Samuel Lenz

Samuel Lenz, häufig auch Samuel Lenz V. (* 8. März 1686 in Stendal; † 14. Mai 1776 in Halle) war ein deutscher Historiker, Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Sein Vater[2] war der Gutsbesitzer Johann Christian Lenz (Lenzen), weiland Erbherr auf Riede bei Halle S., zugleich Handels- und Kaufmann in Stendal. Der Name der Mutter ist nicht genealogisch überliefert; Samuel hatte Geschwister. Familie Lenz, beginnend mit dem Geistlichen Johann Lenz (* 1559; † 1613), stellte vierhundert Jahre mit Geistlichen und Juristen mehrere regionale Persönlichkeiten, erwarb Gutsbesitz und führt(e) ein Wappen. Die Heraldik zitiert einen offenen Helm mit einer blau und weißen Helmdecke geführt, aus dem Helm entwachsen zwischen zwei Palmzweigen eine Hand hervorragt, die einen Anker hielt. Simon Lenz I. wurde später Burgrichter.
Samuel Lenz besuchte zunächst ab 1702 das Martineum[3] in Braunschweig, bevor er 1705 an die Universität Helmstedt, dann 1707 an die Universität Jena ging. 1708 wurde er Lehrer für Mathematik in Liegnitz in Schlesien. Von dort aus ging er nach Breslau. In Breslau konnte er die Bibliotheken benutzen und wurde Hofmeister des Grafen zu Stolberg, 1712 sein Kabinetts-, Regierungs- und Kammersekretär. 1713 war er in Berlin. Dort wurde er Hofmeister zweier Adeliger und ging mit diesen nach Halle. Ab 1719 war er schließlich in Petersberg im Saalkreis tätig.
Lenz lehrte ab 1722 an der Landesuniversität Zerbst Geographie. Ab 1723 war er zudem als Advokat tätig. 1730 ernannte ihn die verwitwete Fürstin Gisela Agnes von Anhalt-Köthen zu ihrem Hof-, Regierungs- und Wittumsrat. Trotz der Aufnahme dieser Ämter konnte er weiter in Zerbst tätig sein.
Nachdem er 1739 das Rittergut Riede bei Petersberg erbte, bereits seit Samuel Lenz II. in Familienhand,[4] ließ er sich 1740 in den Ruhestand versetzen und zog nach Halle. Gut Riede, später auch Rieda genannt, lag im Sächsischen-Merseburgischen Amt Zörbig, zwischen Schrenz und Ostrau, nach August Schumann an der Straße von Halle nach Radegast gelegen.[5] Die Familie Lenz besaß zeitweise ebenso ein Petersberg'sches Freigut in Löbersdorf bei Zörbig.[6]
In der Folgezeit begann in Halle seine fruchtbarste schriftstellerische Tätigkeit.
Publikationen (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Anweisung zu einer Chronicke der Alt-Märckischen Haupt-Stadt Stendal, so viel sich davon in gedruckten und ungedruckten Schrifften gefunden hat. Johann Andreas Bauer, Halle 1747.
- S. Lentzens Diplomatische Stifts- und Landes-Historie von Halberstadt und angraenzenden Oertern .... Johann Andreas Bauer, Halle 1749.
- Diplomatische Stifts-Historie von Brandenburg. Johann Andreas Bauer, Halle 1750. (Digitalisat)
- S. Lentzens Diplomatische Stifts-Historie von Havelberg, Worin die an dieser hohen Stifts-Kirche gestandne Bischöffe, von Anfang biß zu Ende, aus brieflichen Uhrkunden und zuverläßigen Scribenten beschrieben, und die Dom-Pröbste, Dechante und Dom-Herren, so viel derselben sich herfür gethan, bekant gemachet werden, Mit verschiednen unbekandten Uhrkunden erläutert. Johann Andreas Bauer, Halle 1750. (Digitalisat)[7]
- Marg-Gräflich-Brandenburgische und andre in die Märckische Historie einschlagende bisher ungedruckt gewesene Uhrkunden, von Albrecht dem Bären an biß auf die Hohenzollerischen Zeiten mit Historischen, Genealogischen, Chronologischen und Topographischen Erläuterungen., 2 Bände, Halle 1753 und 1754.
