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Solotude

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Solotude
Studioalbum von Abdullah Ibrahim

Veröffent-
lichung

20. November 2021

Aufnahme

Oktober 2020

Label(s)

Gearbox Records

Format(e)

LP, CD, Download

Genre(s)

Jazz

Titel (Anzahl)

20

Länge

42:29

Besetzung

Piano: Abdullah Ibrahim

Studio(s)

Gasthof Hirzinger, Söllhuben, Riedering

Chronologie
Dream Time
(2019)
Solotude 3
(2024)

Solotude (Untertitel: My Journey, My Vision) ist ein Musikalbum von Abdullah Ibrahim. Die im Oktober 2020 im Hirzinger-Saal in Riedering entstandenen Aufnahmen erschienen am 20. November 2021 auf dem Label Gearbox.

Jedes Jahr um den 9. Oktober gab der Pianist Abdullah Ibrahim anlässlich seines Geburtstags ein Solokonzert am Klavier im Saal des Gasthofs Hirzinger in Riedering; im benachbarten Aschach wohnte der Musiker der Liebe wegen in seinen letzten Lebensjahren.[1] Da das geplante Geburtstagskonzert im Herbst 2020 aufgrund der Lockdown-Maßnahmen infolge der COVID-19-Pandemie ausfallen musste, ersetzte Ibrahim es durch eine Aufnahmesession ohne Publikum.

  • Abdullah Ibrahim: Solotude (Gearbox Records – GB1575CD)[2]
  1. Mindiff 3:10
  2. Trieste My Love 1:55
  3. Nisa 2:24
  4. Blue Bolero 2:08
  5. In-Tempo 5:04
  6. Dreamtime 2:30
  7. Blue Bolero (First Reprise) 0:38
  8. Peace 1:49
  9. Blues for a Hip King 1:05
  10. District 6 1:02
  11. Tokai 0:39
  12. District 6 (Reprise) 0:14
  13. Pula 0:42
  14. Sotho Blue 3:20
  15. Blue Bolero (Second Reprise) 0:22
  16. Did You Hear That Sound? 1:29
  17. In The Evening 1:33
  18. Once Upon a Midnight 6:27
  19. The Wedding 4:52
  20. Signal on the Hill 1:06

Die Kompositionen stammen von Abdullah Ibrahim.

Abdullah Ibrahim auf dem Oslo Jazz Festival (2017)

Was würdevolle Schönheit angeht, sei ein Solo-Klavierkonzert von Abdullah Ibrahim kaum zu übertreffen, meint Dan Bilawsky in JazzTimes. Der 87-jährige Musiker sei im Laufe der Jahrzehnte immer wieder zu diesem Format zurückgekehrt; dabei erkunde und vertiefe er seine lebenslange Liebe zur kontemplativen Reflexion und verkörpere zugleich Anmut und Weisheit. Die Musik, die er für diesen Anlass geschaffen habe, würde – ähnlich wie andere Soloarbeiten seiner späten Schaffensphase – eine gewisse Gravität besitzen und dennoch bemerkenswert schwerelos wirken. Kurz gesagt: Es sei besinnliche Perfektion, die aus einem Leben voller künstlerischer Reifung und Verfeinerung schöpfe. Ibrahims unverkennbare Handschrift, sein Gespür für den Raum und seine beständige Liebe zur konzentrierten musikalischen Aussage kämen voll zur Geltung, während er eine unvergessliche Melodie nach der anderen erkunde. Mit sparsamen Linien, die die Kunst der Zurückhaltung demonstrierten und zugleich ein Höchstmaß an persönlicher Hingabe offenbarten, erweise sich Abdullah Ibrahim „als Musterbeispiel für guten Geschmack und als Erzähler von freiem Geist“.[3]

Auf einer von Ibrahims letzten Solo-Klavieraufnahmen, dem 2020 erschienenen Album Solotude, habe sich der Achtzigjährige mit den Grenzen seiner körperlichen Leistungsfähigkeit auseinandergesetzt und eine weitläufige Suite mit 20 Titeln geschaffen, die die frenetische Energie seiner frühen Werke – wie etwa „Jazz Epistles“ und „Don Cherry“ – durch etwas weitaus Nachdenklicheres, Introspektiveres und Bewegenderes ersetzte, meint Ammar Kalia (The Guardian). Besonders bewegend sei seine Version von „Nisa“, die seit den 1970er-Jahren auf Aufnahmen zu hören ist. Er würde sich reichlich Zeit nehmen, um von Phrase zu Phrase zu gelangen, „als würde Ibrahim die Geschichte seiner Lebenserfahrungen erzählen, so wie sie ihm in diesem Moment in den Sinn kommen“. Dennoch seien das swingende Gefühl, die Blue Notes und die sehnsuchtsvolle Melodie unverkennbar seine Handschrift – „ein pianistischer Stil, der niemals vollständig nachgeahmt werden kann“.[4]

Einzelnachweise

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  1. ↑ Roland Spiegel: Pianist Abdullah Ibrahim im Chiemgau. In: BR Klassik. 29. Oktober 2025, abgerufen am 17. Juni 2026.
  2. ↑ Abdullah Ibrahim – Solotude (My Journey, My Vision). In: Discogs. Abgerufen am 17. Juni 2026 (englisch).
  3. ↑ Dan Bilawsky: Abdullah Ibrahim: Solotude (Gearbox). In: Jazztimes. 1. Mai 2021, abgerufen am 17. Juni 2026 (englisch).
  4. ↑ Ammar Kalia: From the pain of apartheid to luscious beauty: 10 of the best recordings by jazz legend Abdullah Ibrahim. In: The Guardian. 16. Juni 2026, abgerufen am 21. Juni 2026 (englisch).