Der Reichenbach entsteht auf einer Höhe von etwa 1950mü.M. beim Rinderstutz in einer Hochgebirgslandschaft im JagdbanngebietSchwarzhorn südöstlich der Grossen Scheidegg (1962mü.M.).
Ein Quellarm des Reichenbachs entspringt einem kleinen Gletscher am Fusse des Wetterhorns
Reichenbachtal von der Grossen Scheidegg aus gesehen
Der Reichenbach fliesst zunächst in nordöstlicher Richtung, wendet sich dann mehr nach Norden und nimmt danach auf seiner rechten Seite die drei Hengsterabächen auf, die ihm das Wasser des Hengsterengletschers zuführen. Etwas bachabwärts fliesst ihm bei der Flur Uf Teiffenmatten auf der anderen Seite der Geissbach zu.
Kurz danach ändert er seine Laufrichtung nach Nordosten und wird dann unweit des Chalet-HotelsSchwarzwaldalp von links durch den Pfannibach gespeist. Gut einen Kilometer später, bei der kleinen Ortschaft Rosenlaui, führt ihm von rechts der Rosenlauibach das Wasser des Rosenlauigletschers zu.[3] Das Reichenbachtal wird nach diesem Ort auch als Rosenlauital bezeichnet.
Der Bach zieht nun nord-nordostwärts durch sein enges Tal und nimmt dann südlich von Gschwantenmad auf der linken Seite den Schiissbach auf. Gut zwei Kilometer später fliesst ihm danach auf derselben Seite der Seilibach zu.
Der grosse Reichenbachfall
Oberhalb von Zwirgi wird der Bach in einem kleinen Becken Zwirgi gestaut, um Wasser für die Stromgewinnung zu entnehmen. Danach fällt der Bach als Reichenbachfall, eine 300 Meter hohe Kaskade von sieben Wasserfällen, die steile Südseite des Aaretals hinunter. Im flachen Talboden fliesst der Bach nach Nordwesten und nimmt dabei noch von rechts den Unterwasserkanal des Kraftwerks Schattenhalb auf.
Der Reichenbach mündet schliesslich westlich von Schattenhalb bei Meiringen auf einer Höhe von 594mü.M. von links und Süd-Südwesten in die dort aus dem Osten kommende Aare.
Sein etwa zwölf Kilometer langer Lauf endet circa 1356 Höhenmeter unterhalb seiner Quelle, er hat somit ein mittleres Sohlgefälle von ungefähr 11%.
Zu den grössten Zuflüssen des Reichenbachs zählen der Weissenbach, der Geissbach, der Pfannibach, der Rosenlauibach, der Rufenhubelbach und der Seilbach.
An der Mündung des Reichenbachs in die Aare beträgt die modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 2,83m³/s. Die Abflussregimetyp ist a-glacio-nival[5], und die Abflussvariabilität[6] beträgt 13.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) des Reichenbachs in m³/s[2]
17 Brücken und Stege überqueren den Bach. Erwähnenswert sind die Brücke der Reichenbachfall-Bahn sowie die Hauptstrassenbrücke (H6 und H11) bei der Mündung in die Aare.