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Simone Ferri

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Simone Ferri: Madonna mit dem Kind und den Heiligen Joseph, Johannes dem Täufer, Alberto da Chiatina, Cosmas und Damian sowie dem seligen Pietro Gargalini, 1581. Museo San Pietro, Colle di Val d'Elsa

Simone Ferri (auch Simone di Domenico oder Simone Ferri da Poggibonsi; erwähnt 1581 und 1598) war ein italienischer Maler des 16. Jahrhunderts. Er wurde in Poggibonsi (Provinz Siena) geboren und war vor allem in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts in der Toskana tätig. Laut Vincenzo Fineschi (1790) gehörte er der Schule des Bernardino Poccetti an. Die neuere kunsthistorische Forschung vermutet, dass er identisch mit einem Maler ist, der von 1564/1568 bis 1578 in Ragusa und anschließend bis 1580 in Venedig tätig war. Dort entwickelte er einen deutlich an Paolo Veronese orientierten, venezianisch geprägten Stil, bevor er nach Florenz zurückkehrte. Diese Identifizierung gilt in der Forschung als naheliegend, jedoch nicht in allen Punkten als abschließend gesichert.[1]

Simone Ferris Altartafel mit der Darstellung der Madonna mit Kind, Heiligen und dem Stifter Pietro Gargalini, der das Modell der Stadt präsentiert, ist für den Palazzo dei Priori in Colle di Val d’Elsa mit dem Jahr 1581 datiert. Im selben Zusammenhang entstanden dort auch zwei Freskoszenen mit den Themen David und Goliat sowie Judith und Holofernes. Als sein erster größerer Auftrag gelten vermutlich zwei Freskolünetten im großen Kreuzgang (Chiostro Grande) des Klosters Santa Maria Novella in Florenz aus den Jahren 1582–1584, die die Vision des Papstes Innozenz III. und den Kampf des heiligen Dominikus mit dem Teufel zeigen. Am 18. Oktober 1583 wurde er in die Accademia delle Arti del Disegno in Florenz aufgenommen. In der Folgezeit erhielt er kleinere private Gemäldeaufträge in Florenz, schuf ein Deckenfresko mit der Himmelfahrt Mariens und zehn Szenen aus dem Marienleben für die Klosterkirche delle Murate in Florenz und überarbeitete ein Gemälde für die Kirche Santa Cristina di Passiano im Casentino. 1589 wirkte er an den Feierlichkeiten zur Hochzeit von Großherzog Ferdinando I. de’ Medici mit.[1]

Da sich in der Altartafel von 1581 deutliche stilistische Bezüge zur venezianischen Malerei in der Nachfolge Paolo Veroneses zeigen, wird in der neueren Forschung (Bagnoli, 2002) die Vermutung geäußert, dass Simone Ferri identisch sein könnte mit dem zwischen 1564/1568 und 1578/1580 in Ragusa (Dubrovnik) und anschließend in Venedig tätigen Maler gleichen Namens, der später nach Florenz zurückgekehrt sei. Dort entwickelte er einen deutlich venezianisch geprägten Stil, der sich an Veronese und Tintoretto orientiert, bevor er nach Florenz zurückkehrte. Diese Identifizierung wird durch neuere kunsthistorische Untersuchungen (u. a. von Alessandro Nesi) gestützt. Eine Identität mit einem gleichnamigen Maler, der in Mantua tätig war, wird hingegen ausgeschlossen.[1]

  • Peter Assmann: Ferri, Simone. In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL) Online. De Gruyter, Berlin/Boston 2003, S. 122.
  • Peter Assmann: Dominikaner-Heilige und der verbotene Savonarola. Die Freskoausstattung des Chiostro Grande im Kloster Santa Maria Novella in Florenz. Mainz 1997, S. 116, 166 f., 232 f.
  • Luigi Zangheri (Hrsg.): Gli accademici del disegno. Elenco alfabetico. Leo S. Olschki, Firenze 2000.
  • Alessandro Franco Nesi: Simone Ferri da Poggibonsi, pittore fiorentino „alla veneta“. In: Prospettiva. Nr. 101, 2001, S. 86.
Commons: Simone Ferri – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Peter Assmann: Ferri, Simone. In: Allgemeines Künstlerlexikon (AKL). De Gruyter, Berlin/Boston 2003, S. 122.