„Halt an, wo läufst du hin“ – Versionsunterschied
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Das Lied "'''Halt an, wo läufst Du hin'''" ist ein Lied für ein vierstimmiges Chor ([[Sopran]], [[Alt (Stimmlage)|Alt]], [[Tenor]] und [[Bass (Stimmlage)|Bass]]) von [[Othmar Steinbauer]], welches [[a capella]] oder mit Instrumentalbegleitung, wie der Komponist selbst es anmerkte, gesungen wird. Der Text stammt aus dem "Cherubinischen Wandersmann" von [[Angelus Silesius]] (Johannes Scheffler; 1624-1677. Der Text lautet: „Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir; Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für." |
Das Lied "'''Halt an, wo läufst Du hin'''" ist ein Lied für ein vierstimmiges Chor ([[Sopran]], [[Alt (Stimmlage)|Alt]], [[Tenor]] und [[Bass (Stimmlage)|Bass]]) von [[Othmar Steinbauer]], welches [[a capella]] oder mit Instrumentalbegleitung, wie der Komponist selbst es anmerkte, gesungen wird. Der Text stammt aus dem "Cherubinischen Wandersmann" von [[Angelus Silesius]] (Johannes Scheffler; 1624-1677. Der Text lautet: „Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir; Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für."<ref name="Werkanalyse">[http://www.musiker.at/steinbauerothmar/werkeinfuehrungen-wk-08.php3 Werkbegleitende Worte]</ref> |
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===Formanalyse=== |
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Dieser [[Chorsatz]] entspricht der [[Liedform]] A/B/A. Diese werden durch die Wiederholungszeichen notenmbildlich dargestellt. Teil A geht vom ersten bis zum neunzehnten Klangreihenakkord (Takt 1 –Takt 11, 1. Zählzeit), welcher folgendem Textabschnitt entspricht: "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir:". Der B-Teil geht vom 20. bis zum 53 Klangreihenakkord (Takt 11, 2. Zählzeit- Takt 23, 1. Zählzeit). Der Text lautet hier: "Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für." Vom 54. Klangreihenakkord bis zum 80. Klangreihenakkord geht Teil A’ mit dem Textabschnitt "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir." Hierbei ist zu beachten, dass die Abgrenzung einzelner Formteile der Abgrenzung der Zwölftonreihe nicht entspricht: Der erste Teil endet bei dem erneuten Einsetzen der Zwölftonreihe mit dem siebten Reihenton. Der dritte Abschnitt beginnt bei dem fünften Einsatz der Zwölftonreihe mit dem sechsten Reihenton. |
Dieser [[Chorsatz]] entspricht der [[Liedform]] A/B/A. Diese werden durch die Wiederholungszeichen notenmbildlich dargestellt. Teil A geht vom ersten bis zum neunzehnten Klangreihenakkord (Takt 1 –Takt 11, 1. Zählzeit), welcher folgendem Textabschnitt entspricht: "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir:". Der B-Teil geht vom 20. bis zum 53 Klangreihenakkord (Takt 11, 2. Zählzeit- Takt 23, 1. Zählzeit). Der Text lautet hier: "Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für." Vom 54. Klangreihenakkord bis zum 80. Klangreihenakkord geht Teil A’ mit dem Textabschnitt "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir." Hierbei ist zu beachten, dass die Abgrenzung einzelner Formteile der Abgrenzung der Zwölftonreihe nicht entspricht: Der erste Teil endet bei dem erneuten Einsetzen der Zwölftonreihe mit dem siebten Reihenton. Der dritte Abschnitt beginnt bei dem fünften Einsatz der Zwölftonreihe mit dem sechsten Reihenton.<ref name="Werkanalyse" /> |
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===Reihengrundlage und Klangreihenbildung=== |
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Die [[Zwölftonreihe]] lautet hier: d-a-f-c-b-g-/e-cis-fis-dis-h-gis. Bei [[Josef Matthias Hauer]] kann man zwar von der 41. Trope sprechen, bei Steinbauer jedoch ist es die 37 Trope. Steinbauer verwendet die kleine Abwandlung, was also bedeutet, dass die Rotation innerhalb der Reihenhälfte geschieht. Dem zur Folge würde das dann so aussehen: |
