Rudolf Brunner (Politiker)

Samuel Friedrich Rudolf Brunner (* 26. November 1827 in Bern; † 11. März 1894 ebenda; heimatberechtigt ebenda) war ein Schweizer Jurist und Politiker.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Brunner entstammte der Berner Burgerfamilie Brunner. Nach dem Besuch der Realschule und des Gymnasiums in Bern studierte er von 1847 bis 1850 Rechtswissenschaften an den Universitäten Bern und Heidelberg. 1851 bestand er das Fürsprecherexamen und promovierte zum Doktor der Rechte. Nach einem Aufenthalt in Paris trat er zunächst in die Kanzlei seines Schwiegervaters Friedrich Rudolf Eduard Stettler ein, bevor er eine eigene Anwaltspraxis eröffnete. Ab den späten 1860er Jahren gehörte Brunner zu den führenden Persönlichkeiten der radikalen Bewegung in Bern und auf Bundesebene. Er war von 1863 bis 1868 sowie erneut von 1881 bis 1886 Mitglied des Berner Gemeinderats und von 1873 bis 1881 Mitglied des Stadtrats. Dem Grossen Rat und dem Nationalrat gehörte er von 1866 bis zu seinem Tod 1894 an; 1872 amtierte er als Präsident des Nationalrats.
Zudem war er ab 1879 Vorstandsmitglied des Schweizer Volksvereins und Mitglied des Grütlivereins sowie der Sektion Bern des Schweizerischen Zofingervereins. Die Universität Bern verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.
Obwohl Brunner in einem konservativen Elternhaus aufwuchs, wurde er durch die Deutsche Revolutionen von 1848 geprägt und wandte sich demokratischen und liberalen Ideen zu. So veröffentlichte er im Jahr 1866 ein «Demokratisches Programm», das die Grundlage der sogenannten demokratischen Opposition bildete. Politisch setzte sich Brunner für den Ausbau der Volksrechte im Kanton Bern und auf Bundesebene ein; er hatte wesentlichen Anteil an der Ausarbeitung des Berner Gemeindereglements von 1888 sowie der Kantonsverfassung von 1893. Im Nationalrat profilierte sich Brunner insbesondere als Befürworter der Verstaatlichung der Eisenbahnen, der Schaffung einer Bundesbank sowie einer Vereinheitlichung des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Peter Stettler: Brunner, Rudolf. In: Historisches Lexikon der Schweiz. 24. Januar 2003.
- Erich Gruner: Bundesversammlung. Band 1. Francke Verlag, Bern 1966, S. 146.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rudolf Brunner auf der Website der Bundesversammlung
- Streubestände in der Burgerbibliothek Bern
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brunner, Rudolf |
| ALTERNATIVNAMEN | Brunner, Samuel Friedrich Rudolf |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Jurist und Politiker |
| GEBURTSDATUM | 26. November 1827 |
| GEBURTSORT | Bern |
| STERBEDATUM | 11. März 1894 |
| STERBEORT | Bern |