Vincke ihn angestrengt hatte, erübrigen würde. [10] Bismarck war der Machtpolitiker, der auch die Rechtsbeugung billigend in Kauf nahm, um die Privilegien der etablierten preußische Monarchie zu verteidigen. Er erblickte in der Diskussion um Rechtsstaatlichkeit und dem Ringen um Konsens gerade den entscheidenden Fehler, den seine Gegner begingen. Er war bereit mit Blut und Eisen das durchsetzen, was seiner Meinung nach, durch Reden und Mehrheitsbeschlüsse nicht gelingen konnte. Entsprechend trat er als militanter Sprecher der konservativen königstreuen Minderheit gegen Vincke und die Liberalen auf.

„Die Reden der Ostpreußen Saucken-Tarputschen, Alfred Auerswald, die Sentimentalität von Beckerath, der rheinisch-französische Liberalismus von Heydt und Mevissen und die polternde Heftigkeit der Vincke'schen Reden waren mir widerlich, und auch wenn ich die Verhandlungen heut lese, so machen sie mir den Eindruck von importirter Phrasen-Schablone.“

Bismarck in Gedanken und Erinnerungen[11]

Vincke versuchte Bismarck und die Konservativen für eine Thronentsagung des Königs gewinnen. Der im englischen Exil weilende „Kartätschenprinz“ sollte zuvor dem Thron schriftlich entsagen. Die Prinzessin von Preußen sollte dann die Regierung für den Kronprinzen übernehmen. Bismarck lehnte jede Mitwirkung ab und ließ durchblicken, er werde, wenn ein solcher Antrag gestellt werden sollte, einen Gegenantrag auf Hochverrat stellen. [12]Am 17. Mai 1847, ergriff Bismarck das Wort und führte aus, dass man gegen Napoleon gekämpft habe, um sich der Fremdherrschaft zu entledigen und nicht um eine Konstitution zu erstreiten. Eine Nation mache sich schließlich unglaubwürdig, wenn sie sich selbst befreie und dann Verfassungsparagraphen ihrem Souverän im Sinne einer zu zahlenden Rechnung vorlege. Diese Rede brachte in der Versammlung derartige Tumulte hervor, dass Bismarck seine Rede unterbrechen musste und so lange auf der Tribüne Zeitung las, bis wieder Ruhe eingekehrt war.[13] Bei seinem Freunden hieß er bald nur noch der "Vinckenfänger".[14] und er ließ sich auch gerne eine Vincke-Vehetzer nennen. Das erhöhte seine Publizität. [15]

Revolution 1848

Vincke beriet den König in den kritischen Märztagen 1848. Er, der den unverschämten Schmähungen des jungen Bismarck in jener Sitzung des Vereinigten Landtages entgegengetreten war, forderte den König auf, die Gewalt zu beenden. Man könne schließlich nicht mit Soldaten die Ordnung wiederherstellen, indem man diese vernichte. [16] Doch lehnte es aber ab, selbst in das preußische Staatsministerium einzutreten. Als Bismarck im November 1849 als Minister vorgeschlagen wurde, wies ihn König Friedrich Wilhelm IV. energisch ab. In einer Randnotiz vermerkte er: „Rother Reactionär, riecht nach Blut, später zu gebrauchen.“ bzw. „Nur zu gebrauchen, wenn das Bajonett schrankenlos waltet“ [17] Obwohl der König zeitweise verzweifelt einen ihm geeignet erscheinenden Regierungschef suchte, bemühte er sich nicht um Bismarck. Dass der König, dessen Interessen er so vehement vertrat, ihn ablehnte, musste Bismarck besonders getroffen haben. Vincke dagegen hatte viermal abgelehnt, der Bitte des Königs nach einem Amt zu folgen und sich für das Ministerium bereitzuhalten: Er wollte die Interessen des Königs nicht vertreten. Laut Bismarck soll Vincke ihm gegenüber sich für eine politisches Amt als nicht geeignet geschildert haben.

„Georg von Vincke antwortete auf meine Sondirung, er sei ein Mann der rothen Erde, zu Kritik und Opposition und nicht zu einer Ministerrolle veranlagt.“

Gleichwohl bildet die Gewalt auf den öffentlichen Straßen und Vickes Eintreten für den König den Konsens, der die beiden Gegnern für kurze Zeit zusammen kommen lässt. Seiner Frau Johanna schreibt Bismarck am 2. April 1848 er sei schon viel beruhigter als er war und mit Vincke nun ein Herz und eine Seele. [19] Doch dieser wurde Mitglied der von Bismarck verhassten Frankfurter Nationalversammlung. Hier bestritt er, gemäß seines Grundsatzes der kontinuierlichen Rechtsentwicklung, die Volkssouveränität und damit die Souveränität der Nationalversammlung und bekannte sich als Monarchist und als Vertreter Preußens. Er forderte die Einheit Deutschlands durch ein Zustandekommen einer Länderunion. Daher zählte er zu den Wortführern der konservativen Fraktion des Café Milani und hatte Einfluss im Parlament und im Landtag. Trotzig schloss sich Bismarck dem Junkerparlament an und versuchte, Einfluss auf den König zu gewinnen.

Preußischer Landtag 1849

Vincke wurde weniger von der Zeitströmung ergriffen als vielmehr in der konsequenten Verfolgung seiner rechtsstaatlichen Auffassung dazu veranlasst, vom politischen Lager der Konservativen, das er in der Paulskirche vertrat, in das links-liberale Lager des Preußischen Landtags zu wechseln, wo er in Friedrich Harkort einen politischen Freund fand. Dies steigerte die Spannung zwischen ihm und Bismarck am Ende der 1840er Jahre zu einem unüberbrückbaren Gegensatz. Er aber entsprach mehr dem Zeitgeist, und seine geschliffene Rhetorik drang, im Gegensatz zu Bismarcks Fistelstimme, in ganz Deutschland durch. Ihm ging es um die Einheit Deutschlands und nicht um Preußen. Auch nach dem für Vicke so enttäuschenden Ablehnungung der deutschen Kaiserkrone am 3. April 1849 durch Friedrich Wilhelm IV. warb er weiter für die von der Frankfurter Nationalversammlung beschlossene Paulskirchenverfassung. Bismarck ließ sich am 5. Februar 1849 für den Wahlkreis Havelland in die zweiten preußischen Kammer des preußischen Abgeordnetenhauses wählen, Vicke für Aachen. In der Debatte vom 21. April 1849 warf dieser Bismarck wegen dessen Opposition gegen die Mehrheit der Kammer eine antediluvianische, d.h. eine vorsintflutliche Haltung vor. Sehr zur Verärgerung Bismarcks nahm die Zweite Kammer in dieser Debatte die Reichsverfassung an. Nur mit Hilfe des Königs, der am 27. April die Kammer auflöste und das Mandat der preußischen Abgeordneten in der Frankfurter Nationalversammlung beendete und die Preußische Verfassung oktroyierte, konnte Situation für Bismarck retten.

Erfurter Unionsparlament und das Ende der Unionspolitik 1850

Im März 1850 ließ sich Vincke in das Erfurter Unionsparlament wählen, das einen letzten Versuch unter preußischer Regie unternahm, um die deutsche Einheit zustande zu bringen. Hier trafen Vincke und Bismarck wieder aufeinander. In einer Rede vom 18. April forderte er eine die Errichtung von Fideicommissen, die Vorrecht des Adels verteidigten sollten. Am 25. April stritt er gegen eine politische Zentralgewalt, die kleinere Länder in ihrer Eigenstaatlichkeit behindere und verteidigte gleichzeitig die preußische Verfassung. Der Unionsverfassung wurde auf Antrag von Vincke angenommen. [20] Die Konstitutionellen und Liberalen scheitern an ihrer eigenen Uneinigkeit, aber auch an den außenpolitischen Umständen: Österreich und Russland wollen ein durch Preußen geeintes Deutschland nicht; die Zeit der Reaktion brach an. In den Briefen an seine Gattin beklagte sich Bismarck, nicht zu Wort zu kommen und kommentierte die Angriffe des liberalen Heinrich von Gagern gegen Vincke mit unverhohlener Schadensfreude.[21] Dem Einigungsprozess militärisch durchzusetzen führte zu Debakel von Bronnzell, wo die preußische Armee schlussendlich den Waffengang gegen Österreich scheute und nach der Mobilisierung in die Kasernen zurückkehrte. Vincke bemerkte hierzu, dass die Armee nie in einen Krieg geführt werden könne, wenn die Ehre und die Interessen des Landes nicht zur Seite stünden und diese nicht nach Hause kommandiert werden könne, wenn sie in einer solche Sache engagiert sei. Bismarck, der darin einen Aufruf zum Ungehorsam wahrnahm, entgegnete, dass das Heer stets das Heer des Königs bleibe und nur im Gehorsam ihre Ehre suchen werde.[22] Am Ende der Unionspolitik verteidigte Bismarck vor der zweiten Kammer am 3. Dezember 1850 die Olmützer Punktation, die selbst für die Konservativen eine Schmach darstellte. In dieser Rede bekannte er, dass die einzige gesunde Grundlage eines großen Staates der "staatlichen Egoismus" sei und nicht die Romantik. Ein preußisches Nein zu den österreichischen Forderung wäre zwar populär, stelle aber keinen überzeugenden Kriegsgrund dar. Die preußische Ehre könne nicht durch das Zurückweichen vor Österreich, sondern nur durch eine Zurückweichen gegenüber der liberalen Opposition in der Kammer verletzt werden. Zugleich verwahrte er sich gegen alle demokratischen Tendenzen und suchte die preußische Ehre darin, dass sich Preußen jeder schmachvollen Verbindung zur Demokratie entfernt halte. [23]

