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Scheiterburg

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Die Scheiterburg war eine hochmittelalterliche Höhenburg in Oberstenfeld, einer Gemeinde im baden-württembergischen Landkreis Ludwigsburg. Über die Geschichte der ehemalige Burganlage, von der sich nur geringe Reste erhalten haben, ist so gut wie nichts bekannt.

In den Forstlagerbüchern von Andreas Kieser ist Gronau und der Scheiterburgweinberg gezeichnet, die Scheiterburg jedoch war 1686 längst Geschichte

Der Burgstall liegt etwa 700 m südöstlich von Oberstenfeld-Gronau in der Gemarkung Gronaus auf einem nach Westen ins Bottwartal vorspringenden bewaldeten Bergsporn. Südlich der alten Burgstelle liegt heute das ausgedehnte Weinbaugebiet Scheiterburgweinberge. Die gesamte Bergkuppe wird von Ost nach Nord von der Kurzach umflossen, die dort in den Mühlbach übergeht und nach Südwesten als Bottwar Richtung Oberstenfeld entwässert. Nach Süden wird der Bergrücken durch die Bieversklinge getrennt.

Über die Scheiterburg haben sich keinerlei Archivalien erhalten. Daher ist nicht bekannt, welches Adelsgeschlecht die Burg im 12. Jahrhundert erbaute. Eventuell wurde die Anlage vom Hause Baden zur Sicherung ihres Herrschaftsgebiets um Backnang gegen die Württemberger errichtet. Da sie wohl früh an Bedeutung verloren hat, wurde sie auch nicht urkundlich erwähnt und wird vermutlich im 13. Jahrhundert schon wieder verlassen gewesen sein.[1] Eine Burgsiedlung Smaleneke (=Schmaleneck, Umschreibung für eine kleine Burg) ist nach einer päpstlichen Urkunde von Innozenz IV. 1247 als Besitz des adeligen Frauenstiftes St. Johannes Baptist zu Oberstenfeld erwähnt und wird dieser Gegend zugewiesen.[1]

Im 19. Jahrhundert nahm das Interesse an der alten Burganlage wieder zu. So heißt es in der Beschreibung des Oberamts Marbach von 1866, dass man „vor einigen Jahren Bausteine, Bauschutt und Ziegel etc.“ von der Burg ausgegraben habe.

Die Spornburg wird auf dem Bergsporn auf einer Breite von etwa 30 bis 35 m von einem nur noch flachen, sichelförmigen, noch bis etwa 1,5 m hohen Wall und einem vorgelagertem, heute auf maximal 0,7 m Tiefe verflachten Halsgraben zur Bergseite nach Osten abgeriegelt.[1] Der Wall ist etwa 3,5 m, der Burggraben noch bis zu 6 m breit.[1] Das Wall-Grabensystem läuft nach Norden und Süden aus. Westlich des Burggeländes befindet sich eine kleine Erhebung bevor das Gelände nach Norden und Westen ausläuft. Die gute Fernsicht und Kontrolle des oberen Bottwarttales könnte später von der stauferzeitlichen Burg Lichtenberg übernommen wurden sein und das schnelle Ende der Scheiterburg bedeutet haben.

  • Karl Eduard Paulus: Beschreibung des Oberamts Marbach. Verlag H. Lindemann, Stuttgart 1866, S. 190 f. und S. 263 f.
  • Lutz Reichardt: Ortsnamenbuch des Stadtkreises Stuttgart und des Landkreises Ludwigsburg. (Veröffentlichungen der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg B 101) Stuttgart 1982, S. 137

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 Christoph Engels: Scheiterburg bei Gronau in der wissenschaftlichen Datenbank „EBIDAT“ des Europäischen Burgeninstituts, abgerufen am 29. Oktober 2026.
Scheiterburg
Alternativname(n) Scheutterburg (1832)[1], Schmaleneck (1247)[1]
Staat Deutschland
Ort Oberstenfeld-Gronau
Entstehungszeit 12. Jahrhundert
Burgentyp Höhenburg, Spornburg
Erhaltungszustand Burgstall, Wall- und Halsgrabenreste
Ständische Stellung Ministeriale
Geographische Lage 49° 2′ N, 9° 21′ OKoordinaten: 49° 1′ 53,7″ N, 9° 20′ 48,1″ O
Höhenlage 365 m ü. NN
Scheiterburg (Baden-Württemberg)
Scheiterburg (Baden-Württemberg)