Resch&Frisch
| Resch&Frisch Österreich GmbH | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1924 |
| Sitz | Gunskirchen, |
| Leitung | Georg Resch (Eigentümer), Sabine Schgör, Wolfgang Friessnegg, Bernhard Prechtl |
| Mitarbeiterzahl | 1300 |
| Umsatz | 155 Mio. Euro[1] |
| Branche | Herstellung von Brot und Backwaren |
| Website | www.resch-frisch.com |
| Stand: 2025 | |
Die Die Resch&Frisch Holding GmbH ist ein österreichischer Betrieb mit Sitz in Gunskirchen (OÖ), der Brot und Backwaren herstellt. Er wurde 1924 gegründet. Er verfügt über zwei Produktionsstandorte (Wels und Gunskirchen).
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]1924 gründete Peter Resch, der Großvater des späteren Geschäftsführers und Inhabers Josef Resch (1954–2023),[2] eine Bäckerei in Wels-Pernau. 1950 errichteten Josef und Hertha Resch dort einen Neubau in der Schloßstraße 15. Im Jahr 1968 erhielt die Bäckerei eine Mehlsiloanlage. 1974 wurde die erste Filiale am Kaiser-Josef-Platz in Wels eingerichtet, von 1975 bis 1985 entstanden mehrere Verkaufsgeschäfte in Oberösterreich.[3]
Seit 1988 werden Tiefkühlbackwaren, Tiefkühlschränke und Backöfen für die Gastronomie bereitgestellt. Resch&Frisch beliefert rund 14.700 Gastronomiekunden in Österreich, Deutschland und Italien mit Convenience Food.[4]
1990 führte im Betrieb ein Franchise-System ein. 1992 startete Resch&Frisch in Deutschland mit einem Eigenvertrieb in München.[3]
2006 übernahm Josef Resch von Familienangehörigen alle Firmenanteile und wurde alleiniger Eigentümer und Geschäftsführer. 2013 erweiterte der Betrieb seine Produktions- und Lagerkapazitäten in der Welser Uhlandstraße. Resch&Frisch übernahm 2013 ein vormaliges Salzburger Partnerunternehmen Flöckner. Im Mai 2015 wurde die erste Gastro-Vertriebsniederlassung in Vicenza, Italien eröffnet.[3]
2017 verlegte der Betrieb seine Zentrale nach Gunskirchen. Dort ist es seitdem mit einem Werk und Büroflächen vertreten. Für diesen Standort wurde ein ehemaliges Fabrikgebäude in Gunskirchen erworben und angepasst.[5]
Kontroversen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2013 fielen dem Arbeitsinspektorat bei Kontrollen 18.000 Verstöße gegen Arbeitszeit- und Arbeitsruheregeln auf – auch Verstöße im Minutenbereich zählen dazu.[6] Dem Unternehmen wurde daraufhin ein Strafbescheid in Höhe von 900.000 Euro[7] bzw. einer Million Euro[8] zugestellt. In Verhandlungen und juristischen Auseinandersetzungen reduzierte sich der Betrag auf 350.000 Euro.[9] Ende 2014 folgte ein Urteil des Landesverwaltungsgerichts Oberösterreich mit strafreduzierender Wirkung.[10] Akzeptiert und gezahlt hat Resch & Frisch bis Jahresanfang 2015 davon 120.000 Euro. Den verbleibenden Betrag erkannte das Unternehmen nicht an und beabsichtigte, dagegen juristisch vorzugehen.[8] 2016 sah Josef Resch in dieser Sache einen Endbetrag von 140.000 Euro als gerechtfertigt an.[7]
Der Unternehmensleiter und Bezirksobmann der Wirtschaftskammer Oberösterreich Josef Resch, der öffentlich ein Verbot der Gewerkschaften forderte[11] und die Arbeiterkammer Oberösterreich scharf angriff, weil dort „Ideologen“ tätig seien,[12] wehrte sich entschieden gegen die Gründung eines Betriebsrates in seinen Betrieben.[13] Resch & Frisch wendet den Kollektivvertrag (KV) für das Gewerbe an, nicht den Industrie-Kollektivvertrag.[14] Die Gewerkschaftsseite kritisiert das, ebenso die Regelung, dass die Wirtschaftskammer die Entscheidung über die KV-Anwendung trifft.[15]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]2009 erhielt Resch & Frisch als erste österreichweit tätige Großbäckerei das AMA-Gütesiegel.[16]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Großbäcker Resch&Frisch mit leicht gewachsenem Umsatz. In: ORF. 21. Mai 2026, abgerufen am 23. Mai 2026.
- ↑ Welser Unternehmer Josef Resch ist verstorben. In: tips.at. 15. Juli 2023, abgerufen am 16. Juli 2023.
- 1 2 3 Unternehmensgeschichte von Resch&Frisch. In: www.resch-frisch.com. Abgerufen am 24. August 2018 (Eigenangaben des Unternehmens).
- ↑ A la Carte (Hrsg.): Advertorial Resch&Frisch. 4. Auflage. 2025, S. 112.
- ↑ Erik Famler: Resch & Frisch verlegt seine Zentrale nach Gunskirchen. In: nachrichten.at. Abgerufen am 19. Januar 2026.
- ↑ Josef Lehner, Hermann Neumüller: Arbeitsinspektorat schaut bei Kontrolle der Arbeitszeit auf einzelne Minuten. In: Oberösterreichische Nachrichten. 16. Januar 2013, abgerufen am 24. August 2018.
- 1 2 Bernhard Ecker: Strafarbeit. (PDF; 1,8 MB) In: trend (12/2016). 5. April 2016, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 3. September 2018; abgerufen am 3. September 2018.
- 1 2 Dietmar Mascher: Resch & Frisch in Indien und Malaysia? In: Oberösterreichische Nachrichten. 10. Januar 2015, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Der Bäcker in der Bürokratiefalle. In: Kronen Zeitung, 15. Juni 2013.
- ↑ Aktenzeichen LVwG-300016/35/Re/Rd/TK.
- ↑ Jürgen Pachner: Wirtschaftskammer-Obmann fordert ein Verbot der Gewerkschaften. In: Kurier. 27. November 2015, abgerufen am 24. August 2018. Gewerkschaften verbieten: Welser WK-Chef auf Abwegen. In: Der Standard. 26. November 2015, abgerufen am 24. August 2018. Empörung über „Gewerkschaften verbieten“. In: orf.at. 26. November 2015, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Josef Resch: Arbeitszeit-Flexibilisierung notwendig! In: lobbydermitte.at. 13. Juli 2017, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Friedrich Müller, Markus Staudinger: Csar und Resch: Wenn zwei Welten aufeinanderprallen. In: Oberösterreichische Nachrichten. 18. Juli 2018, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Sigrid Brandstätter: Industrie oder nicht? Heimische Größen sehen sich als Gewerbebetriebe. In: Oberösterreichische Nachrichten. 14. Juli 2015, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Gewerkschaft fordert unabhängige Behörde. KV dürfen nicht länger von der Wirtschaftskammer zugeordnet werden. In: www.oegb.at (Website des Österreichischen Gewerkschaftsbundes). 16. Februar 2017, abgerufen am 24. August 2018.
- ↑ Resch&Frisch erhält AMA-Gütesiegel. In: Kochen & Küche, 2. Oktober 2009