Im Bundestag und im Preußischen Landtag 1851

Am 18. August 1851 gelang es Bismarck, das Vertrauen des Königs für ein Amt zu erwerben, der ihn unter großem Zögern und mit dem Versprechen, zurückzutreten, wenn er der Aufgabe nicht gewachsen sei, nach Frankfurt in den Bundestag entsandte. Die einzige Aufgabe, die er ihm zutraute, bestand darin, die Beschlussfähigkeit dieser von Preußen ungewollten wiederbelebten Institution zu hintertreiben und ihr Ansehen öffentlich zu kompromittieren. Es war dem cholerischen und diplomatisch polternden Bismarck daher unmöglich, politisches Porzellan zu zerschlagen. Bismarck gab dem Monarchen die Zusage, dass er, Bismarck, den Mut habe zu gehorchen, wenn seine Majestät nur den Mut habe, zu befehlen.[24] Derweil schwindet Vinckes Macht im Preußischen Abgeordnetenhaus. In seiner oppositionellen Haltung gegen den Präsidenten des Staatsministeriums und Minister der auswärtigen Angelegenheiten Otto Theodor von Manteuffel brachte er die Losung aus: „Weg mit diesem Ministerium“. Am 8. März 1851 stellte er den Antrag auf Ausschussbildung zur Untersuchung der Lage des Landes. „Es komme darauf an zu prüfen, ob die Regierung die Ehre des Landes gewahrt und das Recht geschirmt habe.“ Am Ende stimmten nur 41 Abgeordnete für die Beratung zum Antrag, während 228 für Übergang zur Tagesordnung votierten. [25] Die große weltanschaulichen Auseinandersetzung zwischen den beiden Rivalen weicht immer mehr kleinlicher Stilfragen. Vincke verwies Bismarck des Öfteren auf die parlamentarische Sitte ihn zu zitieren, ohne ihn zu nennen, bzw. den Abgeordneten nur nach ihrem Wahlort zu benennen. 11. März 1851 rügte er bei Bismarck die Verwendung des Wortes „Kriegsherr“, den Bismarck daraufhin wohlklingenden Ausdruck bezeichnete. [26]

Der Auslöser

Nun, da Bismarck den Standesrivalen Vincke politisch überrundet hatte, ist er nicht mehr bereit, diese "Ungeschliffenheiten" zu ertragen und will ihm als Debattenredner des Preußischen Landtags ernsthaft entgegentreten. [27] Aber auch bei Vincke schien sich auch ein Sinneswandel vollzogen zu haben. Bislang hatte er in den Auseinandersetzungen mit Bismarck stets an die Vernunft appelliert, auf das Recht gepocht, auf den Anachronismus Bismarcks hingewiesen. Doch die Auseinandersetzung zwischen ihm und Bismarck in den letzten fünf Jahren, von 1847 bis 1852, schien seinem Kontrahenten Recht zu geben. Er, der alle Möglichkeiten der politischen Gestaltung durch Prinzipien- und Rechtsfragen vertan hatte, erlebte nun, wie der unbeholfen wirkende und anfangs weit weniger talentierte Bismarck seinen Weg gefunden hatte. Zunächst erscheint dies ein Konflikt zu sein, der durch gravierende Ursachen begründet, sich um einen trivialen Anlass entzündet. Doch so bedeutungslos war der Anlass mitnichten. Zunächst muss berücksichtigt werden, dass vier Jahre nach der Märzrevolution die politische Aufmerksamkeit in Berlin besonders hoch ist. Anders als die Debatten im Bundespalais in Frankfurt, tritt Bismarck in das Rampenlicht der Öffentlichkeit. Auch die Erwartungshaltung der politischen Freunde an die Wortführer beider Seiten ist hoch. Dieser öffentliche Druck, zusammen mit dem Prestigeverlust, machte es unmöglich zu entscheiden, ob die Duellanten nur ihre Ehre, oder ihre politische Karriere retten wollten. Im letzteren Sinne wäre das Duell eine politische Auseinandersetzung des 20. Jahrhunderts, mit den Mitteln des 19. Jahrhunderts gewesen.

Wortgefechte vom 20. und 22. März 1852

Preußisches Abgeordnetenhaus[28]

Als Bismarck Mitte März 1852 von Frankfurt wieder nach Berlin kam, wurde er nicht müde, Freund und Feind über seine ersten diplomatischen Gehversuche eingehend zu unterrichten. Der nie konfliktscheue Bismarck konnte mit der „brennenden Zigarre“ den ersten Punkterfolg gegenüber Österreich vermelden. Im Kampf um die Gunst des Landtags unterlag Bismarck dem wortgewaltigen Rivalen. Am 20 März kam es in der zweiten preußischen Kammer zu einer Aussprache über den Besoldungsetats der Truppen. Friedrich Harkort führte aus, dass dafür die Bevölkerung der großen Städte Preußens ein großes Lob gezollt werden müsse. Bismarck erwiderte, dass der preußische Offiziersstand und die loyalen Elemente des preußischen Volkes im Gegensatz zur Demokratie der großen Städte stünden. Er gäbe darum hier noch mal seine Meinung kund, die er bereits 1848 in der Kreuzzeitung veröffentlicht habe, dass das wahre preußische Volk nicht in den großen Städten zu finden sei.

„Wenn der Herr Abgeordnete auch hier die Äußerung wiederholt hat, dass die Regierung dem Volke misstraue, so kann ich ihm sagen, dass ich allerdings der Bevölkerung der großen Städte misstraue, solange sie sich von ehrgeizigen und lügenhaften Demagogen leiten lässt, dass ich aber dort das wahre preußische Volk nicht finde. Letzteres wird vielmehr, wenn sich die großen Städte einmal erheben sollten, sie zum Gehorsam bringen wissen, und sollte es sie vom Erdboden tilgen.“

Bismarck am 20. März 1852 vor der zweiten Kammer des Landtages[29]

Dieser Ausdruck sorgte für Aufruhr in der liberalen Fraktion. Die Entgegnung von Harkort, dass in der Armee viel mehr Adel vertreten sei, als produzierenden Gewerbe und das einfache Bürger z.B. nicht in das Garde du Corps aufgenommen werden, beantwortete Bismarck damit das Geschäft in der Armee ist zwar ehrenvoll, aber nicht so lukrativ sei, als Fabriken anzulegen und mit Königlicher Unterstützung fortzuführen und den Dank dafür durch Angriffe auf die Regierung zu zahlen. Der Abgeordnete Harkort bezog diese Äußerung auf sich selbst und protestiere niemals eine Unterstürzung erhalten zu haben. [30] Bismarck entgegnete, er werde ihm die Andeutungen, der er ihm hier gemacht habe, unter vier Augen mit den gewünschten Belegen beweisen. [31] Vincke entgegnete Bismarck daraufhin, er solle sich neue Witze einfallen lassen, statt zum fünften Mal den alten Kammerwitz zu erzählen, dass man sich an der Grenze wiedersehen werde und wünschte, er werde in seiner Diplomatie glücklicher sein, als bei seinen Witzen.[32] Ob er schon an einen diplomatischen Rückzug denke, wie bei Olmütz, oder ob er die Soldaten einsetzen wolle, wie bei der "Schlacht von Bronnzell". Bismarck erwiderte, dass es ihm fern liege Witze zu machen. Wer allerdings so wie Vincke, wenn er richtig gezählt habe, nun zum neunzehnten Mal den müde gerittenen Trompeterschimmel von Bronnzell zur Verhöhnung der Armee anführe, habe nicht das Recht sich über abgetragene Witze zu beklagen.[33] Dagegen erwidert Vincke, wenn er die preußische Armee bei Bronnzell für ein würdiges Objekt des Witzes halte, so beneide er ihn nicht um seinen Witz. [34]
Der Satz von Bismarck bringt ein unglaubliches Echo in den Medien hervor. Die Spenersche Zeitung vom 21. März 1852 schildert, dass sich nach diesem Satz es zu einer langen Reihe von "persönlichen Bemerkungen" zwischen Vincke, Bismarck und Harkort gekommen sei, die sich in ihrer Gereiztheit zu übertreffen versuchten. Schlussendlich sei es zu einer schwer misszuverstehenden Provokationen gekommen. [35] Die Preußische Zeitung kann in der Kammer nur ein lebhaftes Bravo vernehmen.[36] In der konservativen Partei wird man sich der Wirkung der Rede bewusst. In der Vossischen Zeitung vom 23.März erscheint ein Widerruf nach den stenographischen Bericht über die 46. Sitzung, laut dem er nicht gesagt habe: „ich traue dem Volke nicht, wenigstens dem nicht in den großen Städten“, sondern „ich hege kein Mißtrauen gegen das Volk, sondern nur gegen die Bevölkerung mancher großer Städte.“[37] Dies ist um so verwunderlicher, da die ihm nahestehende Kreuzzeitung am gleichen Tag schreibt, dass Bismarck erwidert habe: Misstrauen gegen das Preußische Volk hege die Regierung nicht und er auch nicht. Nur den Bevölkerungen mancher großer Städte traue er nicht, so lange sie sich von ehrgeizigen und lügenhaften Demagogen leiten lassen. Sie bilden aber nicht das preußische Volk, letzteres wird sie vielmehr, wenn sie sich wieder auflehnen wollen, zum Gehorsam zu bringen wissen, und sollte es diese Städte vom Erdboden vertilgen.[38] Der Kladderadatsch vom 28.März 1852 widmet diesem Satz praktisch die ganze Ausgabe. Mit einem ironischen Feuilleton macht es die Titelseite auf:"Das wahre preußische Volk wird die großen Städte zu bändigen wissen, und sollte es diese Städte vom Erdboden vertilgen! Was hat er gesagt? Vertilgen hat er gesagt? – Ja, vertilgen hat er gesagt! - Wehe"[39] und stellt ironisch fest, da selbst Preußens Hauptstadt bald ein Trümmerhaufen werden würde, brauche es in Frankfurt auch nicht mehr vertreten zu werden.
Den Sonntag zwischen den Kammersitzungen benutzt Bismarck um seiner mündlichen Zusage an Harkort nachzukommen. Dabei wird ihm klar, dass es bei der mündlich angedeuteten delikaten Information um eine Verwechselung mit seinem Bruder gehandelt hat. Dennoch sieht Bismarck keinen Grund sich zu entschuldigen.