Die [[Zwölftonreihe]] lautet hier: d-a-f-c-b-g-/e-cis-fis-dis-h-gis. Bei [[Josef Matthias Hauer]] kann man zwar von der 41. Trope sprechen, bei Steinbauer jedoch ist es die 37 Trope. Steinbauer verwendet die kleine Abwandlung, was also bedeutet, dass die Rotation innerhalb der Reihenhälfte geschieht. Dem zur Folge würde das dann so aussehen:<ref name="Werkanalyse" /><ref group="Anm."> Bei Töne, wo eine enharmonische Verwechselung stattfindet, werden kursiv markiert </ref> |
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Es ist hier zu beachten, dass die vierte Zwölftonreihe vollkommen übersprungen wird und dass bei der letzten Rotationsreihe in der ersten Reihenhälfte drei Töne fehlen (c-b-g, Klangreihenakkord 76-78) und in der zweiten Reihenhälfte vier Töne fehlen (fis-dis-h-gis, Klangreihenakkord 81-84). Schon bei der sechsten Zwölftonreihe fehlt das fis. Die Takte 3-24 werden wiederholt; das ist deswegen machbar, weil die Klangreihenakkorde 51-54 den Klangreihenakkorden 1-4 entsprechen. |
Es ist hier zu beachten, dass die vierte Zwölftonreihe vollkommen übersprungen wird und dass bei der letzten Rotationsreihe in der ersten Reihenhälfte drei Töne fehlen (c-b-g, Klangreihenakkord 76-78) und in der zweiten Reihenhälfte vier Töne fehlen (fis-dis-h-gis, Klangreihenakkord 81-84). Schon bei der sechsten Zwölftonreihe fehlt das fis. Die Takte 3-24 werden wiederholt; das ist deswegen machbar, weil die Klangreihenakkorde 51-54 den Klangreihenakkorden 1-4 entsprechen. |
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Der Chorsatz beginnt mit einer Klangreihenstauung: Die Töne d (Alt)-a (Sopran)-f (Tenor)-c (Bass) treten frei ein. Auch hier ist der Übergang von einem Klangreihenakkord in den nächsten durch „Abzweigung“ wie beim Übergang vom 63. zum 64. Klangreihenakkord, durch „Zusammenfluss“ wie beim Übergang vom 67. zum 68. Klangreihenakkord und durch eine Mischung von beiden wie beim den Übergang vom 4. zum 5. Klangreihenakkord. |
Der Chorsatz beginnt mit einer Klangreihenstauung: Die Töne d (Alt)-a (Sopran)-f (Tenor)-c (Bass) treten frei ein. Auch hier ist der Übergang von einem Klangreihenakkord in den nächsten durch „Abzweigung“ wie beim Übergang vom 63. zum 64. Klangreihenakkord, durch „Zusammenfluss“ wie beim Übergang vom 67. zum 68. Klangreihenakkord und durch eine Mischung von beiden wie beim den Übergang vom 4. zum 5. Klangreihenakkord.<ref name="Werkanalyse" /> |
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Die Klangreihenakkorde tauchen manchmal so komprimiert vor, dass sie entweder direkt hintereinander gespielt werden (beispielsweise Klangreihenakkorde 10+11) oder zusammen gespielt werden (zwei Klangreihentöne wie bei den Klangreihentönen 43+44 oder sogar drei wie bei den Klangreihentönen 40-42). Der 69. Reihenton wird dem 68. Reihenton vorgezogen. Im ganzen Werk sind Reihentöne wie bei den Klangreihenakkorden 14,19,21 etc. enharmonisiert worden. Reminiszenztöne kommen im ganzen Stück vor wie beispielsweise im Takt 3 in der Tenorstimme das c’’.<ref |
Die Klangreihenakkorde tauchen manchmal so komprimiert vor, dass sie entweder direkt hintereinander gespielt werden (beispielsweise Klangreihenakkorde 10+11) oder zusammen gespielt werden (zwei Klangreihentöne wie bei den Klangreihentönen 43+44 oder sogar drei wie bei den Klangreihentönen 40-42). Der 69. Reihenton wird dem 68. Reihenton vorgezogen. Im ganzen Werk sind Reihentöne wie bei den Klangreihenakkorden 14,19,21 etc. enharmonisiert worden. Reminiszenztöne kommen im ganzen Stück vor wie beispielsweise im Takt 3 in der Tenorstimme das c’’.<ref name="Werkanalyse" /> |
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== Einzelnachweise == |
