Der Stapellauf von S119 erfolgte am 8. Juli 1903, die Indienststellung am 6. September 1903. Das Boot war 63,2m lang, 7,0m breit und hatte einen Tiefgang von 2,69m. Die Maximalverdrängung betrug 415t. Der Antrieb erfolgte über zwei dreiflügelige Schrauben, welche über zwei Wellen angetrieben wurden. Es hatte drei Schichau-Thornycroft-Wasserrohrkessel, zwei Verbunddampfmaschinen mit dreifacher Dampfdehnung und einer Leistung von 6000 PS, womit das Boot 28 kn erreichen konnte.
Die Bewaffnung von S 119 bestand aus drei 5-cm-Schnelladekanonen L/40 in Einzelaufstellung. Zudem verfügte das Boot über drei ebenfalls einzeln aufgestellte Torpedorohre⌀45cm.
Die Boote S114 bis S119 bildeten unter dem Kommando von KorvettenkapitänGeorg Thiele zu Beginn des Ersten Weltkriegs die 7. Torpedoboots-Halbflottille innerhalb der IV. Torpedoboots-Flottille. S119 fungierte innerhalb der Halbflottille als Führungsschiff.
Am 17. Oktober 1914 verließ die 7. Torpedoboots-Halbflottille Emden unter ihrem Chef, Korvettenkapitän Thiele, auf dem Führerboot S119 und mit den Booten S115, S117 und S118, um vor der Südküste Englands Minen zu legen. Am frühen Nachmittag des 17. Oktober 1914 stellte der britische Leichte KreuzerUndaunted auf einer Routinepatrouille mit den zur 3. Flottille gehörenden ZerstörernLennox, Legion, Loyal und Lance die deutsche Halbflottille vor der niederländischen Insel Texel etwa bei 53°17′N, 3°28′O53.2891666666673.4741666666667.
S118 wurde zu Beginn der Kampfhandlungen beschädigt und es fiel im Verband zurück. S119 verringerte daraufhin ebenfalls seine Geschwindigkeit, um dem Schwesterschiff beizustehen und ggf. den artilleristisch überlegenen britischen Schiffen noch einen Torpedoangriff entgegenzusetzen. S119 gelang ein Torpedotreffer beim Zerstörer Lance, welcher aber nicht detonierte. Das Boot wurde dann durch Artilleriefeuer versenkt.
Harald Fock: Schwarze Gesellen, Band 2: Zerstörer vor 1914, Koehlers Verlagsgesellschaft, Herford 1981, ISBN 3-7822-0206-6.
Erich Gröner: Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945 Band 2: Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote, Bernard & Graefe, Bonn 1998, ISBN 3-7637-4801-6.
Robert Gardiner: Conway’s All the world’s fighting ships 1860-1905, Conway Maritime Press, London 1979, ISBN 0-85177-133-5.