„Berlin 21.März 1852
Ew Hochwohlgeborgen, erlaube ich mir in Erfüllung der von mir in der gestrigen Kammersitzung gegebenen Zusage die ergebenste Mitteilung zu machen, dass mir bei der Äußerung, welche ihnen zu einer persönlichen Bemerkung Veranlassung gab, unter den vielen an einzelnen Fabrikanten geleisteten Königlichen Unterstürzungen vorzugsweise diejenige vorschwebte, welche im Frühjahr 1849 aus den Kgl. Dispostionsfond bei der Seehandlung im Vertrage von 25000 Talern im Staatsschuldscheinen an Herrn Harkort bewilligt worden ist und über deren Veranlassung und Modalitäten ich, wenn es gewünscht wird, genauere Details würde beibringen können, die ich wegen der möglichen Beziehung zu dem Kredit eines kaufmännischen Hauses für die Tribüne nicht geeignet hielt. Wenn Ew. Hochwohlgeboren mir gestern schon mitzuteilen die Güte hättet, dass nicht Sie, sondern Ihr Herr Bruder der Empfänger jenes Darlehns sei, so finde ich diesem Umstande kein Moment, welches den Sinn der von mir getanen Äußerung als unrichtig erscheinen lassen könnte. Im Falle, dass Ew. Hochwohlgeboren es für erforderlich halten, weitere Mitteilungen über diesen Gegenstand mir zu machen oder von mir entgegenzunehmen, werde ich ihren Wünschen bereitwillig entsprechen. Mit Vergnügen benutze ich diese Gelegenheit, Ew. Hochwohlgeboren die Versicherung der vorzüglichen Hochachtung auszudrücken, mit der ich die Ehre habe zu sein. Ew Hochwohlgeboren ergebener Diener“

v. Bismarck [40]
Die Reaktion des Kladderadatsch vom 28.März 1852: Bismarck als Enfant terrible vertilgt ganze Städte und Schulreiter von Vincke reitet den toten Schimmel von Bronnzell

Am 22. März setzte die zweite Kammer ihre Debatte über den Militäretat fort. In diesem Zusammenhang ging es über die Bewilligung von 100.000 Reichstalern zur "militärischen Wiederherstellung" der Burg Hohenzollern. Vincke wünschte, wie in führen Etats übliche Nachweise der Einzelzuschüsse. Er beantragte ein Extraordinarium und die Streichung der 100.000 Taler, weil er die Wichtigkeit eines Postens, der nur mit 150 Mann Sollstärke ausgestattet werde, nicht einsehen könne. Sollte die gesamte Schlosswache nur gebildet werden, damit seine Majestät der König die Wiege seiner Ahnen zum würdigen Zeugnis der Größe seines Geschlechtes darstellen könne, so würden er und seine Freunde ihr Votum dazu gerne geben. Er verwies ebenfalls auf die angespannte Haushaltslage [41] und auf die notwendige Chausseebauten und andere militärische Notstände[42]; wobei er wenn er sich auf den Standpunkt der Städte Sigmaringen und Hechingen stelle, es erfreulich sei, da er vorgestern von einem einflussreichen Mitglied gehört habe, dass die Absicht bestehe, im eintretenden Falle, nun ganze Städte zu vertilgen. (Gelächter) Von demselben namhaften Diplomaten habe er ebenfalls gehört, dass der Krieg in sechs Monaten nicht unwahrscheinlich sei. Wenn nun ein solch "verehrter Mann", der immer die notwendigen diskreten Zurückhaltung aufs "Ängstlichste" wahrgenommen habe, die Kriegsgefahr von der Tribüne dieses Hauses öffentlich ausgesprochen werde, so müsse die Gefahr des Krieges größer sein, als bisher angenommen. [43]. Dem allgemeinen Heiterkeitsausbruch setzte Bismarck entgegen, dass er nicht behauptet habe „es sei nicht unwahrscheinlich, dass in 6 Monaten Krieg sein werde“. Er habe wörtlich gesagt: „es sei möglich, dass trotz der friedlichen Disposition aller europäischen Machte binnen hier und 6 Monaten der Abgeordnete von Aachen Gelegenheit habe, seine kriegswissenschaftlichen Befähigungen auch auf einem anderem Felde zu beweisen. (Nein, nein von der Linken) Er glaubte dadurch, dass er von der Möglichkeit eines Krieges gesprochen habe, diplomatische Rücksichten durchaus nicht verletzt zu haben, als wenn er jetzt seine feste Überzeugung dahin ausspreche, dass man binnen 6 Monaten Krieg oder Frieden haben werde. (Gelächter) Auch diese Passage in der Vossischen Zeitung ließ man noch in der gleichen Ausgabe so darstellen: „Bisher sind die militärischen Talente des Herrn Antragstellers mir unbekannt geblieben. Indessen ist es möglich, dass diese Herrn, trotz der friedlichen Disposition aller europäischen Mächte binnen hier und 6 Monaten Gelegenheit habe, ihre kriegswissenschaftlichen Befähigung auch auf einem andern Felde dazuthun.“ [44] Doch Vincke stichelte weiter und stellte provozierend fest:

„Ich kann nur annehmen, daß der persönlich gereizte Ton, wozu der Herr Abgeordneter keine Veranlassung hatte, da ich seine Leistungen dankbar anerkannt habe, nur aus verletzter Bescheidenheit herrühre, weil ich ihn einen namhaften Diplomaten genannt habe. Ich will daher, um ihn zu befriedigen, diese Äußerung hiermit förmlich zurücknehmen, da allerdings alles, was ich von seinen diplomatischen Leistungen weiß, sich nur auf die bekannte brennende Zigarre beschränkt.“

Vincke am 22. März 1852 vor der zweiten Kammer des Landtages[45]

- Laut Bismarck hatte er Vincke diese Geschichte „als etwas ganz Unwichtiges“ auf dessen ausdrückliches Verlangen unter vier Augen als etwas „Spaßhaftes“ und unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt[46]. - Der Präsident rügt diesen Ton des Abgeordneten von Vincke und bittet in den Grenzen des parlamentarischen Anstands zu bleiben.[47] Der tief getroffene Bismarck konterte von der Rednertribüne aus[48]:

„Ich hätte gewünscht, daß der Abgeordnete von Vincke sich der unnötigen Beziehung auf meine Person enthalten hätte. Da er es nicht getan hat, da er meine Äußerungen in einer wie ich meine, entstellten Weise vorgetragen hat, so bin ich genötigt, ihm darauf zu erwidern. Wenn der Abgeordnete für Aachen sagt, ich hätte mit ihm in einem gereizten Ton gesprochen, so muß ich dies in Abrede stellen. Vielleicht finde ich Gelegenheit, mit ihm in diesem Tone zu sprechen. Seine letzte Äußerung überschreitet die Grenze, nicht nur der diplomatischen, sondern derjenigen privaten Discretion, deren Beobachtung ich von einem Manne von guter Erziehung erwarten zu dürfen glaubte.“

Bismarck am 22. März 1852 vor der zweiten Kammer des Landtages[49]

Der Präsident Maximilian von Schwerin-Putzar spricht wiederholt sein Bedauern aus, dass die Debatte eine solche Wendung genommen habe und ließ sie daraufhin abbrechen. Vincke sagte daraufhin, dass er sie nicht bedauere, da sie ihm Veranlassung geben wird, in einen ebensolchen Tone mit dem Abgeordneten zu reden [50] bzw. "Diesen gereizten Ton des Herrn von Bismarck werde ich erwarten."[51] Sein Antrag wurde verworfen und die nächste Sitzung auf 10 Uhr des 23. März festgelegt. [52]
Eine Indiskretion hatte der Abgeordnete aus Aachen – der Wahlkreis, den Vincke vertrat – wohl kaum begangen, hatte Bismarck doch selbst die Anekdote hinreichend kolportiert, sondern Bismarck fühlte sich von einem „Ehrenmann“ in seiner Ehre getroffen. Wie sehr er in Bedrängnis geraten war, zeigt das Mittel, zu dem er nun Zuflucht suchte: Vincke die gute Erziehung abzusprechen bedeutete, dass er seines Standes unwürdig sei. Dies war nun ein ungeheuerlicher Vorwurf und, da Bismarck ihn öffentlich geäußert hatte, für Vincke nicht zu übergehen.

Mediales Echo

Die Kammerdebatte vom 22. März 1852 erfuhr in der Presselandschaft Berlins, aber auch in ganz Deutschlands, große Aufmerksamkeit. Die großen Tageszeitungen Berlins schickten ihre Redakteure in die Sitzung, die am darauffolgenden Tag ihre Leser über die Ereignisse zu informieren hatten; daher hier die Darstellung des Schlusses der Kammersitzung, den Auslöser des Duelles. Sie sind für die weiteren Verlauf der Ereignisse ungemein bedeutend, weil sie es beiden Politikern verunmöglichen, ohne öffentlichen Gesichtsverlust ihren Worten zurückzunehmen, oder dahinter zurückzugehen.

Spenersche Zeitung vom 23. März 1852

Zum Titel XX., beantragt Herr von Vinke, den Antrag von 100.000 Talern zum militärischen Herstellungsbau der Burg Hohenzollern vom Etat abzusetzen. Er leugnet die Zweckmäßigkeit dieses Baues, sowohl vom militärischen, als auch vom landespolizeilichen Standpunkt. Handelte es sich um den Wiederaufbau der Burg als Residenz seiner Majestät des Königs, so würde er unter Umständen einen solchen Antrag mit Freuden zugestimmt haben. Alleine, dieser Zweck sei in den Berichten gar nicht erwähnt, und es wäre denn auch noch zu erwägen, ob die Finanzlage des Landes eine solche Ausgabe erlaube, was er für den Augenblick allerdings kaum annehmen könne. Abgesehen von anderen Rücksichten leite ihn der Gedanke an die Wahrscheinlichkeit eines europäischen Krieges, welche nach den Äußerungen, die ein namhafter Diplomat, trotz der jedenfalls von ihm immer noch beachteten diplomatischen Zurückhaltung, in der letzten Sitzung getan, jedenfalls viel näher liegen müsse, als man bisher geglaubt. (Bravo)
Herr Treplin bittet den Antrag ohne Debatte abzulehnen, schon aus Rücksicht auf den heutigen Tag. - (Geburtstag seiner königlichen Hoheit des Prinzen von Preußen)
Herr von Prittwitz gibt Herrn von Vincke einige faktische Erläuterungen und bittet ebenfalls den Antrag abzulehnen.
Herr von Bismarck verwahrt sich in einer persönlichen Bemerkung gegen die Interpretation, welche Herr von Vincke seine in der letzten Sitzung getanen Äußerung gegeben. Wenn er von der Möglichkeit eines Krieges gesprochen, so habe er die Diskretion eben so wenig verletzt, als er es jetzt tue, indem er die bestimmte Überzeugung ausspreche, dass wir in 6 Monaten entweder Krieg oder Frieden haben. (Heiterkeit)
Herr von Vincke: Die Äußerungen des Herrn von Bismarck seine von alles seinen (Vincken's) politischen Freunden ebenso verstanden worden, wie von ihm. Der gereizte Ton des Herrn Vorredners sei wahrscheinlich eine Folge verletzter Bescheidenheit, da er ihn einen namhaften Diplomaten genannt. Er nehme jetzt den Ausdruck vollständig zurück, da von diplomatischen Leistungen des Herrn von Bismarck ihm bisher nichts bekannt geworden, als die Geschichte mit der brennenden Cigarre.
Herr von Bismarck: Der Ton, in welchen er gesprochen, sei nicht ein gereizter gewesen. Vielleicht habe er später einmal Gelegenheit, mit Herrn von Vincke in gereizten Ton zu sprechen.
Herr von Vincke: Er selbst werde mit Herrn von Bismarck in dem so eben von ihm bezeichneten Tone sprechen.
Der Antrag des Herrn von Vincke wird abgelehnt, die Position genehmigt. [53]

