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Simultanerfassung

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Als Simultanerfassung (auch Subitizing) bezeichnen Wissenschaftler die Fähigkeit, kleine Mengen schnell und ohne bewusstes Abzählen zu erfassen. Diese Fähigkeit entwickelt sich im frühen Kindesalter und gilt als wichtige Voraussetzung für den Aufbau früher Zahlvorstellungen.

Die Fähigkeit zur simultanen Zahlerfassung entwickelt sich nicht unabhängig von Erfahrung, sondern wird durch Aufmerksamkeit und Übung mitgeprägt. Untersuchungen zeigen, dass insbesondere strukturierte Darstellungen dazu beitragen können, kleine Anzahlen sicher und schnell zu erfassen.[1]

Diese Fähigkeit beruht auf der sogenannten quasi-simultanen Anzahlerfassung: Wenn eine Menge so dargestellt wird, dass sie – wie die 6 auf dem Würfel – zum Beispiel aus zwei Teilen zu je drei Punkten besteht, dann können bei einer solchen Anordnung auch größere Mengen ähnlich schnell wie bei einer „echten“ Simultanerfassung benannt werden. Die quasi-simultane Anzahlerfassung gilt im Unterschied zur Simultanerfassung als trainierbar.

  1. Andreas Nieder: Counting on neurons: The neurobiology of numerical competence. In: Nature Reviews Neuroscience. Band 6, 2005, S. 177–190, doi:10.1038/nrn1626.