Felsen-Greiskraut
| Felsen-Greiskraut | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
Felsen-Greiskraut (Senecio squalidus) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
| ||||||||||||
| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Senecio squalidus | ||||||||||||
| L. |
Das Felsen-Greiskraut (Senecio squalidus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Greiskräuter (Senecio) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie wurde von Carl von Linné 1753 in Species Plantarum beschrieben[1]. Es sind 9 Unterarten bekannt[2].
Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das krautige bis halbstrauchartige, kahle Felsen-Greiskraut wird zwischen 30 und 60 Zentimeter hoch, teilweise wird von Wuchshöhen bis zu einem Meter berichtet.[3] Es hat sitzende bis gestielte, meist kahle und geteilte bis zerschnittene Blätter und bis zu 15 gelbe, weibliche Zungenblüten.[1][4] Die Körbe in lockeren Schirmrispen besitzen einen zweireihigen Hüllkelch und in der Mitte viele gelbe, zwittrige Röhrenblüten. Die Hüllblätter sind schwarzspitzig, die äußeren sind nur klein. Die rippigen Achänen mit Kragen sind meist behaart mit meist einem Pappus.[5][6]
Die Pflanze blüht zwischen April und Dezember und wächst ein- oder mehrjährig. Sie enthält ein alkaloides Gift, welches toxisch auf Menschen und Weidetiere wirkt. Es ist insbesondere innerhalb von Heu oder Silage gefährlich für Tiere[4]. Allerdings wächst Felsen-Greiskraut üblicherweise nicht auf Weideflächen oder Wiesen[3] (siehe auch Verbreitung), sodass Weidetiere eher selten mit Felsen-Greiskraut in Kontakt kommen.
Verbreitung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das ursprüngliche Habitat des Felsen-Greiskrauts befindet sich an Felshängen des Ätnas auf Sizilien. Es wurde dort in einen botanischen Garten in Misilmeri bei Palermo eingebracht. Im Jahr 1700 wurde das Felsen-Greiskraut im Garten der Familie Beaufort in Badminton angebaut und wenige Jahre später wurde es im botanischen Garten der Universität in Oxford von Jacob Bobart dem Jüngeren eingeführt. Da das Felsen-Greiskraut in steinigem Untergrund wächst, verbreitete es sich in Oxford und der Umgebung insb. in Innenhöfen, Mauerritzen und aufgegebenen Gebäuden (daher auch der englische Name Oxford Ragwort). Nachdem im Jahr 1844 der Bahnhof in Oxford eröffnet wurde, verbreitete sich das Felsen-Greiskraut in einem Großteil von Großbritannien entlang von Bahnstrecken und später Straßen. Hintergrund ist, dass das Felsen-Greiskraut auch im Schotter im Gleisbett gedeihen kann und dass die Samen durch den Fahrtwind von fahrenden Zügen (und später Kraftfahrzeugen) durch weite Strecken übertragen werden können[1][4]. Heutzutage ist das Felsen-Greiskraut in Großbritannien südlich des Great Glen in urbanen Gebieten häufig zu finden. In höhergelegenen Lagen wie Wales und Schottland sowie in Irland ist es rar[3].
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ a b c Stefano Mancuso: Die unglaubliche Reise der Pflanzen. Klett-Cola, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-608-98192-6, 02_a Von Insel zu Insel (Die Originalausgabe erschien auf Italienisch unter dem Titel "L'incredibile viaggio delle piante" im Verlag Gius. Laterza & Figli in Bari und Rom).
- ↑ Giulio Barone et al.: A Nomenclatural and Taxonomic Revision of the Senecio squalidus Group (Asteraceae). MDPI, abgerufen am 30. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c Oxford Ragwort Senecio squalidus. GB Non-native species secretariat (NNSS), 3. Oktober 2019, abgerufen am 29. September 2025 (englisch).
- ↑ a b c Brickfields Country Park: Oxford Ragwort - Senecio squalidus. Abgerufen am 28. September 2025 (englisch).
- ↑ Senecio squalidus bei Botanical Society of Britain & Ireland.
- ↑ Clyde F. Reed: Economically Important Foreign Weeds. Agriculture Handbook No. 498, USDA, 1977, S. 665.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Senecio Squalidus auf iNaturalist: [1]