Constitutionelle Zeitung vom 23. März 1852

Der Titel XXI. Extraodinariarium 769,556 Taler von Vincke beantragt: bei Titel. XX.. Extraodinarium den Betrag von 100,000 Talern zum militärischen Herstellungsbau der Burg Hohenzollern vom Etat abzusetzen.
von Vincke: Auch hier ist die Kommission sehr unvollständig. Ich habe mich wenigstens weder durch ihren Bericht, noch durch die Denkschrift der Regierung überzeugen können, dass es sich hier um einen militärischen Zweck handelt. Ist dies aber nicht der Fall, so weiß ich nicht, wie diese Summe von 100000 Taler auf das Militärbudget kommt. Überall ist nur von polizeilichen Interesse ei der Wiederbefestigung die Rede; aber 150 Mann, wie der Bericht sagt, werden auch die Fürstentümer nicht in Ordnung halten, wenn ganz Süddeutschland in Flammen steht, - und wir sollen 100000 Talern aufwenden, um im Notfall 10 - 20000 Gulden zu retten? Von einer militärischen Postion ist gar keine Rede, - wie schon daraus hervorgeht, dass von einer Geschützstellung gar keine Rede ist, - war mir, beiläufig gesagt, wegen der Städte Hechingen und Sigmaringen sehr lieb, da der Bundestagsgesandte uns neulich gesagt hat, dass "im betreffenden Augenblicke die Städte vernichtet werden müssten." Dass aber gerade jetzt der militärische Zweck alleine Ausgaben rechtfertigen könnte, das habe ich aus den neulichen Worten desselben Redners abnehmen müssen, der uns trotz seiner diplomatischen Stellung versichert hat, wir würden in sechs Monaten einen europäischen Krieg haben.
Treplin erklärt sich gegen den Antrag.
von Prittwiz gibt einige Aufschlüsse über den Bau in Hohenzollern.
von Vincke berichtigt mehrere Angaben.
von Bismarck beschreitet, dass er neulich den Krieg als "nicht unwahrscheinlich" hingestellt habe; er habe nur gesagt, "er sei nicht unmöglich" Damit habe er nichts mehr gesagt, als dass wir in 6 Monaten Krieg oder keinen Krieg haben würden. Der Redner äußert sich in gereiztem Ton über sein Unglück, von dem Abgeordneten für Aachen so häufig missverstanden zu werden.
von Vincke konstatiert, dass der Bundestagsgesandte die Worte über den bevorstehenden Ausbruch des Krieges so gesagt habe, wie er sie angeführt, wie er sie zitiert habe. Er wundere sich dann über den gereizten Ton, den der Vorredner angeschlagen habe, und glaubt, dass dies in der Anerkennung seines Grund habe, welche er den diplomatischen Talenten desselben neulich angedeihen lassen. Er wolle den Bundestagsgesandten darüber beruhigen; er wisse von seinen Erfolgen weiter Nichts, als den berühmten Besuch mit der Zigarre. - Nach einer Replik des Abgeordneten Bismarck und einer Entsagung des Abgeordneten von Vincke nehmen noch die Abgeordneten Wegner un der Regierungskommissar das Wort. Darauf wird der Antrag von Vincke's abgelehnt und er Titel genehmigt; ebenso Titel XXI. Schluss der Sitzung 3 1/2 Uhr. Nächste Sitzung Dienstag 11 Uhr. [54]

Berliner Nationalzeitung vom 23. März 1852

Von Vincke beantragt die genannten Summen vom Etat abzusetzen, indem eine Besatzung von 150 Mann hoch nicht einem gegen das württembergische Heer Stand halten würde, wofür, was Gott behüten wolle, in Süddeutschland ein allgemeiner Aufstand losbreche. Auch ist die Befestigung des Hohenzollern eben keine erfreuliche Aussicht für die Städte Hechingen und Sigmaringen, da noch neulich aus dem Munde eines durch eine amtliche Stellung beachtenswerten Mitgliedes gehörte Versicherung die in Vorschlag gebrachten militärischen Verstärkungen dazu dienen sollen die Städte gelegentlich vom Erdboden zu vertilgen. (Ruf auf der Rechten: nur die großen Städte) Redner ist durch diesen Zuruf im Interesse von Hechingen und Sigmaringen sehr erfreut. Wolle man übrigens, wie die von der Regierung über diesen Gegenstand ausgegebene Denkschrift anzudeuten scheint, in dem sie ausführt, dass der Ausbau der Burg Hohenzollern Seiner Majestät besonders am Herzen liege, die Burg als Residenzschloss auszubauen, so würden er und seine Freunde bereitwillig diesem Wunsch entgegenkommen, wenn er von irgendeiner Seite der Kammer angeregt würde. Mit Rücksicht auf die Finanzlage des Staates, kann er selbst einen solchen Antrag nicht einbringen. Was aber den militärischen Ausbau angehe, so sei jetzt wohl Zeit für den Kriegsminister zu sparen, da ein namhafter Diplomat von der Amtsverschwiegenheit neulich so weit abgewichen ist, um in der Kammer zu erklären, dass wir binnen 6 Monaten eine europäischen Krieg haben werden,
Treplin wünscht, dass die Kammer ohne Diskussion mit Rücksicht auf den heutigen Tag (Geburtstag des Prinzen von Preußen) die Postion genehmige.
von Prittwiz machte einige Bemerkungen, um das Fachgemäße der militärischen Befestigung zu beweisen. Die Befürchtungen von Vinckes, dass auf den Hohenzollern aufgestellte Geschütz dazu dienen solle, um die Städte Hechingen und Sigmaringen zu bestreichen, suchte der Abgeordnete mit großen Ergötzen der Rechten dadurch zu widerlegen, dass er angibt, die erste Stadt ist dort eine Viertelmeile, die zweite fünf bis sechs Meilen entfernt.
von Vincke entgegnete, dass die Kanonen auf dem Wege, der 6000 Taler kosten soll, sehr bequem heraus geschafft werden könnten.
von Bismarck-Schönhausen versicherte, daran gewöhnt zu sein, dass seine Worte dem Abgeordneten von Vincke anders klingen, als er sie ausgesprochen habe. Er habe neulich gesagt, dass trotz der unleugbar friedfertigen Stimmung aller europäischer Möchte doch ein Krieg möglich sei, und damit das Amtsgeheimnis nicht weiter verletzt, als wenn er sage: binnen 6 Monaten haben wir entweder Krieg oder Frieden. (Große Heiterkeit auf der Rechten)
von Vincke entgegnete, dass er dem Vorredner zu diesem gereizten Tone keine Veranlassung gegeben habe. Vielleicht fühle sich derselbe aus gekränkter Bescheidenheit durch den Ausdruck "namhafter Diplomat" beunruhigt; dann solle der Ausdruck zurückgenommen werden, zumal da von diplomatischen Leistungen des Mitgliedes nichts zu seiner Kunde gekommen sei, als die brennende Zigarre.
Der Präsident wünschte im Interesse der Kammer, dass diese Art von persönlichen Bemerkungen vermieden werde.
von Bismarck: Wenn er gereizt sei, so spreche er in einem Tone; vielleicht werde der Abgeordnete von Vincke, der nicht nur von diplomatischen Diskretion, sondern überhaupt von Diskretion nicht zu wissen scheine, Gelegenheit haben, diesen Ton kennen zu lernen.
von Vincke ist darauf gefasst diesen Ton zu vernehmen.
Der Angrag des eben genannten Abgeordneten auf Streichung der Postion von 100000 Talern wird verworfen, die Debatte auf morgen 11 Uhr vertagt. Schluss 3 1/2 Uhr.[55]

Vossische Zeitung vom 23. März 1852

von Vincke wünschte, wie in früheren Etats, Nachweisung der einzelnen Zuschüsse aus den Fonds für außergewöhnliche Bedürfnisse der Festung. Sein Antrag wird verworfen. Er beantragt ein Extraordinarium ferner die Streichung der 100000 Taler zum Ausbau der Burg des Hohenzollern. Er bestreitet die Wichtigkeit eines Postens von nur 150 Mann Stärke, die wohl selber der württembergische Armee gegenüber nicht viel besagen werden; wäre es nur zu polizeilichen Zwecke, so gehöre die Postion in das Ministerium des Inneren. Auch dann sei eine Ausgabe von 160000 Talern zur Sicherung von vielleicht 20000 Gulden unverhältnismäßig. Gegen eine Bewegung in Süddeutschland selbst aber würde eine solche Besatzung nicht viel helfen, denn die Städte Sigmaringen und Hechingen könne eine solche Nachbarschaft, zumal nachdem neuerdings damit gedroht werde, die Städte überhaupt von Erdboden zu vertilgen, gefährlich werden. Was ferner ein Fahrweg mit der Infantriebesatzung zu tun habe, sehe er auch nicht ab. Sollte es hier eine Schlosswache bilden, wenn seine Majestät der König die Wiege seiner Ahnen zum würdigen Zeugnis der Größe des Geschlechtes wiederaufzubauen gedenke, so werde er und seine Freunde natürlich gerne ihr Votum dazu geben, wenn es die Finanzlage überhaupt erlaube. Aber er teile die sanguinische Hoffnung des Finanzministers über Deckung der Desicits durch die Restverwaltung nicht und verweise in dieser Beziehung vor allem auf die notwendigen Chausseebauten, die Notstände u.s.w. Da ferner durch einen namhaften Vertreter der Diplomatie neulich hier, natürlich also gewiss mit aller dem Diplomaten zukommenden Reserve, es als "nicht unwahrscheinlich" bezeichnet worden sei, dass in nächster Zeit schon größere militärische Machtentfaltungen nötig werden könnten, so bitte er die notwendigen Mittel zusammenzuhalten.
Treplin bittet, in Rücksicht auf den heutigen Tag, den Geburtstag eines Sohnes jenes ruhmwürdigen Stammes, die Postion ohne Debatte zu genehmigen.
von Prittwitz erweist die militärische Notwendigkeit der einzelnen Bauten.
von Bismarck stellt den Ausdruck "es sein nicht unwahrscheinlich, dass in 6 Monaten Krieg sein werde" in Abrede. Er habe wörtlich gesagt: "es sein möglich, dass trotz der friedlichen Dispostion aller europäischen Mächte binnen 6 Monaten der Abgeordnete von Aachen Gelegenheit habe, seine kriegswissenschaftliche Befähigung auch auf einem andern Felde zu beweisen." (Nein, Nein von der Linken) Er glaube dadurch, dass er von der Möglichkeit eines Krieges gesprochen habe, diplomatische Rücksichten durchaus nicht verletzt zu haben, sowenig als wenn er jetzt seine feste Überzeugung dahin ausspreche, dass wir binnen 6 Monaten Krieg oder Frieden haben werden. (Gelächter) Er glaube, dass die Äußerung nur in der Aufregung falsch aufgefasst worden sein, in die sie den Herrn Abgeordneten für Aachen versetzt habe. Er habe diesen Effekt, der den Herrn Vorredner etwa zu Trennung von seinen Fonds veranlassen könnte, nicht gewünscht.
von Vincke: Was jene Äußerung betrifft, so sei sie nicht nur von ihm, sondern von dieser ganzen Seite (zur Linken) so verstanden worden, wie er sie zuerst wiedergegeben. Übrigens verstehe er den Ton persönlicher Gereiztheit in der Antwort des Vorredners nicht, sie stamme den etwa aus verletzter Bescheidenheit, da er ihn einen "namhaften Diplomaten" genannt. Er nehme in diesem Falle gern das Beiwort zurück, zumal von seiner diplomatischen Wirksamkeit im bis jetzt nur die brennende Zigarre bekannt geworden sein.
von Bismarck erwiderte, dass sein Ton, wenn er gereizt sei ein ganz anderer sei, und der Vorredner vielleicht noch einmal Gelegenheit finden werde, denselben zu hören.
Der Präsident spricht wiederholt sein Bedauern aus, dass die Debatte solche Wendung genommen und bittet sie abzubrechen.
von Vincke: Ich bedaure sie nicht, da sie mir Veranlassung geben wird, in einem eben solchen Tone mit dem Herrn Abgeordneten zu reden.
Der Antrag von Vinckes wird hierauf verworfen und nachdem noch der nächste Titel erledigt, die Diskussion bis morgen 10 Uhr vertagt.[56]

