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Sara Angius

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Sara Angius (* 1988 in Sassari) ist eine italienische Tänzerin, Choreografin und Puppenspielerin.[1][2][3] In ihren Arbeiten führt sie zeitgenössischen Tanz mit Figuren- und Objekttheater, Animation und Illusion zusammen.[4][5]

Angius absolvierte ihre professionelle Tanzausbildung am DanceHaus in Mailand und studierte zugleich Kommunikation der darstellenden Künste an der Universität Mailand.[3] Von 2013 bis 2015 gehörte sie dem Tanzensemble des Staatstheaters Braunschweig an.[1] Dort tanzte sie in Arbeiten von Jan Pusch; in dessen Welcome to Your World hob eine Kritik ihr körperlich expressives Solo hervor.[6] Anschließend arbeitete sie freischaffend, mit dem Xie Xin Dance Theatre in Shanghai und mit James Thierrée bei der Entstehung von Frôlons an der Pariser Opéra Garnier.[3] Gemeinsam mit weiteren Tanzschaffenden gründete sie in Braunschweig die Kooperative Tanzkoop, welche der freien Szene einen Probenraum bereitstellt und später am niedersächsischen Gastspielnetzwerk Spotted mitwirkte.[4]

Mit dem selbst choreografierten und getanzten Solo Star-Watchers erhielt Angius 2013 beim Internationalen Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart jeweils den dritten Preis für Choreografie und Tanz.[7] Ihr Duett The Fish Bowl, das sich mit den Masken menschlicher Beziehungen auseinandersetzt, gewann 2016 den ersten Preis der Sparte zeitgenössischer Tanz beim Certamen Internacional de Coreografía Burgos–New York.[8] In The Shape of Water übertrug sie Eigenschaften des Wassers wie Fließen, Anpassen und Aufprallen auf die Bewegungen dreier Tänzerinnen.[2] Das Solostück LONO – The Woman Who Had Two Navels gestaltet das Verhältnis von Vergangenheit und Zukunft als Dialog einer Tänzerin mit einer scheinbar eigenständig bewegten Lampe.[4] Ihr Tanz- und Puppenfilm Incognitum erhielt 2023 beim Grazer Festival Dance on Screen den Publikumspreis; die Kritik beschrieb ihn als vielschichtige Suche nach dem Ich im Zusammenspiel mit einer Puppe.[9] In The Rabbit Hole ließ Angius Tanz, Objekttheater und Illusion zur Darstellung verdrängter und ambivalenter Seiten der Persönlichkeit als surreale Bühnenwelt aufeinandertreffen.[5] Das gemeinsam mit Johanna Ehlert konzipierte Tanz- und Figurentheaterstück Sabotage betrachtet Manipulation und vermeintliche Willensfreiheit durch ein System aus Seilen, Zügen, Menschen, Objekten und Puppen.[1][10]

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 Puppenspielerin übers Strippenziehen: „Eine Hierarchie der Manipulation“. In: taz.de. 12. Juni 2026, abgerufen am 12. Juni 2026.
  2. 1 2 Fließender und artistischer Tanz bei „Shape of Water“. In: Wolfsburger Allgemeine Zeitung. 19. Mai 2019, abgerufen am 12. Juni 2026.
  3. 1 2 3 Sara Angius. In: Dance Arts Faculty. Abgerufen am 12. Juni 2026 (italienisch).
  4. 1 2 3 „Spotted“: Netzwerk stärkt zeitgenössischen Tanz in Niedersachsen. In: NDR.de. 31. August 2024, abgerufen am 12. Juni 2026.
  5. 1 2 The Rabbit Hole. In: Staatstheater Braunschweig. Abgerufen am 12. Juni 2026.
  6. ↑ Die Evolution des Körpers. In: Die Deutsche Bühne. 9. März 2015, abgerufen am 12. Juni 2026.
  7. ↑ Winners 17. Internationales Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart 2013. In: Internationales Solo-Tanz-Theater Festival Stuttgart. 8. Oktober 2017, abgerufen am 12. Juni 2026.
  8. ↑ La coreógrafa italiana Sara Angius se alza con el primer premio del Certamen Burgos–Nueva York. In: BurgosTV. 30. Juli 2016, abgerufen am 12. Juni 2026 (spanisch).
  9. ↑ Dance on Screen in Graz. In: tanz.at. 9. November 2023, abgerufen am 12. Juni 2026.
  10. ↑ Sabotage, Sara Angius (DE/IT). In: Theater Fadenschein. Abgerufen am 12. Juni 2026.