Ruedi Rymann
Rudolf «Ruedi» Rymann (* 31. Januar 1933 in Sarnen; † 10. September 2008 in Giswil) war ein Jodler, Sänger und Komponist aus Giswil im Kanton Obwalden. Als einer der bekanntesten Schweizer Jodler ist er auch in den USA, in Japan, Südkorea und Brasilien aufgetreten.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Rymann war seinerzeit einer der Mitbegründer des Jodelklubs Giswil. Er veröffentlichte zahlreiche Schallplatten und CDs. Für seine Interpretation des Volkslieds «Dr Schacher Seppli» (das Lied wurde 1925 komponiert) erhielt er 1982 eine goldene Schallplatte; sie gehört bis heute zu den meistgewünschten Liedern bei den Schweizer Radiosendern. Er wurde dabei so bekannt, dass er selber oft als «Schacher Sepp» bezeichnet wurde und unter diesem Namen Post bekam. Eine weitere goldene Schallplatte erhielt er für sein Jodellied «Der Gemsjäger».
Beruflich arbeitete Rymann als Knecht, Käser und Bauer und war dann bis zu seiner Pensionierung Wildhüter. Zu seinen Hobbys gehörte neben dem Jagen auch das Schwingen: Er war aktiver Schwinger und Präsident des Brünigschwinget. Rymann war verheiratet und hatte fünf Töchter und einen Sohn. Zwei seiner Töchter bilden das «Jodelduett Geschwister Annemarie und Silvia Rymann».
In der Sendungsreihe Die grössten Schweizer Hits des Schweizer Fernsehens gewann er am 18. November 2007 zuerst die Sendung der Kategorie «Heimat» und dann am 2. Dezember die Finalsendung. Mit rund 50 Prozent der Stimmen wurde «Dr Schacher Seppli» zum grössten Schweizer Hit gewählt und löste damit Polo Hofers «Alperose» ab, den ersten Gewinner dieser Auszeichnung. Rymann verstarb 75-jährig am 10. September 2008 an den Folgen einer Leberkrebserkrankung.[1]
Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ruedi Rymann war Ehrenbürger von Giswil.[2]
Im Jahr 2002 erhielt er den Prix Walo in der Sparte «Volksmusik/Blasmusik» und 2007 den Obwaldner Kulturpreis. Im März 2010 wurde zu Ehren von Ruedi Rymann in Giswil ein Denkmal gesetzt. Es zeigt den «Schacherseppli als stolzes Mannsbild und liebenswerten Vaganten».[3] In Giswil ist der Wanderweg Schacherseppli-Weg nach ihm benannt.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Dieter Ringli: Ruedi Rymann. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 2010.
- Roger Anderegg (Text), Zsigmond Toth (Fotos): «Nirgends auf der Welt fühle ich mich so wohl wie in meinem Heimetli». In: SonntagsZeitung. 17. Juni 2007, S. 93.
- Thomas Bolli: Der Künstler des Juiz. In: Tages-Anzeiger. 23. Juni 2007, S. 11.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Publikationen von und über Ruedi Rymann im Katalog Helveticat der Schweizerischen Nationalbibliothek
- Bea Zai: Volksmusik: Ruedi Rymann feiert seinen 75. Geburtstag. In: Aargauer Zeitung. 5. Februar 2008
- Bruce Weber: Ruedi Rymann, Swiss Yodeling Star, Dies at 75. In: The New York Times. 7. Oktober 2008 (Paywall).
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Schacher Seppli ist tot. In: SRF Schweiz aktuell. 11. September 2008.
- ↑ In Ruedi Rymanns Landschaft wandern ( vom 18. März 2012 auf WebCite). In: Obwalden und Nidwalden Zeitung. 12. April 2011.
- ↑ Ruedi Rymann erhält seinen «Schacherseppli» ( vom 22. Dezember 2016 im Internet Archive). In: Neue Obwaldner Zeitung. 22. März 2010.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Rymann, Ruedi |
| ALTERNATIVNAMEN | Rymann, Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Jodler |
| GEBURTSDATUM | 31. Januar 1933 |
| GEBURTSORT | Sarnen |
| STERBEDATUM | 10. September 2008 |
| STERBEORT | Giswil |