Preußische Zeitung vom 23. März 1852

Abgeordneter von Vincke beantragt: Bei Titel XX. Ordinarium der Erwartung auszusprechen, dass die dem vorigen Etat beigefügte Nachweise der aus dem Fonds "fixierter Zuschuss für außergewöhnliche Bedürfnisse der Festung" geleisteten Zahlungen ach dem diesjährigen nachträglich beigefügt werde. Der Angrag wird verworfen. Extraordinarium: 769,556 Reichstaler.
Abgeordneter von Vincke will hier den Betrag von 100,000 Reichstalern zum militärischen Herstellungsbau der Burg Hohenzollern vom Etat absetzen, indem er nur dann aus vollen Herzen für die Summe stimmen werde, wenn er den Wieder-Aufbau der Burg zur Residenz Seiner Majestät des Königs würdigen Zeugnis der Größe unseres Geschlechtes wiederherzustellen; er hält aber die militaristischen Zwecke nicht für so dringend, um eine solche Summe zu bewilligen. Er ist der Ansicht, dass es dringendere Bedürfnisse gebe, als der militärische Herstellungsbau der Burg Hohenzollern und weist deshalb auf die vielen Chauseebauten, auf die Notstände, die in einzelnen Teilen des Landes ausgebrochen, hin, Bedürfnisse, welche bei der gegenwärtigen Finanzlage nicht haben befriedigt werden können.
Abgeordneter Treplin bittet mit Rücksicht auf den heutigen Tag, ohne Debatte über diesen Antrag abzustimmen und denselben zu genehmigen.
Abgeordneter von Prittwitz gibt einige faktische Erläuterungen und beweist die Notwendigkeit der Postion,
Nach Schluss der Debatte folgen abermals persönliche Bemerkungen zwischen den Abgeordneten von Bismarck-Schönhausen und von Vincke, hervorgerufen durch Anmerkungen des Leztern in Bezug auf die vorgestrige Rede des Abgeordneten von Bismarck. Die Bemerkungen tragen den Charakter großer Gereiztheit, so dass der Präsident bittet, dergleichen zu unterlassen.
Der Antrag des Abgeordneten von Vincke wird mit großer Majorität verworfen, die Postion dagegen genehmigt. [57]

Kreuzzeitung vom 24. März 1852

Der Abgeordnete von Vincke hat auch hierzu ein Amendment eingebracht, in welchem er die Absetzung dieser 100000 Taler fordert. Er verteidigt dasselbe, indem er anführt: Es handelt sich hier um eine sehr bedeutende Summe, die ich überdies für den Militär-Etat gar nicht geeignet finde. Es ist uns gesagt worden, dass die Burg für 150 Mann eingerichtet werden soll; aber was können 150 Mann wohl ausrichten? Selbst gegen die Württembergische Armee würden sie nichts vermögen. Man behauptet, dass die Zustände in Süddeutschlands sehr erschüttert sind und ich stimme dieser Ansicht bei, aber was sollen den dort 150 Mann unter solchen Umständen für Widerstand leisten und für ein bloßes Refugium steht den doch die verlangte Summe wahrscheinlich in keinem Einklange. Nun ist uns gestern zwar von einem verehrten Mitgliede der Rechten dieses Hauses gesagt worden, dass die Städte vom Erdboden vertilgt werden sollen, und so mag es die Absicht sein, von der Burg Hohenzollern aus die Städte Sigmaringen und Hechingen dem Erdboden gleich zu machen. (Ruf: "große Städte!") - ich nehme diesen Ruf dankbar im Interesse der kleinen Städte. - Wenn es ein Werk wäre, die Ahnenburg unseres glorreichen Herrscherhauses würdig wiederherzustellen, ich frage sie, wer unter uns würde nicht die Mittel dazu freudig bewilligen wollen? Wer würde nicht zustimmen, dass diese 150 Mann als eine Art Schlosswache dort eine Unterkommen finden? Jetzt stimme ich aber um so weniger für die Bewilligung dieser 100000 Taler, als wir vorgestern zwar mit dem nötigen diplomatischen Rückhalt von einem namhaften Diplomaten gehört haben, dass wir, obschon ich gestehen muss von dieser Gefahr bisher noch keine Ahnung gehabt zu haben, vielleicht binnen 6 Monaten in einem Europäischen Krieg verwickelt sein könnten. (Heiterkeit links)
Abgeordneter von Prittwitz: Allerdings soll der in Frage stehende Punkt nur als ein Refugium dienen; als solches war aber nur die Burg Hohenzollern als dazu am geeignetsten zu vermitteln. Wenn sonst aber noch Etwas zur Beruhigung des Herrn von Vincke beitragen kann, will ich ihm nur erwidern, dass, was das dem Erdboden Gleichmachen der Städte Sigmaringen und Hohenzollern von der Burg aus anlangt, dies nicht gut möglich sein wird, da die eine Stadt fast eine und die andere 5 - 6 Meilen von ihr entfernt liegt. (Heiterkeit)
Abgeordneter von Bismarck-Schönhausen: Ich habe schon oft das Unglück gehabt, von dem Herrn Abgeordneten von Vincke missverstanden zu werden, und so wundere ich mich auch nicht, dass ich es auch diesmal zu beklagen habe, zumal er meine Worte in einer Aufregung vernommen zu haben scheint. Ich habe am Sonnabend nur erklärt, dass so friedfertig gesinnt auch in diesem Augenblicke die Regierungen Europa's sind, vielleicht doch Umstände eintreten könnten, welche uns in 6 Monaten nötigen von dem militärischen Talente des Abgeordneten für Aachen auf einem anderen Felde, als dem hier, Gebrauch zu machen. Und damit habe ich eben so wenig mein Amtsgeheimnis verletzt, als wenn ich behauptet hätte, dass wir binnen 6 Monaten entweder Krieg oder - Frieden hätten. (Allgemeine Heiterkeit)
Abgeordneter von Vincke: Ich begreife nicht, dass grade ich derjenige sein soll, der den Herrn von Bismarck stets falsch versteht. Alle meine Freunde in meiner Nähe haben ihn ebenso verstanden wie ich. Wenn der Herr Abgeordneter übrigens von einem gereizten Ton spricht, den ich angenommen haben soll, so mag er das vielleicht auf den Ausdruck "namhafter Diplomat" zu beziehen und ich bin gerne bereit diese Bezeichnung zurückzunehmen. Die Entwicklung seines diplomatischen Talents scheint sich überhaupt bis jetzt nur auf die bewusste "brennende Zigarre" beschränkt zu haben. (Lachen links, Lärm rechts)
Der Präsident rügt diesen Ton des Abgeordneten von Vincke und bittet in den Grenzen des parlamentarischen Anstands zu bleiben.
Abgeordneter von Bismarck: Wenn mein Ton in gereizter ist, ist er ein anderer und es kann sich sehr leicht ereignen, dass ich einmal mit dem Abgeordneten für Aachen in demselben spreche. Was aber die brennende Zigarre anlangt, so halte ich dafür, dass Herr von Vincke ebenso wenig von diplomatischer Diskretion weiß, als von jeder anderen. (Bravo rechts)
Der Präsident wiederholt seine Bitte um Mäßigung.
Abgeordneter von Vincke: Diesen gereizten Ton des Herrn von Bismarck werde ich erwarten. (Lebhafte Unruhe)
Das Amendment von Vincke wird sodann verworfen und die Position angenommen; vergleichen für Servis- und Garnison- Verwaltungswesen 2450008 Taler, womit die Debatte vertagt wird. Schluss der Sitzung 3 1/2 Uhr. Nächste Sitzung: Dienstag 11 Uhr.[58]

Der Hintergrund zur brennenden Zigarre

Bundespalais

Dies ist eine alte Anekdote und Harry Graf Kessler vermutet, dass sie von Bismarck selbst in Kurs gesetzt sei und über die Zeit entweder falsch wiedergegeben oder entstellt worden ist[59]. Bismarck agierte als Bundestagsgesandter – gemäß der königlichen Weisung – wegen des wiederaufkommenden Dualismus' gegen Österreich im Bundestag. Entsprechend der Legendenbildung gibt es mehrere Versionen, die immer das gleiche Motiv verfolgen: Die österreichischen Diplomaten rauchen Zigarre und Bismarck zieht nach, um damit die Ebenbürtigkeit Preußens zu betonen:

  • „Bismarck stand in Gegnerschaft zu Friedrich von Thun und Hohenstein, dem österreichischen Gesandten, der im Frankfurter Bundestag den Vorsitz führte. Beide lieferten sich Auseinandersetzungen um kleinliche Protokollfragen; so zog Bismarck eines Tages im Sitzungssaal des Bundestages, wo bisher nur der Vorsitzende geraucht hatte, eine Zigarre aus der Tasche und bat Thun demonstrativ um Feuer.“[60]
  • „Graf Thun Hohenstein erlaubte sich, als Einziger im Tagungszimmer des Militärausschusses des Frankfurter Bundestages zu rauchen. Da Bismarck nicht die Absicht hatte, den Österreichern besondere Privilegien einzuräumen, begann er in der nächsten Sitzung, ungeniert eine Zigarren zu rauchen. Das nächste Mal zog der bayerische Gesandte nach, bis schließlich sogar die Nichtraucher aus Prestigegründen rauchten.“[61]
  • Als Bismarck den österreichischen Diplomaten Bernhard von Rechberg erstmals besuchte, habe er diesen schreibend und Zigarre rauchend angetroffen. Er habe darauf ohne weiteres sich ebenfalls eine Zigarre angesteckt, auf dem Sofa Platz genommen und dort die Begrüßung durch Rechberg abgewartet. Da Rechberg zu dieser Zeit in Konstantinopel weilte, könnte es sich um eine Verwechselung mit Graf Thun Hohenstein handeln. Dieser Vorfall käme schon einem diplomatischen Affront nahe, auf jeden Fall wäre es gegen die Etikette.[62]

