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Sophie Dapper

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Sophie Maria Dapper (* 11. Mai 1887 in Essen; † 28. Juli 1972) war eine deutsche Turnlehrerin und Wegbereiterin des Frauenturnens.

Als Tochter des Kaufmanns Karl Depper, in eine alte Essener Familie geboren, ging sie von 1893 bis 1901 auf die dortige Volksschule, dann bis 1904 auf die höhere Mädchenschule in Köln-Ehrenfeld und bis zu ihrem Abschluss 1907 als Volksschullehrerin auf die Lehrerinnenbildungsanstalt in Essen. Ab 1907 arbeitete sie als Volksschullehrerin an verschiedenen Essener Volksschulen. Nach ihrem Beitritt zum Essener Turnlehrer- und Turnlehrerinnenverein im Jahre 1913 begann sie bei der Stadt eine Ausbildung zur Turnlehrerin, die sie nach ihrem Besuch des Turnlehrerinnenseminars (Luisenschule Essen) von 1918 bis 1919 bestand.

Ab 1921 studierte sie an der Deutschen Hochschule für Leibesübungen (DHfL), an welcher sie im SS 1924 ihren Abschluss als Jahrgangsbeste machte, weshalb sie mit der August-Bier-Plakette ausgezeichnet wurde.[1] Ihre Diplomarbeit schrieb sie über Die Reifezeit des weiblichen Geschlechts und ihre Beeinflussung durch Leibesübungen.[2] Katholisch getauft, trat sie später aus der Kirche aus.

Sie arbeitete einige Zeit auf Föhr und war von 1925 bis 1926 Lehrerin an der Preußischen Hochschule für Leibesübungen in Berlin-Spandau. 1927 wurde sie als Oberturnlehrerin am Essener Turnlehrerinnenseminar tätig. Im August 1927 nahm sie an einem Lehrgang in schwedischer Gymnastik in Lund teil. Von 1931 bis 1945 arbeitete sie als Oberturnlehrerin in der Essener Stadtverwaltung und hatte die Leitung des gesamten Mädchenschulturnens und des Mädchen- und Frauensports inne. Von 1942 bis 1945 war sie stellvertretende Leiterin des Stadtamtes für Leibesübungen und Jugendpflege. Am 1. April 1933 wurde sie Mitglied der NSDAP. Sie gehörte dem Reichsbund der Deutschen Beamten, der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV), dem NS-Lehrerbund als Reichssachbearbeiterin für weibliche Körperertüchtigung, dem NS-Reichsbund für Leibesübungen als Bereichsfrauenwartin im Bereich X und dem Deutschen Roten Kreuz sowie dem Reichsluftschutzbund an. Im März 1936 betrieb sie Skisport in den Dolomiten. Für ihren Einsatz als Kampfrichterin bei den Olympischen Spielen 1936 wurde sie am 1. Juli 1937 mit dem Olympiaorden II. Klasse ausgezeichnet. Im Juli 1939 war sie Teilnehmerin an der Lingiade, einem Weltgymnastikfest. Vom Nationalsozialistischen Reichsbund für Leibesübungen (NSRL) wurde sie im November 1940 für ihre 25-jährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Turn- und Sportbewegung mit dem Ehrenbrief ausgezeichnet. In ihrem Entnazifizierungsverfahren wurde sie in Kategorie IV als Mitläufer eingestuft, Carl Diem würdigte in diesem Zusammenhang ihre Leistung für den Sport.[3] Sie war in Folge weiterhin als Turnlehrerin tätig.

Von 1916 bis 1921 war Sophie Dapper als Leiterin der Turn- und Wanderabteilung der Kruppschen Mädchenvereinigung tätig, von 1920 bis 1925 leitete sie die Mädchen- und Frauenabteilung im Essener Turnerbund Schwarz-Weiss. Von 1924 bis 1945 leitete sie die Frauenabteilung im Essener Lehrer- und Lehrerinnen-Turnverein. Von 1919 bis 1925 und von 1928 bis 1931 engagierte sie sich als Bezirksturnwartin im Bezirk Essen. Von 1928 bis 1933 war sie Vertreterin der rheinischen Turnerinnen im Kreisvorstand des Kreise VIII b der Deutschen Turnerschaft. Von 1926 bis 1933 war sie Vorstandsmitglied im Vorstand des rheinischen Turnlehrervereins, von 1928 bis 1933 war sie Vorstandsmitglied im rheinischen Provinzialverband der staatlich geprüften Turn- und Sportlehrer. Im Zuge der Gleichschaltung wurde sie aus diesen Ämtern entlassen. Beim Rheinischen Turnerbund engagierte sie sich von 1933 bis 1945 und von 1948 bis 1954 als Frauenwartin. Im Deutschen Turnerbund war sie von 1947 bis 1954 als Frauenwartin tätig und maßgeblich an dessen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg verantwortlich. Als Bundesfrauenwartin gehörte sie von 1950 bis 1954 dem Präsidium des Deutschen Turnerbundes an.[4] Dapper war an der Gründung des Bundesverbandes Deutscher Leibeserzieher in Nordrhein-Westfalen beteiligt, dem sie von 1947 bis 1968 angehörte.

Für besondere Verdienste in der Sportführung wurde sie mit der Ehrenplakette der Stadt Essen ausgezeichnet. Am 12. April 1962 wurde ihr für ihre Verdienste um den Aufbau des Frauenturnens das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen.

Ihr gemeinsam mit Erich Klinge und Edmund Neuendorff verfasstes Lehrbuch Deutsches Mädchenturnen erschien in zahlreichen Fassungen und Auflagen in den 1920er Jahren bis Ende der 1960er Jahre.

Sie gilt als Wegbereiterin des deutschen Frauenturnens.

Veröffentlichungen

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  • Weibliche Reifezeit und Körpererziehung. Berlin 1925.
  • Körperschule für das Mädchenturnen nach den amtlichen Richtlinien für die körperliche Erziehung der Mädchen an den Schulen in Preußen. Leipzig 1929, 2. Auflage 1932.
  • Deutsches Mädchenturnen. Diverse Ausgaben und Auflagen.
    • 1. Für Grund- und Volksschulen. Dresden 1932, 5. Auflage 1935, gemeinsam mit Erich Klinge, Edmund Neuendorff.
    • 2. Für alle höheren Schulen. 4. Auflage, Dresden um 1929
    • 3. Für Realschulen, höhere Schulen u. Vereine. Alter 14–18. 9. Auflage Frankfurt am Main 1965.
    • 6.-10. Lebensjahr: Grundschule. 2. Auflage Berlin 1937, 3. Auflage 1940.
  • Haltungs- und Bewegungsschulung durch geformte Bewegungen in der Leibeserziehung der weiblichen Jugend für Schule und Verein. Leipzig 1938.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Alfred Schiff (Hrsg.): Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen 1920–1930. Berlin 1931, S. 108.
  2. ↑ Alfred Schiff (Hrsg.): Die Deutsche Hochschule für Leibesübungen 1920–1930. Berlin 1931, S. 124.
  3. ↑ Eidesstattliche Versicherung von Carl Diem vom 5. August 1946, in ihrer Entnazifizierungs-Akte.
  4. ↑ Präsidiumsmitglieder des Deutschen Turner-Bundes seit 1950 aus der Seite des Deutschen Turner-Bundes. (abgerufen am 27. Oktober 2026)