Sikuli (Software)
| Sikuli / SikuliX / OculiX | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Aktuelle Version | OculiX 3.0.3 (Mai 2026) |
| Aktuelle Vorabversion | 1.1.1[1][2] (17. Oktober 2015) |
| Betriebssystem | plattformunabhängig (Windows, macOS, Linux, Android via ADB) |
| Programmiersprache | Java, Jython, JRuby |
| Kategorie | Robotergestützte Prozessautomatisierung, Softwaretest |
| Lizenz | MIT-Lizenz |
| deutschsprachig | ja |
| oculix.org | |
Sikuli ist eine Familie quelloffener Werkzeuge zur visuellen Automatisierung von grafischen Benutzeroberflächen (GUIs) anhand von Screenshots. Sie umfasst drei aufeinanderfolgende Generationen unter MIT-Lizenz:
- Sikuli (seit 2009) — entwickelt am MIT durch Tsung-Hsiang Chang, Tom Yeh und Robert C. Miller
- SikuliX (2010–2025) — unabhängige Weiterführung durch Raimund Hocke unter Migration auf Java und Jython
- OculiX (seit 2026) — MIT-lizenzierte Weiterführung durch Julien Mer mit ausdrücklicher Zustimmung von Raimund Hocke
Sikuli wird mit Automatisierungssoftware wie Selenium, iMacros, Kantu oder AutoHotkey verglichen[3] und kann zur Fernsteuerung von Webseiten oder Anwendungssoftware unter Windows, macOS, Linux und – über ADB oder VNC – Android und iOS genutzt werden.
Sikuli und seine Nachfolger sind Jython-basierte visuelle Skripting-APIs zur Erstellung von Automatisierungsskripten. Sie enthalten eine integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) zum visuell unterstützten Schreiben der auf Screenshots aufbauenden Skripte.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sikuli (2009–2010, MIT)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Entwicklung des Open-Source-Projekts begann 2009 am Massachusetts Institute of Technology durch Tsung-Hsiang (Sean) Chang, Tom Yeh und Robert C. Miller. Das Konzept wurde auf der ACM UIST 2009 vorgestellt[4]. Das Projekt wurde ab Ende 2012 im Sikuli Lab an der University of Colorado Boulder fortgesetzt und durch die National Science Foundation sowie Quanta Computer unterstützt[5].
SikuliX (2010–2025, Raimund Hocke)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ab 2010 wurde das Projekt unter dem Namen SikuliX von Raimund Hocke als unabhängige Open-Source-Weiterführung übernommen und über fünfzehn Jahre gepflegt. Wesentliche Entwicklungen in dieser Phase:
Nachfolge als OculiX (seit 2026)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Mai 2026 wurde das Projekt unter dem Namen OculiX als MIT-lizenzierte Weiterführung durch Julien Mer übernommen, mit ausdrücklicher Zustimmung von Raimund Hocke[7]. OculiX behält die Paketstruktur org.sikuli.* bei und wird auf Maven Central unter der Gruppe io.github.oculix-org veröffentlicht[8]. Wesentliche technische Neuerungen:
- Aktualisierung der Bildverarbeitung auf OpenCV 4.10 (über das eigenständige Paket Apertix)
- Selbstständig gebündelte Tesseract- und Leptonica-Bibliotheken (über das Paket Legerix) für eine installationsfreie OCR
- Erweiterte Unterstützung für Android über die Android Debug Bridge (ADB)
- Internationalisierung der IDE in 22 Sprachen
- Stable-Version 3.0.3 veröffentlicht auf Maven Central im Mai 2026
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ nightly.sikuli.de.
- ↑ Release 1.1.1. 5. April 2017 (abgerufen am 3. Juli 2018).
- ↑ George Lawton: Screen-Capture Programming: What You See is What You Script ( des vom 25. November 2012 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.. In: Computing Now, IEEE Computer Society. März 2010.
- ↑ Tom Yeh, Tsung-Hsiang Chang, Robert C. Miller: Sikuli: Using GUI Screenshots for Search and Automation. In: Proceedings of the 22nd Annual ACM Symposium on User Interface Software and Technology (UIST '09), 2009, S. 183–192. DOI:10.1145/1622176.1622213
- ↑ Sikuli Script – ursprüngliche Webpräsenz
- ↑ SikuliX1 GitHub Repository, Raimund Hocke (RaiMan)
- ↑ OculiX GitHub Repository
- ↑ OculiX auf Maven Central
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Tom Yeh, Tsung-Hsiang Chang, Robert C. Miller: Sikuli: Using GUI Screenshots for Search and Automation. In: Proceedings of UIST '09. ACM, Victoria, Canada 2009, S. 183–192, doi:10.1145/1622176.1622213.
- Stephan Kleuker: Qualitätssicherung durch Softwaretests: Vorgehensweisen und Werkzeuge zum Test von Java-Programmen. Springer Vieweg, Wiesbaden 2013, ISBN 978-3-8348-0929-2, S. 198 ff.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle OculiX-Website
- OculiX GitHub-Repository
- SikuliX1 GitHub-Repository (Version 2010–2025)
- Sikuli Script – ursprüngliche Webpräsenz (historisches Archiv)