Die Herausforderung vom 23. – 24. März 1852

Generalsuperintendent
Carl Büchsel
(um 1850)

Obwohl Bismarck in seinem Brief an seine Schwiegermutter daselbst schreibt, dass er von Vicke am anderen Tag durch Herrn von Sauken-Julienfelde gefordert wurde [63] wird es wohl eher sein, dass Bismarck Vinckes letzte Äußerung als Aufforderung aufgefasst hat, ihn zu fordern, also seine öffentliche Forderung formal zu erwidern. [64] Sodass Vincke durch seine öffentliche Äußerung Bismarck indirekt gefordert hatte und Bismarck sich genötigt sah formal zu fordern. [65] Fraglos gibt Bismarck zu, beleidigt zu haben und sieht in Vincke den zurecht Fordernden.[66] Dieses bestätigt Vincke durch seinen Sekundanten, Herrn August von Saucken-Julienfelde, am folgenden Tag, also am 23. März 1852 zu einem Pistolenduell auf vier Kugeln laut Bismarck [67], bzw. auf zwei Kugeln auf 15 Schritte laut Bodelschwingh [68]. Für Vincke war dies nichts besonderes; er hatte schon des öfteren parlamentarische Gegner gefordert. [69] Bismarck hatte sich zuvor mit seinen Freunden Alexander von Uhden, General von Gerlach, Eberhard zu Stolberg-Wernigerode; alle meinten, es müsse sein[70]. Hans Hugo von Kleist-Retzow meinte im Gespräch mit Ernst Ludwig von Gerlach, dass Bismarcks Verhalten gerechtfertigt sei; Vincke müsse in diesem „gerechten Krieg“ bestraft werden.[71] Vincke muss von der Forderung daselbst überrascht gewesen sein, den er bitte daraufhin um eine Verschiebung um 48 Stunden, die Bismarck gewährt. [72] Bismarck wollte zunächst den Händel mit Vincke in einem weniger gefährlichen Säbelduell austragen[73]. Er war aufgrund seiner corpsstudentischen Erfahrung ein guter Fechter auf dem Korbschläger, an Säbelpartien und Pistolenduellen hatte er zuvor jedoch nur als Sekundant und Unparteiischer mitgewirkt.[74] Auch Vincke war fechterfahrener Corpsstudent[75] und 1833 bereits wegen eines Duelldelikts zu Festungshaft verurteilt worden. Doch die von Bismarcks Sekundant und Schwager Oskar von Arnim-Kröchlendorff[76] vorgeschlagene Konzession wurde durch Saucken-Julienfelde[77] abgelehnt. Als unparteiischer Zeuge wurde Carl von Bodelschwingh, ein Corpsbruder Vinckes,[78] bestimmt. Bismarck verschwieg seiner Frau, die in Frankfurt am Main mit dem künftigen Sohn Wilhelm von Bismarck schwanger war, das kommende Duell; sein Brief aber deutet den Unmut über die ganze Situation an: Er habe dieses unfruchtbare Kammergezänk, wo man sich über allerhand Tölpeleien ärgern müsse, herzlich satt. Er sehne sich grade zu nach den höflichen Debatten im Bundespalais. Er hoffe, am Freitag den 26. März wieder daheim im "stillen Haus" zu sein. [79] Er sucht Rückhalt, bei seinen politischen Freunden und im Glauben. Doch Carl Büchsel, der Generalsuperintendent, lehnte das Duell entschieden ab und verweigerte das Abendmahl und den geistlichen Beistand. Allein die politischen Freunde hielten zu Bismarck. Dass es hier nicht nur um eine persönlich-private Angelegenheit ging, verriet der empörte Tagebucheintrag des Konservativen Ernst Ludwig von Gerlach:

„Büchsel hatte Bismarck das heilige Abendmahl verweigert … ich kann das nicht richtig finden, er ist im Stande der Nothwehr und gerechten Krieges.“

Ernst Ludwig von Gerlach, Tagebuch vom 23. März 1852[80]

Bismarck hingegen schrieb in seinem Brief am Folgetag seiner Gattin sibyllinisch von ungläubigen Priestern, ohne Ross und Reiter zu nennen. Übermorgen werde man sich wiedersehen, wenn es Gottes Wille sei, dass der Schnee ihn durchlasse.[81] Auch Harkort fühlt sich durch Bismarck beleidigt und will die Sache so nicht auf sich beruhen lassen. Die fadenscheinige Erklärung Bismarcks einer Verwechselung aufgesessen zu sein, genügt ihn nicht. Vickes politischer Freund schreibt seinen Antwortbrief wie eine zweite Forderung an Bismarck:

„Berlin 23. März 1852
Ew. Hochwohlgeboren, geehrte Zuschrift von gestern erledigt meiner bescheidenden Ansicht nach den Fall nicht, denn nach dem Gange der Debatte wurde mir der Vorwurf der Undankbarkeit in Bezug auf empfangene Vorschüsse aus der Staatskasse gemacht. Darüber erwarte ich den näheren Beweis! Auch ist die Voraussetzung unrichtig: dass mir eine derartige Negociation bekannt sei; zuerst erfuhr ich sie aus Ihrem Munde. Wenn meine Verwandten Geschäfte mit der Seehandlung machen, so bin ich persönlich nicht dafür verantwortlich; ob nun Ew. Hochwohlgeboren als Vertrauensmann der Budgetcommission darüber näheren Aufschluss geben oder nicht, kann wohl auf meine Sache nicht von Einfluss sein. Mit vorzüglicher Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ergebener Diener“

Friedrich Harkort [82]

Doch Büchsel besann sich und hielt mit Bismark und Eberhard zu Stolberg-Wernigerode eine Betstunde ab.[83]; am Folgetag notierte der Bruder Gerlachs in sein Tagebuch:

„Auf ein Billet von mir kam Bismark zu mir von Büchsel, der sich entschlossen, ihm das heilige Abendmahl zu reichen. Er war sehr gedämpft, fast gedrückt; früher habe er oft dergleichen gehabt; jetzt im Glauben und als Ehemann und Vater fühle er doch anders; seine Frau erwarte ihre Entbindung.“

General von Gerlach, Tagebuch vom 24. März 1852 [84]

Vincke rechnete mit dem Schlimmsten. Am Abend des 24. März schrieb er seiner Frau einen bewegten Abschiedsbrief. Darin gedachte er der Wirren, die dem Land noch bevorstünden und des Hauses Busch, wo er geboren wurde und wo er auch sein Grab wünschte. Er ginge morgen einen ernsten Gang, um mich mit Bismarck zu schießen. Am darauf folgenden Tag, vor der gemeinsamen Abfahrt nach Tegel hatte er Bodelschwingh einen Schlüssel zu seinem Schreibtisch gegeben und ihn gebeten, für den Fall seines Todes die darin befindlichen Papiere seiner Frau zuzustellen und sie schonend über den Vorfall und seinen Ausgang zu verständigen.[85]

Das Duell am 25. März 1852

Darstellung eines Duells mit Pistolen von Ilja Jefimowitsch Repin

Als die beiden Gruppen sich am 25. März 1852 um 8 Uhr früh an einem, vom Bodelschwingh bestimmten Platz am Seeufer in Tegel trafen, herrschte ein frühlingshaftes Wetter bei klarem Sonnenschein, gleichwohl in den letzten Tagen eine große Menge Schnee gefallen war.[86] Mit Bismarck war sein Sekundant Oskar von Arnim-Kröchlendorff, sein Bruder Bernhard von Bismarck[87], als unbeteiliger Zuschauer [88] und Eberhard zu Stolberg-Wernigerode, als Zeuge erschienen. Vincke war in Begleitung von Saucken-Julienfelde, als Secundant, Bodelschwingh als Unparteilicher sowie sein Vetter Major Vincke, als Zeuge. Dieser erklärte, dass die Forderung ihm für die gefallene Beleidigung zu hart erscheine, so dass ein Schuss pro Seite genügen würde. [89] Dem stimmten beide Seiten zu. Saucken-Julienfelde ließ für Vincke anfragen, ob man von der Duellforderung abrücke, wenn Bismarck sein Bedauern erkläre. Dies lehnte Bismarck ab. – Hierbei muss bemerkt werden, dass gerade für Bismarck der Verzicht folgenreicher gewesen wäre als für Vincke. Als Erzkonservativer vertrat er doch genau den Wertekanon, der durch das Duell ausgedrückt und verteidigt wurde. Ein Verzicht hätte ihn nicht nur der Unglaubwürdigkeit, sondern sogar der Lächerlichkeit preisgegeben. – Nun wurden die präzisen Duellpistolen geladen. Dabei wurde eine nach Bismarck überladen, so dass sie anfänglich nicht zur Verfügung stand. Daher wich man auf unpräzisere Pistolen aus, die zum Sekundieren vorgesehen waren.[90] Laut Bodelschwingh brach der Ladestock, weil die Kugeln für den Lauf zu dick waren; daraufhin wurden kurzer geschaftete Pistolen verwandt.[91] Die beiden Duellanten nahmen ihre Positionen ein. Auf Kommando von Bodelschwinghs schossen beide aufeinander und fehlten. Das eigentliche Duell dürfte um ca. 10 Uhr angefangen haben; Bodelschwingh schilderte es so:

„Ich ladete die Pistolen, die Gegner wurden sich gegenüber gestellt und ich sagte denselben, daß sie auf mein Kommando: "Eins" die Pistolen zu heben, auf mein Kommando: "Zwei" zu zielen und ehe das Kommando: "Drei" erfolge, abzuschießen hätten. Ich fügte hinzu, daß ich ihnen zwischen "Zwei" und "Drei" ausreichend Zeit lassen werde. – Wenige Sekunden nach dem Kommando "Zwei" fielen beide Schüsse, fast gleichzeitig, wenigstens konnte ich nicht unterscheiden, wer von beiden zuerst geschossen hatte. Beide Gegner waren unverletzt. Herr von Bismarck schritt rasch auf Herrn von Vincke zu und reichte ihm die Hand. Es fand auf dem Kampfplatz vollständige Aussöhnung statt.“

Bodelschwingh[92]

