In den 1980er-Jahren mussten die SVB auf deutlich gestiegene Fahrgastzahlen in der Folge einer tariflichen Massnahme reagieren und wollten ihre ältesten Standardwagen-Züge (Baujahre ab 1947) ersetzen. Zur Vorbereitung der notwendigen Fahrzeugbeschaffung liehen sich die SVB im Sommer 1987 zwei Fahrzeuge aus: einen Be4/6 «Tram 2000» der Strassenbahn Zürich und den Prototyp des Be4/6 mit Nieder- bzw. Mittelflurbereich der Strassenbahn Genf. Eine Beschaffung des Trams 2000 hätte aufgrund seiner Hüllkurve umfangreiche Änderungen an der Infrastruktur erfordert. Ausserdem ergab eine Befragung der Fahrgäste, dass sie zu 98Prozent die Niederflurausführung bevorzugten. So entschlossen sich die SVB zur Beschaffung von zwölf derartigen Fahrzeugen, allerdings in einer längeren und erheblich weiterentwickelten Variante. Hersteller des mechanischen Teils waren wie für Genf Vevey und die Duewag. Den elektrischen Teil übernahm ABB.[1] Der erste Triebwagen wurde am 23. Dezember 1989 ausgeliefert[2], und am 2. April 1990 erfolgte der Ersteinsatz.[3] Die Fahrzeuge erhielten die Wagennummern 731 bis 742.[3] Zunächst waren sie grün-weiss lackiert. Mit Einführung der Marke Bernmobil begann die Umlackierung in ein rotes Farbschema.[3]
2019 bestellte Bernmobil den Ersatz für die Be4/8 in Form der Be6/8 901 … 930. Im Januar 2025 fand die feierliche Abschiedsfahrt statt.[4] Während der Be4/8 735 als Museumswagen in Bern verbleibt, wurde in Zusammenarbeit mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft die Schenkung der anderen elf Wagen mit Ersatzteilen an die Strassenbahn Lwiw organisiert.[3] Der Transport erfolgte von September 2024 bis April 2025.[3][5] In Lwiw erhielten die Be4/8 die Wagennummern 1240 bis 1250.[6]
Die Be 4/8 sind Gelenkwagen mit aufgesattelten Endwagen. Der mittlere Wagenteil läuft auf zwei Laufdrehgestellen, die Endteile jeweils auf einem Triebdrehgestell. Wie bei den Genfer Be4/6 haben die Laufdrehgestelle Räder mit besonders kleinem Durchmesser, um darüber einen niedrigen Fussboden zu ermöglichen. VeVeY entwickelte diese jedoch für Bern erheblich weiter: Der Achsstand wurde zur Verringerung von Verschleiss von 1200 auf 1000mm verringert, der Raddurchmesser auf 410mm erhöht, und die Bremssysteme wurden erweitert. Hatten die Genfer Drehgestelle nur je zwei Bremsscheiben für Gefahrenbremsungen, so erhielten die Berner Drehgestelle je vier Bremsscheiben als Betriebsbremse und zusätzlich Magnetschienenbremsen. Die Masse eines Laufdrehgestells erhöhte sich dabei von 1300 auf 1950Kilogramm. Ausserdem wurde die Fussbodenhöhe von 480 auf 350mm verringert.[2] Dafür gibt es seitlich des 645mm[1] breiten Durchgangs Radkästen, die über die Fussbodenhöhe hinausragen und dadurch die Möglichkeiten der Gestaltung des Fahrgastraums einschränken. Das weiterentwickelte Laufdrehgestell wurde zunächst unter einem vorhandenen Beiwagen der SVB über mehr als 80'000km erprobt.[2]
Auch an den Duewag-Triebdrehgestellen wurden Änderungen vorgenommen. Insbesondere ist der Raddurchmesser bei diesen geringer als in Genf (560 statt 660mm), so dass die Fussbodenhöhe im Hochflurbereich von 870 auf 710mm verringert werden konnte.[2] Zwischen Nieder- und Hochflurbereichen gibt es je zwei Stufen.[1] Die elektrische Ausrüstung mit GTO-Gleichstromstellern ist auf dem Dach angeordnet.[2]
Der Niederflurbereich erstreckt sich über 72Prozent der Gesamtlänge und 67Prozent der Gesamtfläche.[2] In allen drei Wagenteilen sind jeweils zwei Doppel-Falttüren von Duewag vorhanden. Sie haben eine lichte Weite von je 1240mm und führen in den Niederflurbereich.[1] Trotz der geringen Fussbodenhöhe von 350mm wurden die Einstiege jedoch nicht stufenfrei ausgeführt. Weil es in Bern an vielen Haltestellen keine erhöhten Bahnsteige gab und die Fahrgäste von der Fahrbahnebene aus in die Wagen steigen mussten, entschieden sich die SVB für eine Zwischenstufe auf 210mm.[2]