Schafscheid



Die Schafscheid ist die Aufteilung der von der Sömmerung in den Alpen kommenden Schafe an ihre jeweiligen Besitzer. Die zum traditionellen Brauchtum zählende Schafscheid ist meist mit einem Dorf- und Volksfest oder einem Schäferfest mit sonntäglicher Bergmesse (Belalp) verbunden und zu einer Touristenattraktion geworden. Die Schafscheid von Guggisberg BE wurde im Jahr 1662 erstmals erwähnt.
Nach dem Alpaufzug und einer etwa dreimonatigen Sömmerung erfolgt der Alpabzug. Nach dem gefahrvollen Einsammeln der wild weidenden Schafe bis auf 3000 m durch die Sanner oder Samner, folgt ein ein- bis zweitägiger Fussmarsch über schmale, steinige Wege ins Tal, wo an einem traditionell festgelegten Tag (erster Donnerstag im September, am Montag nach dem Eidgenössischen Bettag usw.) die Schafscheid stattfindet.
Abtrieb und Schafscheid funktionieren nach uralten Regeln und haben archaische Züge. Die Herde von ein paar Hundert bis Tausend Schafen wird in einen grossen Färrich (Walliserdeutsch = Färricha), einem speziellen Pferch, getrieben, mit dem weitere kleinere Färriche mit Toren verbunden sind. Die Schafherde wird nun auseinandergetrieben und die einzelnen Tiere pro Besitzer in einen der kleinen Färriche gesperrt, wo er sie abholen kann.
Traditionelle Schafscheiden in der Schweiz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Schäful: Belalp (Gemeinde Naters VS)[1][2] am letzten Wochenende im August
- Jaun FR Am Montag nach dem Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag (also Mitte September) findet seit 1594/1595[3][4][5] die traditionelle Schafscheid Jaun statt. Die Schafscheid Jaun ist eine der lebendigen Traditionen im Kanton Freiburg.
- Riffenmatt (Gemeinde Guggisberg BE) Seit 1662 am ersten Donnerstag im September[6][7]
- Riederalp, Bettmeralp, jährlich abwechselnd
Wolfrisse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die traditionelle Schafscheid in Riffenmatt fand 2011 fast ohne Schafe statt. Rund 400 Tiere der Schafzuchtgenossenschaft Rüschegg waren schon Anfang Juli von ihrer Alp am Stierengrat in der Gemeinde Boltigen geholt worden, weil dort ein Wolf über zwei Dutzend der Tiere gerissen hatte.[8]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Thomas Schuppisser, Michael T. Ganz: embrüf, embri: Die Heimkehr der Schafe. hier+jetzt, Verlag für Kultur und Geschichte, Baden 2010, ISBN 978-3-03919-161-1.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Schafscheid auf der Belalp
- ↑ Schäferwochenende 2010 ( vom 24. Mai 2012 im Internet Archive)
- ↑ Schafscheid. In: fr.ch. Abgerufen am 18. September 2026.
- ↑ Schafscheid Jaun: Kalte Hände, warme Herzen. In: Freiburger Nachrichten. Abgerufen am 18. September 2026.
- ↑ Jaun feiert die Rückkehr seiner Schafe. In: SRF. Abgerufen am 18. September 2026.
- ↑ Traditionelle Bräuche als «lebendes Kulturgut»
- ↑ Wie 500 Schafe nach 14 Stunden Marsch heimkehren. In: Berner Zeitung. Abgerufen am 18. September 2026.
- ↑ Riffenmatt: Schafscheid fast ohne Hauptdarsteller