Bismarck schilderte dagegen:

„Gott verzeihe mir die schwere Sünde, aber ich kann es nicht leugnen, als ich durch den Dampf sah und mein Gegner aufrecht stehen blieb, hinderte mich eine Empfindung des Missbehagens, in den allgemeinen Jubel, der Bodelschwingh Tränen vergießen ließ, einzustimmen; die Ermäßigung der Forderung war mir verdrießlich, und ich hätte das Gefecht gern fortgesetzt. Da ich aber nicht der Beleidigte war, so konnte ich nichts sagen; es war aus, und alles schüttelte sich die Hände.“

Bismarck in dem Brief an seine Schwiegermutter vom 4. April 1852[93]

Anwesende

  • Unparteilicher
  • Duellanten
  • Sekundanten
  • Zeugen
  • Zuschauer


Das Ergebnis

Die liberale Berliner Nationalzeitung vom 26. März 1852 vermeldet in ihrer Morgenausgabe unter der Rubrik "Berliner Nachrichten" lapidar und ironisch: „Wie erzählt wird, hätten diesen Vormittag zwischen zwei bekannten Kammermitgliedern ein Duell stattgefunden, das infolge der neulich stattgehabten parlamentarischen oder unparlamentarischen Debatte engagiert war. Wie hinzugefügt wird, wäre der Zweikampf so abgelaufen, wie manche Kammerdebatte, d.h. es wäre nichts dabei herausgekommen.“[94] Indirekt vermeldet die Bismarck nahestehende Kreuzzeitung das Ergebnis des Duells, indem sie am 27. März 1852 verlauten lässt: „Der diesseitige Bundestagsgesandte, Geh. Legationsrath v. Bismarck-Schönhausen, wird sich heute Abend auf seinen Posten nach Frankfurt zurückbegeben.“ [95] Es wurde viel darüber spekuliert, ob beide Duellanten absichtlich gefehlt hätten oder ob die Pistolen von Außenstehenden manipuliert wurden.[96] Auch war kein Wundarzt zugegen, was so weit außerhalb Berlins fatale Folgen hätte haben können. Bodelschwingh hielt das für ausgeschlossen. Beide Kontrahenten hatten durch Briefe und Regelungen mit dem Leben abgeschlossen. Auch soll Bismarck vor und nach dem Duell sehr erregt gewesen sein.[97] Am 25. März teilte Vincke seiner Frau Helene Sophie Berta von der Schulenburg auf Gut Ostenwalde bei Oldendorf das Duell und den glücklichen Ausgang desselben mit. Da Bismarck ihm einen Mangel an Erziehung vorgeworfen habe, sei ihm natürlich nichts übrig geblieben. Er hoffe aber, das Duell werde auch in der Kammer ein besseres Verhältnis und mehr Achtung zwischen Links und Rechts hervorrufen. [98] Bismarck vermeldete ebenfalls seiner Gattin Johanna von Puttkamer am 25. März, dass sie dem Zeitungsklatsch, dass er und Vincke in einer gefährlichen Beziehung stünden, keinen Glauben schenken solle; das sei alles beseitigt; darauf gebe er ihr sein Wort und würde eher etwas verschweigen, als sie belügen.[99] Erstaunlicherweise bekundeten beide die Erleichterung über den Ausgang in ihren Briefen, kein Wort über Satisfaktion oder Ehre. Das politische Berlin zeigte sich unzufrieden: Hofften doch sowohl die Liberalen wie die Konservativen, einen wortgewaltigen Gegner zu verlieren. Der König Friedrich Wilhelm IV., der damals zur Feier eines Jubiläums nach Moers gefahren war, ließ sich unterwegs telegraphisch den Ausgang melden.[100] Schon einen Monate später, am 21. April 1852, spricht er in einem Billet die Erwartung aus, dass mit Bismarcks Hilfe die Umgestaltung der Ersten Kammer gelingen und die „schmutzigen Inriguen“ des „Verein reudtiger Schafe aus der Rechten und stänkriger Böcke aus der Linken“ überwunden werden könnte. [101] Doch Bismarck ist der „Kammerluft“ überdrüssig geworden. In einem Brief an die Gattin schreibt er schon im Mai, dass etwas Demoralisierendes darin läge. Die Leute würden bei dem „Turn- und Exerzierplatz von Geist und Zunge“ eitel werden und sich auf der Tribüne, wie in einen „Toilettenstück“ vor dem Publikum produzieren. [102] Immer wenn er von Frankfurt unbefangen dort hinkomme, sei es ihm, als wenn ein Nüchterner unter Besoffene gerate. [103] Sehr zum Verdruss des Königs lehnt er die Wiederwahl in seinem Wahlkreis Havelland im Herbst 1852 ab. Dieser beruft ihn dennoch am 21. November 1854 in das Preußische Herrenhaus. Zusammenfassend hat das Duell dem aufstrebenden Bismarck sehr genutzt. Es hat ihm in seinen konservativen Kreisen Rückhalt, beim König Vertrauen, beim politischen Gegner Respekt verschafft und er hatte Vincke überwunden. Nach bestandenen Duell benutzt Bismarck seine Satisfaktionsfähigkeit um auch weiterhin politische Gegner einzuschüchtern. So forderte Bismarck seinerseits über zehn Jahre später, am 3. Juni 1865, den Abgeordneten Rudolf Virchow zum Duell; dieser lehnte jedoch mit der Begründung ab: ein Duell sei keine zeitgemäße Art der Diskussion. Auch diese Duellforderung ruft ein lebhaftes Medieninteresse hervor, aber auch sehr viel Resonanz in der Bevölkerung. [104] Nach Vincke in seinen Anfängen gab es nur noch einen Mann in Preußen, den Bismarck derart ernst nahm, Ludwig Windthorst. [105] Vincke dagegen hat sich auf ein Feld locken lassen, auf dem er nur bestehen, aber nichts gewinnen konnte; abgesehen von einer endgültigen Beseitigung Bismarcks. Für ihn war das Duell der Kulminations- und Endpunkt einer langen Auseinandersetzung mit einem überkommenen politischen System, das in Bismarck seine personale Reinkarnation gefunden hatte. In der Kammerdebatte am 27. März 1852 erklärt er bezüglich der Treuepflicht der preußischen Beamten, dass Mut und Treue für ihn abstrakte Begriffe sein, worunter man vieles verstehen könne. [106] Er blieb politisch aktiv, trat aber im weiteren Verlauf kaum mehr in Erscheinung. Das Duell als ein historisches Ereignis wird allenfalls von den Historikern des 19. Jahrhunderts noch gewürdigt. Vom westdeutsche Historiker Lothar Gall und vom ostdeutsche Historiker Ernst Engelberg wird es in ihren Bismarck-Biographien noch nicht einmal erwähnt. Bismarck selbst bezeichnete im Nachhinein „bei ruhigem Blut“ den Ausgang des Duells als Gnade Gottes. Ähnlich wie Abraham Lincoln der am 22. September 1842 ein Duell mit James Shields auf einer Flussinsel bei Alton auszutragen hatte, wurde er in der Folgezeit gesonnener in der Öffentlichkeit und in dem Umgang mit dem politischen Gegner gemäßigter. [107] Für Bismarck eine heilsame Erfahrung::

„Es ist mir innerlich glaube ich recht heilsam gewesen, mich dem Tode nahe gefühlt und mich darauf vorbereitet zu haben.“

Bismarck in dem Brief an seine Schwiegermutter vom 4. April 1852[108]

Quellen

  • Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959
  • Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, Seiten 293-297
  • Jakob von Gerlach (Hrsg.): Ernst Ludwig von Gerlach. Aufzeichnungen aus seinem Leben und Wirken, 1795-1877, 2 Bde., Schwerin 1903.
  • Eduard von der Hellen: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, 1941, dort: Anhang 80, S. 303
  • Wilhelm Böhm: Fürst Bismarck als Redner, Vollständige Sammlung der parlamentarischen Reden Bismarcks seit dem Jahre 1847, Erster Band: Der Abgeordnete Bismarck-Schönhausen 1847-1852 google books

Literatur

  • Georg Koeppen: Bismarck. Seine Zeit und sein Wirken, Milwaukee 1899 Volltext (Nachdruck Paderborn 2012, ISBN 978-3-86382-922-3).
  • Otto Remmert: Wenn Vinckes Kugel Bismarck tödlich getroffen hätte …, in: Hagener Heimat-Kalender, Gustav Butz-Verlag, Hagen 1960.
  • Josef Cornelissen: Haus Heyde bei Unna – Ein westfälischer Adelssitz in seinem wechselvollen Schicksal
    (Schriftenreihe der Stadt Unna, Band 35), Unna 1998, ISBN 3-927082-37-6.
  • Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus: Abgeordnete aus der Grafschaft Mark in stürmischer Zeit (1848–1849), 1998, ISBN 3-933519-04-7.
  • Hans-Peter Goldberg: Bismarck und seine Gegner, Düsseldorf 2004, ISBN 978-3-7700-5205-9.
  • Hans-Joachim Behr: "Recht muß doch Recht bleiben". Das Leben des Freiherrn Georg von Vincke (1811-1875). (= Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte Bd. 63), Bonifatius, Paderborn 2009, ISBN 978-3-89710-435-8.
  • Edward Crankswah: Bismarck; Biographie, München 1983, ISBN 3471772286
  • Lothar Gall: Bismarck; Der weisse Revolutionär, Berlin 1980, ISBN 3548265154
  • Ernst Engelberg Bismarck; Urpreuße und Reichsgründer, Berlin 1985, ISBN 3886801217