== Einzelnachweise == |
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Version vom 17. März 2017, 21:48 Uhr
Das Lied "Halt an, wo läufst Du hin" ist ein Lied für ein vierstimmiges Chor (Sopran, Alt, Tenor und Bass) von Othmar Steinbauer, welches a capella oder mit Instrumentalbegleitung, wie der Komponist selbst es anmerkte, gesungen wird. Der Text stammt aus dem "Cherubinischen Wandersmann" von Angelus Silesius (Johannes Scheffler; 1624-1677. Der Text lautet: „Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir; Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für."[1]
Formanalyse
Dieser Chorsatz entspricht der Liedform A/B/A. Diese werden durch die Wiederholungszeichen notenmbildlich dargestellt. Teil A geht vom ersten bis zum neunzehnten Klangreihenakkord (Takt 1 –Takt 11, 1. Zählzeit), welcher folgendem Textabschnitt entspricht: "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir:". Der B-Teil geht vom 20. bis zum 53 Klangreihenakkord (Takt 11, 2. Zählzeit- Takt 23, 1. Zählzeit). Der Text lautet hier: "Suchst du Gott anderswo, du fehlst ihn für und für." Vom 54. Klangreihenakkord bis zum 80. Klangreihenakkord geht Teil A’ mit dem Textabschnitt "Halt an, wo läufst du hin, der Himmel ist in dir." Hierbei ist zu beachten, dass die Abgrenzung einzelner Formteile der Abgrenzung der Zwölftonreihe nicht entspricht: Der erste Teil endet bei dem erneuten Einsetzen der Zwölftonreihe mit dem siebten Reihenton. Der dritte Abschnitt beginnt bei dem fünften Einsatz der Zwölftonreihe mit dem sechsten Reihenton.[1]
Reihengrundlage und Klangreihenbildung
Die Zwölftonreihe lautet hier: d-a-f-c-b-g-/e-cis-fis-dis-h-gis. Bei Josef Matthias Hauer kann man zwar von der 41. Trope sprechen, bei Steinbauer jedoch ist es die 37 Trope. Steinbauer verwendet die kleine Abwandlung, was also bedeutet, dass die Rotation innerhalb der Reihenhälfte geschieht. Dem zur Folge würde das dann so aussehen:[1][Anm. 1]
- (I) d-a-f-c-b-g-/e-cis-fis-dis-h-gis
- (II) a-eis-c-b-g-d-/des-fis-es-h-as-e
- (III) f-c-b-g- d-a-/ fis-dis-h-gis-e-cis
- (IV) c-b-g- d-a-f-/ dis-h-gis-e-cis- fis
- (V) ais-g- d-a-f-c-/ h-as-e-cis- fis- es
- (VI) g- d-a-f-c-b-/ gis-e-cis- ges- dis-ces
- (VII)= (I) d-a-f-c-b-g-/e-des-fis-dis-h-gis
Es ist hier zu beachten, dass die vierte Zwölftonreihe vollkommen übersprungen wird und dass bei der letzten Rotationsreihe in der ersten Reihenhälfte drei Töne fehlen (c-b-g, Klangreihenakkord 76-78) und in der zweiten Reihenhälfte vier Töne fehlen (fis-dis-h-gis, Klangreihenakkord 81-84). Schon bei der sechsten Zwölftonreihe fehlt das fis. Die Takte 3-24 werden wiederholt; das ist deswegen machbar, weil die Klangreihenakkorde 51-54 den Klangreihenakkorden 1-4 entsprechen. Der Chorsatz beginnt mit einer Klangreihenstauung: Die Töne d (Alt)-a (Sopran)-f (Tenor)-c (Bass) treten frei ein. Auch hier ist der Übergang von einem Klangreihenakkord in den nächsten durch „Abzweigung“ wie beim Übergang vom 63. zum 64. Klangreihenakkord, durch „Zusammenfluss“ wie beim Übergang vom 67. zum 68. Klangreihenakkord und durch eine Mischung von beiden wie beim den Übergang vom 4. zum 5. Klangreihenakkord.[1]
Die Klangreihenakkorde tauchen manchmal so komprimiert vor, dass sie entweder direkt hintereinander gespielt werden (beispielsweise Klangreihenakkorde 10+11) oder zusammen gespielt werden (zwei Klangreihentöne wie bei den Klangreihentönen 43+44 oder sogar drei wie bei den Klangreihentönen 40-42). Der 69. Reihenton wird dem 68. Reihenton vorgezogen. Im ganzen Werk sind Reihentöne wie bei den Klangreihenakkorden 14,19,21 etc. enharmonisiert worden. Reminiszenztöne kommen im ganzen Stück vor wie beispielsweise im Takt 3 in der Tenorstimme das c’’.[1]
Einzelnachweise
Anmerkungen
- ↑ Bei Töne, wo eine enharmonische Verwechselung stattfindet, werden kursiv markiert