- Samuelis Lentzii Becmannvs Envcleatvs, Svppletvs Et Continvatvs, Oder: Historisch-Genealogische Fürstellung des Hochfürstlichen Hauses Anhalt Und der davon abstammenden Marggrafen zu Brandenburg, Herzoge zu Sachsen, und Sachsen-Lauenburg. Mit vielen Kupfern. Cöthen und Dessau 1757.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- G. Lenz: Ein Frühlingsleben. Selbstbiographie. Mit: Familienchronikauszügen der Familie Lenz. C. H. Schulze & Co. Gräfenhainichen-Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin 1892, u. a. S. 7 ff., S. 18 f.[8]
- Theodor Stenzel: Lenz, Samuel. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 18, Duncker & Humblot, Leipzig 1883, S. 279 f.
- Johann Georg Meusel: Lexikon der vom Jahr 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller. Achter Band, Gerhard Fleischer jun., Leipzig 1808, S. 144 ff.
- Andreas Gottfried Schmidt: Anhalt`isches Schriftstellerlexikon oder historisch-literarische Nachrichten über Schriftsteller, welche in Anhalt gebohren sind oder gewirkt.... Friedrich Wilhelm Gröning, Bernburg 1830, S. 204–210.
- Ernst Ludwig Daniel Huch: Des Hof- und Regierungs- auch Witthums-Raths, Samuel Lenzens Leben und Schriften. In der Coernerischen Buchhandlung, Coethen und Dessau 1758, S. 21.
- Johann Jakob Brucker: Bilder-sal heutiges Tages lebender und durch Gelahrtheit berühmter Schrifft-steller in welchem derselbigen nach wahren Original-malereyen entvorfene Bildnisse in schwarzer Kunst, in natürlicher Ahnlichkeit vorgestellet,.... Neuntes Zehend, Joh. Jochob Haid, Augsburg 1752. Vita. Mit Portrait. Unpagniert 6. S.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Johann Jakob Brucker: Bilder-sal heutiges Tages lebender und durch Gelahrtheit berühmter Schrifft-steller .... Neuntes Zehend, Augsburg 1752.
- ↑ (Lit).: G. Lenz: Ein Frühlingsleben. Selbstbiographie. Mit: Familienchronikauszügen der Familie Lenz. Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin 1892, S. 7.
- ↑ Ernst Ludwig Daniel Huch: Des Hof- und Regierungs- auch Witthums-Raths, Samuel Lenzens Leben und Schriften. In der Coernerischen Buchhandlung, Coethen und Dessau 1758, S. 21.
- ↑ (Lit).: G. Lenz: Ein Frühlingsleben. Selbstbiographie. Mit: Familienchronikauszügen der Familie Lenz. Verlag der Buchhandlung der Berliner Stadtmission, Berlin 1892, S. 18 f., u. S. 25.
- ↑ Derselbe: August Schumann: Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungs-Lexikon von Sachsen. Neunter Band, Selbstverlag gebrüder Schumann, Zwickau 1822, S. 171.
- ↑ Historische Kommission für die Provinz Sachsen und für Anhalt (Hrsg.): Mitteldeutsche Lebensbilder. Band 4: Lebensbilder des 18. und 19. Jahrhunderts. Selbstverlag/ Hrsg., Magdeburg 1926, S. 94.
- ↑ Stiftung Bibliothek Werner Oechslin: Rezension., Stand Einsiedeln 2021.
- ↑ Gustav Lenz (Geistlicher) (1808–1891), deutscher Geistlicher und Superintendent.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lenz, Samuel |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker, Rechtswissenschaftler und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 8. März 1686 |
| GEBURTSORT | Stendal |
| STERBEDATUM | 14. Mai 1776 |
| STERBEORT | Halle |