Einzelnachweise

  1. Grundlegend zum Duell im 19. Jahrhundert Ute Frevert: Ehrenmänner. Das Duell in der bürgerlichen Gesellschaft, München 1995, ISBN 3-423-04646-5
  2. Nach dem geltenden Preußischen Allgemeinen Landrecht. Wortlaut und Kommentar: [1]
  3. Edward Crankswah: Bismarck; Biographie, München 1983, ISBN 3471772286, S. 55
  4. Lothar Gall: Bismarck; Der weisse Revolutionär, Berlin 1980, ISBN 3548265154 S. 73
  5. zu Vinckes Konfession
  6. Hans-Peter Goldberg: Bismarck und seine Gegner, Düsseldorf 2004, S. 134.
  7. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  8. Dazu Rüdiger Hachtmann: Berlin 1848. Eine Politik- und Gesellschaftsgeschichte der Revolution, Dietz, Bonn 1997, ISBN 3801240835, S. 291–295
  9. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 88.
  10. Ernst Engelberg Bismarck; Urpreuße und Reichsgründer, Berlin 1985 S. 246
  11. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959, S. 20.
  12. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  13. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959, S. 20.
  14. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 88
  15. Edward Crankswah: Bismarck; Biographie, München 1983, ISBN 3471772286, S. 55
  16. Edward Crankswah: Bismarck; Biographie, München 1983, ISBN 3471772286, S. 66
  17. Friedrich Wilhelm IV., Anmerkung zu Bismarcks Namen auf einer Liste ministrabler Persönlichkeiten 1848, laut Bismarck: Gedanken und Erinnerungen, Zweites Kapitel: Das Jahr 1848, IV. S. 30 books.google; s. auch http://gutenberg.spiegel.de/buch/1130/1 und http://www.zeno.org/nid/20002731541 (dort in der Schreibweise Bayonett).
  18. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959, S. 50
  19. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 100
  20. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  21. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 163.
  22. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  23. Gall, Lothar (Hrsg.): Bismarck. Die großen Reden, Berlin 1981, S. 43 ff.
  24. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959, S. 78.
  25. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  26. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  27. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 295.
  28. Holzschnitt „Das Sitzungsgebäude des Zollparlaments“, Die Gartenlaube, 1868, Nr. 20, S. 309
  29. Wilhelm Böhm: Fürst Bismarck als Redner, Vollständige Sammlung der parlamentarischen Reden Bismarcks seit dem Jahre 1847, Erster Band: Der Abgeordnete Bismarck-Schönhausen 1847-1852, S. 211.
  30. Horst Kohl, Fürst Bismarcks politische Reden, Band 1 S. 413
  31. Wilhelm Böhm: Fürst Bismarck als Redner, Vollständige Sammlung der parlamentarischen Reden Bismarcks seit dem Jahre 1847, Erster Band: Der Abgeordnete Bismarck-Schönhausen 1847-1852, S. 210-212
  32. Vossische Zeitung vom 22. März 1852
  33. Georg Koeppen: Bismarck: Seite Zeit und sein Wirken,S. 121
  34. Vossische Zeitung vom 22. März 1852
  35. Spenersche Zeitung vom Sonntag 21. März 1852: Herr von Bismarck-Schönhausen knüpfte an die Äußerung des Vorredners an, welche der Verwaltung den Vorwurf macht, dass sie nicht genug auf alte und erfahrene Stabsoffiziere sehe. Wolle man der Regierung einen Vorwurf machen, so könne es nur der entgegengesetzte sein. Er erklärte sich gegen den Antrag des Herrn von Vincke, welcher aller Motive entbehre, und bemerkte, seine Meinung, der Patriotismus des Antragstellers werde ihn davon abhalten, seinen Verdruss auf Kosten eines Institut (zu) machen, sey durch die Apologie des Kriegsministers beseitigt worden. Man habe von dem Geist des preußischen Volkes geredet. Die großen Städte seien nicht das preußische Volk, wenigstens nicht so lange sie sich unter der Leitung lügenhafter Demagogen befänden. Der Geist des preußischen Volkes sei ein anderer, er werde sich bewahren, und sollte er auch die großen Städte vom Erdboden vertilgen. (Bravo und Zischen)
    Nach einer langen Reihe persönlicher Bemerkungen zwischen Herrn von Vincke, von Bismarck und Harkort, welche an Gereiztheit aneinander zu übertreffen suchten und mit einer schwer zu missverstehenden Provokation endeten, wird der Vincki'sche Antrag in namentlicher Abstimmung mit 168 gegen 177 Stimmen abgelehnt.
  36. Wenn von einem Misstrauen gegen das eigene Volk die Rede gewesen, so sei dies allerdings insofern gerechtfertigt, als die großen Städte stets von demagogischen und lügenhaften Führern heimgesucht würden; diese Städte seien aber nicht als das preußische Volk zu betrachten. Wenn diese großen Städte einmal wieder den Versuch machen sollten, sich zu erheben, so würde das wahre preußische Volk sie zu zwingen und zu bändigen wissen. (lebhaftes Bravo) siehe Preußische Zeitung vom 21. März 1852
  37. Vossische Zeitung vom 23. März 1852
  38. Kreuzzeitung vom 23.3.1852
  39. Kladderadatsch vom 28.März 1852
  40. Horst Kohl, Bismarck Jahrbuch, Dritter Band, Berlin 1896 S. 67
  41. Preußischer Etat für 1852: Einnahmen: 97001021 Taler, Ausgaben 99434735 Taler; ordentliche Postionen: 96151982, laufende Postionen: 3282752 siehe Preußisches Wochenblatt, 3. April 1852 S. 224
  42. Vossische Zeitung vom 23. März 1852
  43. Georg Koeppen: Bismarck: Seite Zeit und sein Wirken,S. 122.
  44. Vossische Zeitung vom 23. März 1852
  45. Wilhelm Böhm: Fürst Bismarck als Redner, Vollständige Sammlung der parlamentarischen Reden Bismarcks seit dem Jahre 1847, Erster Band: Der Abgeordnete Bismarck-Schönhausen 1847-1852, S. 212
  46. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  47. Kreuzzeitung vom 24. März 1852
  48. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  49. Wilhelm Böhm: Fürst Bismarck als Redner, Vollständige Sammlung der parlamentarischen Reden Bismarcks seit dem Jahre 1847, Erster Band: Der Abgeordnete Bismarck-Schönhausen 1847-1852, S. 212.
  50. Vossische Zeitung vom 23. März 1852
  51. Kreuzzeitung vom 24. März 1852
  52. Vossische Zeitung vom 23. März 1852
  53. Spenersche Zeitung vom 23. März 1952 nach aktueller Schreibung
  54. Constitutionelle Zeitung vom 23. März 1852 nach aktueller Schreibung
  55. Berliner Nationalzeitung vom 23. März 1952 nach aktueller Schreibung
  56. Vossische Zeitung vom 23. März 1852 nach aktueller Schreibung
  57. Preußische Zeitung vom 23. März 1852 nach aktueller Schreibung
  58. Kreuzzeitung vom 24. März 1852 nach aktueller Schreibung
  59. Harry Graf Kessler berichtet in seinem Tagebuch von 1889–1937, S. 236, vom 1. Januar 1894 von einem Zusammenkommen mit Bismarck in Oberau.
  60. Harry Graf Kessler berichtet in seinem Tagebuch von 1889–1937, S. 236, vom 1. Januar 1894 von einem Zusammenkommen mit Bismarck in Oberau.
  61. Rainer Brunst: Drei Leuchtspuren in der Geschichte Deutschlands, Berlin 2004.
  62. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 202.
  63. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 294.
  64. "Bismarck sandte dem Gegner seine Erwiderung in der Form einer Herausforderung zu einem Waffengang mit Pistolen" siehe Georg Koeppen: Bismarck: Seite Zeit und sein Wirken,S. 123
  65. Die Folge der Diskussion war eine Forderung, die Herr von Bismarck seinem parlamentarischen Gegner zusandte, ... Siehe Dr. H. Ritter und Poschinger: Fürst Bismarck und die Parlementarier, Breslau 1895 S. 13
  66. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  67. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296, Amk. Im Allgemeinen wurde in Pistolenduellen maximal auf drei Kugeln gefordert. Siehe Ehren-Comment
  68. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 203.
  69. Hermann von Petersdorff, Bernhard von Poten: Vincke, Georg Freiherr von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39, Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 743–752.
  70. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  71. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 203.
  72. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  73. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  74. siehe Otto von Bismarck als Student
  75. Kösener Korps-Listen 1910, 69, 174; 185, 329.
  76. v. Arnim war Mitglied des Corps Saxo-Borussia Heidelberg, vgl. Kösener Corpslisten 1960, 66, 156
  77. Mitglied des Corps Littuania Königsberg, vgl. Kösener Korps-Listen 1910, 139, 25.
  78. Kösener Korps-Listen 1910, 69, 138
  79. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 293.
  80. Jakob von Gerlach (Hrsg.): Ernst Ludwig von Gerlach. Aufzeichnungen aus seinem Leben und Wirken, 1795-1877, Schwerin 1903, Band 2 S. 746.
  81. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 293.
  82. Horst Kohl, Bismarck Jahrbuch, Dritter Band, Berlin 1896 S. 68
  83. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  84. Jakob von Gerlach (Hrsg.): Ernst Ludwig von Gerlach. Aufzeichnungen aus seinem Leben und Wirken, 1795-1877, Schwerin 1903, Band 2 S. 746.
  85. Hans-Joachim Behr: "Recht muß doch Recht bleiben". Das Leben des Freiherrn Georg von Vincke (1811-1875) (= Studien und Quellen zur westfälischen Geschichte; Bd. 63), Paderborn: Bonifatius 2009, ISBN 978-3-89710-435-8, S. 352.
  86. Bismarck im Brief an seine Schwiegermutter vom 4. April1852, Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 292-296.
  87. Mitglied des Corps Saxonia Leipzig, vgl. Kösener Korps-Listen 1910, 154, 201
  88. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296, wird bei Bodelschwingh nicht erwähnt
  89. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  90. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  91. St.A Osnabrück, Dep. 45b, Vinke-Ostenwalde Nr. 99 Aufzeichnungen von Louis von Bodelschwingh siehe auch [2]
  92. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 202.
  93. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.
  94. Berliner Nationalzeitung vom 26.März 1852
  95. Kreuzzeitung vom 27.März 1852
  96. Georg Koeppen gibt an, dass der Schwiegervater von Vincke, Graf Werner von der Schulenburg-Wolfsburg, ihm vergeblich angeraten hätte, dem Duell abzustehen. Bismarck habe vor dem Duell ein Gebet gesprochen, welches Vicke, der als Erster schoss, derart beeindruckt, dass er absichtlich gefehlt hätte, worauf dann Bismarck als treffsicherer Schütze ebenfalls daneben schoss, siehe: Bismarck: Seite Zeit und sein Wirken,S. 124
  97. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 205.
  98. Staatsarchiv Osnabrück, Dep. 45b, Vinke-Ostenwalde Nr. 99 Aufzeichnungen von Louis von Bodelschwingh.
  99. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 294.
  100. Manfred Luda: Zur Geburtsstunde des Parlamentarismus; S. 205.
  101. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen. Stuttgart 1959, S. 113-117.
  102. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 297
  103. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 298
  104. Petra Lennig: Das verweigerte Duell: Bismarck gegen Virchow, DHM-Digitalisat
  105. Edward Crankswah: Bismarck; Biographie, München 1983, ISBN 3471772286, S. 113
  106. Ostpreußische Zeitung (Königsberg) 1. Aprl 1852
  107. James E. Myers: The Astonishing Saber Duel of Abraham Lincoln, Lincoln Herndon Pr, 1968, ISBN 9998931843, S. 37
  108. Herbert von Bismarck: Fürst Bismarcks Briefe an seine Braut und Gattin, Stuttgart 1919, S. 296.