Das Mehrzweckschiff wurde vom Hamburger Ingenieurbüro Technolog Services entworfen[1] und unter der Baunummer 215 auf der Werft SET Schiffbau- u. Entwicklungsgesellschaft Tangermünde als Ersatz für die THOR gebaut. Der Bauvertrag wurde am 11.November 2022 geschlossen.[2] Die Kiellegung fand am 1.Juni 2023,[3] der Stapellauf am 19.Februar 2026 statt.[4] Die Überführung über die Elbe zur Nordsee erfolgte mit demontiertem Steuerhaus, damit das Schiff die Brücken über die Elbe unterqueren konnte. Das demontierte Steuerhaus wurde auf dem Achterdeck mitgeführt.
Das Schiff sollte ursprünglich 2024 in Dienst gestellt werden. Lieferprobleme bei Ausrüstungskomponenten sowie die Insolvenz des Konstruktionsbüros führten zu erheblichen Verzögerungen beim Bau.[5] Im September 2026 kollidierte das Schiff in Wilhelmshaven mit der Nassaubrücke, einem Anleger im Flut- und Pontonhafen, wobei es leicht beschädigt wurde. Die Schäden wurden anschließend in Bremerhaven repariert. Die Ablieferung des Schiffes erfolgte schließlich am 22.Oktober 2026. Die Übernahme in den Regelbetrieb ist für Anfang 2027 vorgesehen. Der Bau des Schiffes hat rund 21 Millionen Euro gekostet.[6]
Das Mehrzweckschiff wird vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz betrieben. Bei Bedarf steht es auch den Bundesländern Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung.
Das Schiff kann zur Schadstoffunfallbekämpfung eingesetzt werden und ist für die Ölbekämpfung ausgerüstet. Es kann in explosionsgefährdeter Atmosphäre eingesetzt werden. Weiterhin dient es der Forschung, Vermessung und dem Umweltmonitoring sowie der Gewässeraufsicht.[7]
Das Schiff verfügt über einen dieselelektrischen Hybridantrieb mit einem Energiespeicher. Der Antrieb erfolgt durch zwei Elektromotoren mit jeweils 375kW Leistung, die zwei Propeller antreiben. Das Schiff ist mit einem Bugstrahlruder ausgerüstet und verfügt über ein System zur dynamischen Positionierung. Für die Stromerzeugung für die Antriebsmotoren und den Bordbetrieb stehen drei von Dieselmotoren angetriebene Generatoren zur Verfügung.[8]
Zur Bekämpfung von ausgetretenem Öl ist das Schiff mit zwei Bürstenskimmern ausgerüstet. An Bord stehen vier Tanks mit einem Volumen von zusammen rund 180m³ für die Lagerung des aufgenommenen Öls zur Verfügung.[1]
Im Rumpf ist ein Moonpool eingebaut, über den wissenschaftliches Gerät ausgesetzt werden kann. Für die Gewässervermessung stehen ein Fächerecholot und ein Sedimentlot zur Verfügung. Das Schiff ist mit einem Heckgalgen ausgestattet. Auf dem Achterdeck steht ein Kran zur Verfügung, mit dem Geräte und Materialien bewegt werden können. Zur Untersuchung von Wasser- und biologischen Proben sowie zur Sedimentuntersuchung ist das Schiff mit einem Nasslabor ausgerüstet.[1]