«в журнал пришёл новый главный редактор Григорий Бакланов — писатель фронтового поколения, который сделал журнал таким, какой он сейчас. Тогда журнал стал, как тогда выражались, „флагманом перестройки“»
„Grigori Baklanow – ein Schriftsteller der Kriegsgeneration – wurde neuer Chefredakteur und er machte die Zeitschrift zu dem, was sie bis heute ist. Die Zeitschrift wurde, wie man damals sagte, zum ‚Flaggschiff der Perestroika‘.“
Auf den Seiten der Zeitschrift erschienen Werke von Fasil Iskander, Andrei Bitow, Jewgeni Rein, Alexander Kuschner, Tatjana Tolstaja, Wiktor Pelewin, Timur Kibirow und Anatoli Schigulin. Verbotene oder „halbverbotene“ Autoren, wie Andrei Platonow, Michail Bulgakow, Jewgeni Samjatin, Warlam Schalamow und Wiktor Lewaschow kehrten zurück. Auch Juri Tschernitschenko wurde weiter publiziert.
Auf Initiative von Grigori Baklanow wurde eine Abteilung für Buchbeilagen geschaffen – die Bibliothek der Zeitschrift Snamja (leitender Redakteur war Wladimir Krawtschenko), in der in hoher Auflage (300.000 – 900.000 Exemplare) Bände mit Prosa und Lyrik erschienen, welche den Wunsch der Leser nach aktueller oder zurückgekehrter Literatur befriedigen sollte. Darunter waren die Bücher von Wassil Bykau, Wiktor Nekrassow, Wladimir Bogomolow, Konstantin Worobjow, Isaak Babel, Juri Dombrowski, Alexander Twardowski, Konstantin Simonow, Jewgeni Nossow, Alexander Bek, Olga Bergholz, Jelena Rschewskaja, Daniil Granin, Witali Sjomin, Wiktor Kurotschkin, Wassili Grossman, Wjatscheslaw Kondratjew, Emmanuil Kasakewitsch, Boris Sluzki, Wladimir Tendrjakow, Anatoli Asolski, Oleg Jermakow und Fasil Iskander. Weiterhin Publikationen führender Ökonomen, wie Wassili Seljunin, Juri Tschernitschenko, Gennadi Lissitschkin, Nikolai Schmeljow, Anatoli Streljany und Jaroslaw Golowanow.
1990 erklärte sich die Zeitschrift als unabhängig. Die Redaktion wurde kollektiv geleitet, Herausgeber wurde die OOO Snamja. In den 1990er Jahren erhielt die Zeitschrift Fördermittel von den Open Society Foundations.
In den 2000er Jahren lebte die Zeitschrift, wie auch andere Kulturzeitschriften in Russland, von den Beiträgen der Abonnenten. Einen Teil der Auflage erwarb das Kulturministerium für russische Bibliotheken (ca. 3000 Exemplare). Das Ministerium für Druckerzeugnisse gewährte der Zeitschrift Mittel zum Erwerb von Papier und übernahm die Druckkosten[2].
Unter den Autoren der 2000er Jahre hob der Kritiker Andrei Nemser die Schriftsteller bzw. Literaturwissenschaftler Juri Dawydow, Georgi Wladimow, Juri Buida, Emma Gerstein, Andrei Dmitrijew, Irina Poljanskaja, Marina Wischnewezkaja, Wladimir Makanin, Jewgeni Popow, Ljudmila Petruschewskaja und Michail Kurajew hervor.[3]
Die Zeitschrift Snamja hat eine liberale Ausrichtung[4]. Im Januar 2010 wurde der Literaturpreis der Zeitschrift Michail Chodorkowski zuerkannt, der sich zu dieser Zeit in Haft befand.[5] In den Jahren 2011–2016 veröffentlichte die Zeitschrift Gedichte des ersten Stellvertreters des Vorsitzenden der Zentralbank und später Verse des Ministers für wirtschaftliche Entwicklung der Russischen Föderation, Alexei Uljukajew.[6]
2021 erhielten der Chefredakteur Sergei Tschuprinin, der erste Stellvertreter des Chefredakteurs Natalja Iwanowa und die verantwortliche Leiterin der Abteilung für Prosa, Jelena Cholmogorowa den Preis der Regierung der Russischen Föderation für die Bewahrung der besten Traditionen der Literatur- und Kunstmagazine und die aktive Arbeit zur Suche und Popularisierung junger talentierter Autoren.[7]
- Wolfgang Kasack: Lexikon der russischen Literatur ab 1917. Kröner, Stuttgart, 1976, ISBN 3-520-45101-8.