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Ricarda Messner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Ricarda Messner (2025)

Ricarda Messner (geboren 1989 in Berlin) ist eine deutsche Autorin und Herausgeberin.

Nach ihrem Studium an der Berliner Universität der Künste zog sie nach New York.[1] Sie ist Herausgeberin des mehrfach ausgezeichneten mehrsprachigen Kulturmagazins Flaneur – Fragments of a Street, das sie 2013 gründete und seither mit den Chefredakteuren Fabian Saul und Grashina Gabelmann herausgibt. Das ungefähr jährlich erscheinende Magazin widmet sich in jedem seiner Hefte einer Straße in verschiedenen Städten der Welt. 2016 folgte als weiteres Zeitschriftenprojekt Sofa – Life is a Chatroom, das sie zusammen mit der kanadischen Schriftstellerin Caia Hagel herausgibt.

Wo der Name wohnt

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2025 erschien ihr Debütroman Wo der Name wohnt im Suhrkamp Verlag. Es ist die Geschichte eines Eintauchens in die eigene Kindheit und die Geschichte der Familie. Die Großeltern mütterlicherseits stammen aus Riga in Lettland, 1971 sind sie zusammen mit der Mutter nach Deutschland gekommen, der Großvater ist jüdisch. Die Familie wohnt dann in Berlin-Charlottenburg in zwei benachbarten Häusern, Nr. 36 und Nr. 37.

Das Eintauchen beginnt mit der Auflösung der Wohnung der Großmutter nach deren Tod, dem Mitnehmen einzelner Stücke und dem Auftauchen damit verbundener Erinnerungen aus der Kindheit. Die Großmutter hieß Levitanus, mit ihr ist der Name ausgestorben, und in der Erzählerin entsteht der Wunsch, den Namen zu übernehmen, ein Begehren, das von der zuständigen Behörde abschlägig beschieden wird – die entsprechenden amtlichen Mitteilungen sind in den Roman eingestreut.[2][3][4]

Zu dem Erinnerungsstoff, der nach und nach aufgefunden wird, gehören auch die Ereignisse im Rigaer Ghetto 1941, das Massaker von Rumbula, die Kollaboration lettischer Nationalisten mit den deutschen Nationalsozialisten, die Ermordung zehntausender Juden in lettischen Konzentrationslagern und Gefängnissen. Auch der Urgroßvater Salomon Levitanus war damals unter den Opfern.[5] Christoph Schröder schreibt:

„Eine Verflechtung historischer Ungeheuerlichkeiten, die Spuren hinterlassen, sich eingegraben hat in die Familiengeschichte bis in die Gegenwart hinein. Ricarda Messner hat in ihrem Debüt eine schlüssige Form dafür gefunden, wie man davon erzählen kann.“[6]

2025 erhielt Messner für ihren Debütroman den mit 10.000 Euro dotierten Literaturpreis der Stadt Fulda. Im selben Jahr wurde der Roman für den SWR als Hörspiel adaptiert.[7]

Commons: Ricarda Messner – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Die Poesie der Straße, Beitrag von Thorsten Glotzmann vom Januar 2017 auf den Seiten des Goethe-Instituts, abgerufen am 22. Mai 2026.
  2. Ein Name wie ein Gesicht, Interview mit Christoph Schröder aus Die Zeit, Nr. 51 2025, abgerufen am 22. Mai 2026.
  3. Poetische Vergewisserung, Beitrag von Lara Sielmann im Deutschlandfunk vom 15. März 2025 (PDF), abgerufen am 22. Mai 2026.
  4. Im Namen des Vaters, Beitrag von Shirin Sojitrawalla im Deutschlandfunk vom 11. März 2025 (PDF), abgerufen am 22. Mai 2026.
  5. Zuerst von den Nazis, dann von den Kommunisten vertrieben: Die Autorin Ricarda Messner erzählt ihre Familiengeschichte – und will ihren Namen ändern, Rezension von Carlo Mariani in der Neuen Zürcher Zeitung vom 4. März 2025, abgerufen am 22. Mai 2026.
  6. Ricarda Messner – Wo der Name wohnt, Rezension von Christoph Schröder im SWR, abgerufen am 22. Mai 2026.
  7. Wo der Name wohnt, Hörspiel-Bearbeitung des SWR, abgerufen am 22. Mai 2026.
  8. Alfred-Döblin-Stipendien in Wewelsfleth 2023, Mitteilung der Akademie der Künste vom 14. Februar 2023, abgerufen am 22. Mai 2026.
  9. Franz-Tumler-Literaturpreis, abgerufen am 22. Mai 2026.
  10. Ricarda Messner erhält den Literaturpreis Fulda 2025, Mitteilung des Suhrkamp Verlags vom 28. Januar 2025, abgerufen am 22. Mai 2026.