Sebastian Brameshuber
Sebastian Brameshuber (* 1981 in Gmunden, Oberösterreich) ist ein österreichischer Dokumentarfilmregisseur.

Werdegang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Brameshuber studierte Bühnen- und Filmgestaltung an der Universität für angewandte Kunst Wien und Film am Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains in Frankreich.[1] Seit 2009 realisierte er vier Langfilme fürs Kino.[2]
Sein erster Langfilm Muezzin (2009) wurde im Dokumentarfilmwettbewerb des Karlovy-Vary-Filmfestivals uraufgeführt, Und in der Mitte, da sind wir (2014) im Berlinale Forum. Für Bewegungen eines nahen Bergs (2019) erhielt Brameshuber u. a. den Grand Prix beim Cinéma du Réel in Paris, den 3sat-Dokumentarfilmpreis der Duisburger Filmwoche sowie den Wiener Filmpreis (Spezialpreis der Jury) im Rahmen der Viennale.[3] London (2026) wurde im Panorama der Berlinale uraufgeführt und beim Cinéma du Réel neuerlich mit dem Grand Prix sowie dem Prix des Bibliothèques ausgezeichnet.[4][5]
Darüber hinaus entstanden zwischen 2004 und 2015 mehrere Kurz- und Experimentalfilme, die u. a. beim EMAF Osnabrück, EXiS Seoul, Impakt Festival (Utrecht), 25FPS Zagreb und bei den Berlinale Shorts gezeigt wurden.
2019 widmeten ihm das Filmarchiv Austria im Wiener Metro Kinokulturhaus und die Anthology Film Archives in New York erste Werkschauen.[6] Begleitend erschien im Verlag von Le Studio Film und Bühne die zweisprachige Monografie Bilder, Falten, herausgegeben vom Filmkritiker Alejandro Bachmann, der darin die Ambiguität von Brameshubers Werk zwischen Dokumentar- und Experimentalfilm untersucht.[7]
Neben seiner Tätigkeit als Regisseur unterrichtet Brameshuber seit Anfang 2024 Dokumentarfilmregie an der Filmakademie Wien (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien).[8] Als Gastdozent war er an der FAMU in Prag[9], am Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien und der Kunstuniversität Linz[10][11] tätig.
Er ist Mitglied der Akademie des Österreichischen Films sowie Vorstandsmitglied von Austrian Films und der Verwertungsgesellschaft der Filmschaffenden (VdFS).
Auszeichnungen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2020: Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Film
- 2019: Preis „Der politische Film“, Friedrich-Ebert-Stiftung, Filmfest Hamburg
- 2019: Spezialpreis der Jury, Wiener Filmpreis, Viennale
- 2019: 3sat-Dokumentarfilmpreis, Duisburger Filmwoche
- 2019: Grand Prix, Cinéma du Réel, Paris
- 2015: Nominierung – Bester Dokumentarfilm, Österreichischer Filmpreis 2015
- 2020: Nominierung – Bester Dokumentarfilm, Österreichischer Filmpreis 2020
- 2026: Grand Prix, Cinéma du Réel, Paris
- 2026: Prix des Bibliothèques, Cinéma du Réel, Paris
Filmografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Langfilme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2009: Muezzin (AT, 85 min)
- 2014: Und in der Mitte, da sind wir (AT, 91 min)
- 2019: Bewegungen eines nahen Bergs (AT/FR, 85 min)
- 2026: London (AT, 122 min)
Kurzfilme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2004: Preserving Cultural Traditions in a Period of Instability (AT, 3 min, Co-Regie mit Thomas Draschan)
- 2006: Keynote (AT, 4 min, Co-Regie mit Thomas Draschan)
- 2014: Of Stains, Scrap and Tires (AT/FR, 19 min)
- 2015: In, Over and Out (AT/FR, 10 min)
DVD-Editionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Muezzin. Edition Filmladen / Falter, Wien 2010.
- Und in der Mitte, da sind wir. Edition Filmladen / Falter, Wien 2015.
- Und in der Mitte, da sind wir. Der Österreichische Film / Edition Der Standard, Nr. 274, Wien 2016. Enthält außerdem den Kurzfilm Of Stains, Scrap & Tires.
- Bewegungen eines nahen Bergs. Der Österreichische Film / Edition Der Standard, Nr. 332, Wien 2020.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Alejandro Bachmann (Hrsg.): Bilder, Falten | Images, Folds – Sebastian Brameshuber. Le Studio Editions, Wien 2019, ISBN 978-3-200-06634-2.
- Jana Koch: Die Mitte umkreisen. Zu den dokumentarischen Arbeiten von Sebastian Brameshuber. In: kolik.film, Sonderheft 23, Wien: Verein für neue Literatur, 2015.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Sebastian Brameshuber. Internet Movie Database, abgerufen am 30. März 2026.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains. In: Le Fresnoy. Abgerufen am 3. November 2025 (englisch).
- ↑ Bewegungen eines nahen Bergs – Pressestimmen. In: Filmgarten. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ London. In: Panama Film. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ London. In: Berlinale. Abgerufen am 21. März 2026.
- ↑ Discover the 48th edition award list. Palmarès 2026. In: cinemadureel.org. Cinéma du Réel, 29. März 2026, abgerufen am 29. März 2026 (englisch).
- ↑ Sebastian Brameshuber Retrospective. In: Anthology Film Archives. 2019, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Bilder, Falten. In: Le Studio Film und Bühne. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Lehrende – Filmakademie Wien. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ International Film Students Hub: Exploring the Future of Documentary. In: FAMU. Abgerufen am 3. November 2025 (englisch).
- ↑ Und in der Mitte, da sind wir – Filmvorführung und Gespräch mit Sebastian Brameshuber. In: Kunstuniversität Linz. Abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Cine Days #11 – Filmvorführung und Gespräch mit Sebastian Brameshuber. In: Kunstuniversität Linz. Abgerufen am 3. November 2025.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brameshuber, Sebastian |
| KURZBESCHREIBUNG | österreichischer Dokumentarfilmregisseur |
| GEBURTSDATUM | 1981 |
| GEBURTSORT | Gmunden, Oberösterreich |