Die Ruederche ist ein etwas über 10 Kilometer langer, mit seinem linken Oberlauf Schulbach etwa 111⁄2 Kilometer langer Bach, welcher durch das aargauischeRuedertal fliesst. Sie entspringt im Schiltwald und mündet in Schöftland von rechts in die Suhre. Dabei durchfliesst die Ruederche die drei politischen Gemeinden Schmiedrued, Schlossrued und Schöftland.
Der Schulbach ist der 1,3km lange, südwestliche und linke Quellbach der Ruederche. Er ist Teil des hydrologischen Hauptstrangs und hat ein Einzugsgebiet von 0,94km².
Der Schulbach entspringt im Schiltwald auf einer Höhe von etwa 800mü.M. im GewannPfaffenmätti knapp 400 Meter südlich des Weilers Schweikhof direkt an der Grenze zum Kanton Luzern in einem Erlen-Eschenwald.
Er fliesst in Richtung Nordnordosten durch den Wald und wird dabei durch ein aussergewöhnlich verästeltes System von Quellen und Quellbächen, welche den ganzen Schiltwald durchziehen, verstärkt.
Beim Weiler Winkel oberhalb von Innerer Schiltwald fliesst er mit dem aus dem Süden kommenden Biberbächli zur Ruederche zusammen.
Die Ruederche fliesst zunächst in nordnordwestlicher Richtung durch Ackerland und zieht dann östlich an dem als Ortsteil zu Schmiedrued gehörenden Dorf Innerer Schiltwald vorbei. Etwas bachabwärts beim Ortsteil Walde fliesst ihr auf ihrer linken Seite das Gigerbächli zu. Die Ruederche durchfliesst dann das Dorf und erreicht danach die Einwohnergemeinde Schmiedrued, wo ihr am Ortseingang auf ihrer linken Seite der Lörentobelbach zufliesst. Die Ruederche durchquert den Ort und fliesst dabei am Weberei- und Heimatmuseum Ruedertal[3] vorbei und nimmt dann auf ihrer rechten Seite den Haseltobelbach auf. Sie läuft dann nordostwärts durch das Ruedertal zum Weiler Matt, wo sie sich nach Nordwesten wendet. Knapp einen halben Kilometer später verlässt sie Schmiedrued und wechselt auf das Gebiet der Einwohnergemeinde Schlossrued.
Blick auf Schloss Rued von der Hauptstrasse (2018)
Nach etwa 700 Metern erreicht sie das Dorf Kirchrued und zieht dort an der auf ihrer linken Seite stehenden Ev.-ref.Pfarrkirche Rued, der einzigen Kirche des gesamten Tales, vorbei. Am Ortsausgang wird sie auf ihrer linken Seite vom Eggschwilbach gestärkt. Sie passiert nun den Weiler Eisenbühl und erreicht kurz darauf Schlossrued, wo sie zunächst an der im Jahre 1658 erbauten Schlossmühle und dann an dem Gasthaus zum Storchen aus dem 17. Jh. vorbeifliesst. Unweit davon steht auf einem Hügel das Schloss Rued. Die Ruederche verlässt Schlossrued und läuft südlich von Längenthal am Südwestfuss des 586mü.M. hohen Chnubels entlang. Dort wird sie von links vom Längetelbach und kurz darauf von rechts vom Niederhofenbächlein gespeist. Knapp anderthalb Kilometer später passiert sie dann die Gemeindegrenze von Schlossrued nach Schöftland.
Kurz vor Schöftland fliessen ihr auf der rechten Seite der Surtelbach und gleich danach auf der anderen Seite der Hermenbach zu. Die Ruederche durchfliesst die Ortschaft und mündet schliesslich, zuletzt von Osten kommend, südlich der Picardiestrasse auf einer Höhe von 455mü.M. von rechts in die aus dem Süden heranziehende Suhre.
Der etwa 11,6km lange Gesamtlauf der Ruederche endet ungefähr 345 Höhenmeter unterhalb der Quelle ihres linken Oberlaufs Schulbach, sie hat somit ein mittleres Sohlgefälle von circa 30‰.
Bei der Mündung der Ruederche in die Suhre beträgt ihre modellierte mittlere Abflussmenge (MQ) 370l/s. Ihr Abflussregimetyp ist pluvial inférieur[6], und ihre Abflussvariabilität[7] beträgt 25.
Der modellierte monatliche mittlere Abfluss (MQ) der Ruederche in l/s[8]
Die Ruederche war in der Vergangenheit mehrmals über die Ufer getreten, letztmals am 8. August 2007, als sie in Schlossrued und Schöftland zahlreiche Keller und Tiefgaragen überflutet hatte.[9] Aus diesem Grund wird seit einigen Jahren eine Renaturierung angestrebt. Die bisher letzten Renaturierungsmassnahmen wurden im Herbst 2009 abgeschlossen.[10] Weitere sind vorgesehen.
Zusammen mit den Seitenbächen Änzigraben, Gygerbächli bei Walde, Lorentobel, Steinigbach und Bach von Hasel ist insbesondere der obere Teil der Ruederche von grossem Wert für die Natur, da solche naturnahen, komplexen Bachsysteme im südlichen Aargau selten sind. Hingegen sind die beiden Engnisse in Walde und in Schlossrued insbesondere für die Amphibienpopulationen problematisch. Da diese Tiere die Engnisse nur schwer überwinden können, sind die Lebensräume nur schwach vernetzt.[11]