Zum Inhalt springen

Second Arrow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Second Arrow
Studioalbum von Bobby Previte

Veröffent-
lichung

5. Mai 2026

Aufnahme

17. Oktober 2025

Label(s)

Selbstverlag

Format(e)

CD, Download

Genre(s)

Jazz, Fusion

Titel (Anzahl)

7

Länge

54:38

Besetzung

Studio(s)

Firehouse 12, New Haven, Connecticut

Chronologie
Visitor I: Parlor Organ
(2026)
Second Arrow

Second Arrow ist ein Musikalbum von Bobby Previte. Die am 17. Oktober 2025 im Firehouse 12 in New Haven (Connecticut) entstandenen Aufnahmen erschienen am 5. Mai 2026 im Selbstverlag.

In den zwanzig Jahren zuvor hat der Schlagzeuger Bobby Previte neben seiner Arbeit als Sideman immer wieder eigene Bandprojekte und Alben realisiert, etwa The New Bump, u. a. mit Steven Bernstein, Ellery Eskelin, Bill Ware und Brad Jones (Set the Alarm for Monday), Pan Atlantic mit Gianluca Petrella, Wolfgang Puschnig, Benoît Delbecq, Nils Davidsen, schließlich Rhapsodymit Fabian Rucker, John Medeski, Nels Cline, Zeena Parkins und Jen Shyu.[1] Second Arrow spielte er mit dem Holzbläser Matt Bauder, der Pianistin Angelica Sanchez, der Gitarristin Wendy Eisenberg und dem Bassgitarristen Jerome Harris ein.

  • Bobby Previte – Second Arrow
  1. Roam 7:14
  2. Walk 7:41
  3. Promenade 4:38
  4. Stroll 8:41
  5. Circle 9:09
  6. Range 7:41
  7. Glide 8:54

Die Kompositionen stammen von Bobby Previte.

Bobby Previte in Saalfelden (2009)

„Bobby Previte macht aus einer Mücke einen Elefanten – musikalisch gesehen“, meint Liam Noble (UK Jazz News). Der Schlagzeuger und Komponist würde das nehmen, was manche als musikalische Nebensächlichkeit betrachten würden, und daraus epische Klangwelten schaffen, in denen Improvisatoren sowohl sie selbst sein als auch Teil der Struktur werden können. Damit sei er näher an Jean Sibelius als an irgendetwas aus dem Jazz, trotz der orthodoxen Besetzung. Es würde viele solcher Alben mit großen und kleinen Ensembles geben, jazzbasiert, elektronisch, aber sie alle hätten eine Gemeinsamkeit: eine Art Feier des „symphonischen“ Potenzials in einfachen musikalischen Gesten. Doch Einfachheit mache es dem Improvisator nicht immer leicht: Einfache Jazzmuster würden nicht ausreichen. Die Musiker, die hier versammelt seien, entsprächen alle seinem strukturellen Einfallsreichtum mit Höhenflügen der Fantasie, die sowohl subtil als auch feurig sind. Dies sei Musik, die zwar akribisch komponiert sei, aber ohne die Energie der Interaktion im Moment nicht auskomme.[2]

Oft lasse Previte Ideen hören, die fast wie beiläufig wirken, während um sie herum intensivere kompositorische Ideen herumschwirren, so Noble weiter. Im Eröffnungsstück „Roam“ dürften Akkorde, die den Eindruck erweckten, als suchten sie nach einer Melodie, die sie untermalt, einfach so stehen bleiben (wenn auch verzerrt durch die biegende Gitarre von Wendy Eisenberg), würden jedoch von einem typischen Previte-Groove eingeleitet und dann überlagert, der ein Motiv auf den Toms aufgreife und dessen Variationen durchspiele. Die Pianistin Angelica Sanchez würde dann einstimmen, wobei die Linien hier eher vom Jazz inspiriert seien: Man habe das Gefühl, dass diese Akkorde eher „verschmiert“ als entwickelt werden.[2]

Jerome Harris (2017)

Bobby Previte sei einer der ersten Improvisatoren und Komponisten, der den Rezensenten gezeigt hat, dass man Akkordfolgen als Grundlage für die Improvisation hinter sich lassen und stattdessen den Klang dieser Akkorde (oder irgendetwas anderes) als strukturelles Material beibehalten kann, so Noble. Er beschreite diesen Weg schon seit langer Zeit, und Ensembles kämen und gingen, doch er bewege sich weiterhin zwischen allen Genres hin und her – ein Hybridmusiker aus Rock, Jazz, Klassik und Improvisation, der immer wieder interessante Räume für Musiker schaffe, die sich dieser Herausforderung stellen könnten. Es würde sich lohnen, dieser Reise aufmerksam zuzuhören.[2]

Einzelnachweise

[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
  1. Tom Lord The Jazz Discography (online, abgerufen am 4. Juni 2026)
  2. 1 2 3 Liam Noble: Bobby Previte – ‘Second Arrow’. In: UK Jazz News. 9. Mai 2026, abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).