Scheersberg A
| ||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||
| ||||||||||||||||||||||||
Die Scheersberg A war ein unter der Flagge Liberias fahrendes Motorfrachtschiff. Es war rund 78,5 Meter lang und etwa 12 Meter breit.[1]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Schiff wurde unter der Baunummer 1069 auf der Kröger-Werft in Rendsburg gebaut und im Dezember 1955 als Scheersberg an die Partenreederei m.s. „Scheersberg“ abgeliefert. Betrieben wurde das Schiff unter deutscher Flagge von der Hamburger Reederei Aug. Bolten Wm. Miller’s Nachfolger. 1968 wurde das Schiff für 287.000 US-Dollar an die Biscayne Traders Shipping Corporation verkauft, bei der es sich nach Recherchen des US-Magazins Time um eine liberianische Briefkastenfirma handelte.[2] Neuer Name des nun unter liberianischer Flagge betriebenen Schiffs wurde Scheersberg A.[3][4]
Das Schiff wurde im Hafen von Antwerpen im Rahmen der Operation Plumbat unter anderem mit 200 Tonnen Uranerz (Yellowcake) aus dem damaligen Belgisch-Kongo beladen. Es lief am 17. November 1968 mit Zielhafen Genua aus,[5] wo es allerdings nie ankam. Am 2. Dezember 1968 erreichte die Scheersberg A den Hafen von İskenderun. Als es hier untersucht wurde, fehlte von der Besatzung und der Ladung jede Spur. Das Uran wurde im Kernforschungszentrum Negev verwendet.[6][7][8][9]
Während der Operation Noa 1969 diente das Schiff vermutlich für die Versorgung mit Treibstoff bei der Überführung von in Frankreich gebauten Schnellbooten aus dem Hafen Cherbourg nach Israel.[2][10][11]
1970 wurde das Schiff nach Griechenland verkauft und in Haroula umbenannt. Das in Piräus registrierte Schiff fuhr nun unter griechischer Flagge. 1976 ging es an eine zypriotische Reederei. Neuer Name des unter zypriotischer Flagge mit Heimathafen Limassol betriebene Schiff wurde Kerkyra. Am 2. September 1982 wurde es zum Abbruch an J. A. Maragopoulos in Perama, Griechenland, überstellt.[1]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- The secrets of Israel’s Bomb coup. In: The Sunday Times, 25. Juni 1978 (PDF; 2,1 MB).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 IMO: 5315204. In: Shiphotos.com - Ship Photography Archive. Abgerufen am 12. April 2026 (englisch).
- 1 2 Thomas Frankenfeld: Mossad: Unterwegs in tödlicher Mission. Hamburger Abendblatt, 26. Februar 2010.
- ↑ BArch B 132/1168 1955-1968. Bundesarchiv.
- ↑ Photograph of Scheersberg, Aug Bolten, Wm Millers Nachfolger. National Museums Liverpool.
- ↑ Denis Eisenberg, Eli Landau, Menachem Portugali: Das Geheimnis der »Scheersberg«. 2. Teil. In: Der Spiegel, Nr. 34/1978. 20. August 1978, abgerufen am 13. April 2026.
- ↑ Denis Eisenberg, Eli Landau, Menachem Portugali: Das Geheimnis der »Scheersberg«. 1. Teil. Der Spiegel, Nr. 33/1978, 13. August 1978.
- ↑ Denis Eisenberg, Eli Landau, Menachem Portugali: Das Geheimnis der »Scheersberg«. 3. Teil. Der Spiegel, Nr. 35/1978, 27. August 1978.
- ↑ Thomas Scheuer: Nukem und die Plumbat–Affäre. taz, 5. Mai 1988.
- ↑ Elaine Davenport, Paul Eddy, Peter Gill: The plumbat affair. Philadelphia, Pennsylvania, 1978, ISBN 9780397012480.
- ↑ High Seas: Uranium: The Israeli Connection. Time, 30. Mai 1977.
- ↑ Levantinischer Herr. In: Der Spiegel, Nr. 21/1977. 15. Mai 1977, abgerufen am 13. April 2026.